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Seeleute & Bahn

Seefahrer waren auch Bahnfahrer!

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Ein D-Zug in den Farben der MITROPA und der DR als eine Art "Erinnerungsfoto" (Baugröße TT) - ABa

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Es gab mal ein geflügeltes Wort: "Die Mecklenburger bauen die Schiffe, damit die Sachsen zur See fahren können." Was trieb die Leute aus den Gegenden mit gesteinsfesten Bergen und Tälern an, sich den wässrig so unberechenbaren Wellenbergen und -tälern auszusetzen? Selbst ohne Kenntnis des Salzgehalts des Meerwassers hielt es sie nicht davon ab! Abenteuer, weiter Horizont, Fernweh, Gerüchte von mehr Geld für die Arbeit? Man weiß es bis heute nicht genau. Zumindest war es eine Möglichkeit, über den Rand der eingezäunten Heimat hinauszukommen. Und die Reederei schaltete ja auch viele Stellenanzeigen für die interessanten Berufe an Bord.

Doch bevor es auf die See hinaus ging, musste nach dem Erhalt des DSR-Telegramms mit dem Einsatzbeginn auf diesem oder jenem Schiff in Wismar, Rostock oder Stralsund die Republik in Richtung Norden durcheilt werden. Ein komplexer PKW-Verkehr war noch undenkbar, der Bedarf wurde durch die Autohersteller zu der Zeit einfach nicht abgedeckt. Also blieb einem nur die Anreise per Eisenbahn übrig, wie auch für die Heimfahrt - mittels der durch die DSR gewährleisteten Vergünstigung einer 75-prozentigen Fahrpreisermäßigung für Reisen von DDR-Häfen, dem jeweiligen Liegeplatz des Schiffes, zum Heimatort und zurück mit der Deutschen Reichsbahn.

Und nun stelle man sich die Bahnfahrt aus dem südlichsten Dreiländereck an die Ostsee vor ... "Eine Eisenbahnfahrt von und nach Sachsen war ja fast so ein Ereignis wie ein Ost-Asien-Törn!" schrieb uns Rolf. Wir DDR-Seefahrer waren eben auch Bahnfahrer - mit allen schlechten und aber auch guten Seiten. Dabei möchte Rolf gerne daran erinnern, wie wir Seeleute uns mit "Westzigaretten" Liegewagenplätze ergattern konnten. - ABa
 
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Antrag auf Ausgabe von Arbeiterkarten für Binnenschiffer und Seeleute 1965/66 - RoB
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Der Wasserturm

Ein Seemann läuft Rostock an - mit der Eisenbahn. Das unübersehbare Wahrzeichen für uns Seeleute aus Sachsen, Thüringen, Berlin, dem Harz und aus allen Bezirken der DDR, die wir mit der Eisenbahn aus dem Urlaub zurück aufs Schiff wollen, war der Rostocker Wasserturm.

Kommt der Wasserturm in Sicht, ist der Rostocker Hauptbahnhof nur noch Sekunden entfernt. Die alten Seelords nehmen ihren Beutel (Zeitung von Vorgestern, drei ORWO-Filme und eine Tube Zahnpasta für 45 Pfennige) vom Gepäcknetz und schlendern zur Abteiltür, um dann in Ruhe auszusteigen.

Die jungen Seemänner haben da oft bissel mehr zu schleppen. Mindestens den Seesack und einen Koffer und eine Tasche mit Verpflegung von Mutti. Wozu der Seesack? Na, die Kumpels im Heimatdorf sollten doch mal über einen richtigen Seesack staunen!

slr-sd12-rlstr-rob12.jpgDass man sich Rostock mehr und mehr nähert, spürt man schon, wenn einige Reisende unruhig werden, ihr Gepäck zurechtrücken und aufstehen. Ein Ereignis steht bevor. Es geht über Weichen. Man sieht Signale, abgestellte Güterwagen, Mitropa-Waggons, Bahnpostwagen, Bahnmänner...

Jetzt wird er sichtbar, der Rostocker Wasserturm. Wir sind in Rostock angekommen. - RoB

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Hochseefischer

Es wurde erzählt, dass sie sich mal die Heimreise mittels ihrer hervorragenden Fangprämie von Rostock nach Leipzig per Taxi gönnten. - ABa

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Genussscheine

Als Nachkomme eines Schweriner Reichsbahnerpaares waren Sonntagsfahrten per Freifahrt nach Warnemünde bzw. Markgrafenheide schon gang und gäbe. Die Rostocker S-Bahn mit ihren Doppelstockzügen! Herrlich. Während der Lehrzeit kam Andreas ebenfalls noch in den Genuss von freien Bahnreisen. Und Rostock-Schwerin war wirklich ein Klacks gegenüber den Seeleuten aus dem Landesinneren. Mal eben am Wochenende wieder nach Hause fahren.

Auch nach der Lehrzeit war das fix getan. Wie an einem Wochenende 1976, als ein Hafenurlaub möglich war. Im Zug wachte Andreas auf - Schlafen auf Bahnfahrt war eigentlich nie sein Ding - und sah Schwerin. Ja, zu Hause! Aber wie? Der Anblick seiner Heimatstadt war ungewohnt, sah wie verkehrt aus. Oh nein, verschlafen! In Ludwigslust raus und nach Rückfahrmöglichkeit gucken: Alles Stunden später ... Andreas wollte aber unbedingt nach Hause, weil er sich echt krank fühlte. Hochseefischer? Taxi? Ja, was anderes blieb ihm nicht übrig, wenn er nicht noch stundenlang in Lulu zubringen wollte. Mit 70 Mark war die Heimfahrt nach Schwerin berappt, und eine Krankschreibung folgte stehenden Fußes. - ABa

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Schildchen vom Fenster im Oberdeck eines Doppelstockwagens 1978 - ABa
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Stehengelassen!

Dieter wurde zum nächsten Kümo-Einsatz dok.gif nach Wismar beordert. Zur Bahnfahrt ab Rostock war er spät dran und erreichte das Zugende gerade man so. Erleichtert ließ er sich auf der Sitzbank nieder. Aber nichts passierte! Setzte sich der Zug nicht in Bewegung? Es tauchte aber doch noch ein Zugbegleiter auf, der Dieter fragte, was er hier mache? Na, es soll nach Wismar gehen, er werde dort zum Einsatz erwartet. Daraufhin meinte der Zugbegleiter, dass dieser letzte Waggon abgekuppelt wurde und in Rostock verbleibt. - Pevi (ABa)

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Sogar im Fernsehen!

Kpt. Karsten will sich seinen Funker Petersen nach dessen Hochzeit am 23.12. im erzgebirgischen Falkenrode "shanghaien". Der Chefinspektor stellt für diesen Alleingang keinen Dienstwagen. Also bleibt dem Kpt. nichts anderes übrig, als in voller Montur die Bahn in den Süden der Republik zu nehmen. Die dann folgenden turbulenten Ereignisse kommen glücklicherweise zu einem guten Ende. So zu sehen in der zweiten Folge der Fernsehserie Zur See - "Die Hochzeitsüberraschung".

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Funker Petersen (Dietmar Richter-Reinick) und Kapitän Karsten (Horst Drinda) auf dem Rostocker Hauptbahnhof Filmreihe: DEFA, i.A. des DFF, DDR | Archiv: DDR-TV-Archiv fremdlink.gif | Standbild: Pevi, Rostock
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Zu diesem Speisewagentyp

Die spezielle Fensteraufteilung auf der Küchenseite gab es übrigens in zwei Varianten. Die zwei zusätzlichen Milchglasfenster in Wagenmitte hatte nur die 1975 gebaute zweite Wagenserie. Die 1973/74 hergestellte erste Serie besaß diese nicht. Dort gab es lediglich die drei Speiseraumfenster und das eine halbhohe am anderen Ende. Somit muss der auf dem Foto von "Zur See" befindliche Speisewagen ziemlich nagelneu gewesen sein (Drehzeit 1974-76).
Alle 25 Wagen der ersten Serie baute man in den 1980er Jahren in Büffetwagen um, d.h. die Tische und Sitze sowie die Kellner verschwanden und wurden durch Stehtische mit Selbstbedienung (Anstellen an der Verkaufstheke) sozusagen als Imbissvariante ersetzt. Man versprach sich damit einen größeren Gästedurchlauf, denn die ursprünglichen 24 Sitzplätze waren schnell belegt, und wer einmal saß, stand da so schnell nicht wieder auf …
Gerade in den vollbesetzten Nord-Süd-Schnell- und Städtexpresszügen machte sich das schon bemerkbar, und man konnte wesentlich mehr Fahrgäste mit Speisen (allerdings nun eher Bockwurst, Buletten, Grilletta, Soljanka statt Schnitzel mit Mischgemüse oder Gulasch) und Getränken, die man auch mit ins Abteil nehmen konnte, versorgen. - ESc, DD

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Kapitänsberufung mit Verhaftung

Später informierte mich der nautische Inspektor über den Berufungstermin beim Verkehrsminister in Berlin in der Zeit meines Heimaturlaubes ("Sie können auch Ihre Frau mitnehmen.").
Zu dieser Zeit lief die Fernsehserie "Zur See" — nein, ich wollte lieber nicht in Uniform nach Berlin fahren. Also packte ich einen kleinen Koffer, steckte meine Uniform rein und fuhr im Jeans-Outfit nach Berlin-Friedrichstraße. Im Zugabteil saßen zwei Berlinkenner, die mir erklärten, wie ich in die Französche Straße käme. Weit war das ja nicht von der Friedrichstraße.
Im Bahnhof Friedrichstraße angekommen, war ich nun auf der Suche nach einer Toilette, um mich umzuziehen. Fand keine und auch keinen geeigneten Raum, um mich der Jeans zu entledigen.
Nun nahm das Schicksal so richtig seinen Lauf! Bei meiner Suche landete ich an den Bahnsteigen Richtung Westberlin. Ziemlich leer — und so schlich ich auf eine Tür zu, die wie eine Besenkammer aussah, aber keine war, sondern ein Lüftungsschacht. Egal. Kaum umgezogen, stellte ich den Koffer nach draußen, wollte gerade den schwarzen Schlips umbinden, als ich von vier Händen in die Luft gehoben und in die nächste Tür geschoben wurde.
Eine Stunde Verhör — die Grenzschützer haben mich ausgelacht. Mir war nicht so richtig zum Lachen, ich hatte nur noch 20 Minuten bis zum Termin! Dann haben sie doch Verbindung mit Rostock aufgenommen. Endlich kam nun aber Schwung in die Truppe. Mit Eiltempo im russischen Pobjeda kam ich noch pünktlich im Verkehrsministerium an. - KAmm

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Der erste Einsatz

Niedergeschrieben von Harald Mertin nach Tagebuchaufzeichnungen, damals 3. Technischer Offizier

Ende Februar 1982 endete mein Hochschulstudium an der damaligen IHS Warnemünde/Wustrow dok.gif nach 4 1/2 langen Jahren des Lernens und der Quälerei durch ein Ingenieurstudium mit der Zeugnis- und Diplomübergabe. Alle meine Kommilitonen und ich, die das Studienziel Dipl.-Ing. erreicht hatten, bekamen zum 1. März 1982 einen Arbeitsvertrag bei der Deutschen Seereederei Rostock ausgehändigt. Der Einsatz war für alle ehemaligen Studenten des Matrikels im Flottenbereich Asien/Amerika vorgesehen, was nicht unbedingt allgemeine Begeisterungsstürme auslöste. In diesem Flottenbereich waren die Reisen am längsten.

Am 17. März 1982 bekam ich von der Einsatzplanung des FB Asien/Amerika ein Telegramm. Diese Art der Kommunikation war damals üblich. Telefone in Privathaushalten waren sehr selten. Man bat mich am nächsten Tag vormittags in der Reederei präsent zu sein. Dort informierte man mich, dass ich kurzfristig mit dem Zug nach Antwerpen fahren müsste. Auf MS "Freyburg" dok.gif wäre die Dieselfernsteuerung für die Hauptmaschine ausgefallen, so das ein zusätzlicher 3. Ing. benötigt würde. Dieser sollte ich sein. Eine Mitarbeiterin der Reiseabteilung der DSR fuhr mit mir anschließend zur Bezirksbehörde der Volkspolizei in der Rostocker Blücherstraße. Ich musste im Eingangsbereich warten, während die Dame von der Reiseabteilung mit meinem Seefahrtsbuch in den Katakomben dieses riesigen Gebäudes verschwand. Nach geraumer Zeit erschien sie wieder. Ich war nun Inhaber eines einmaligen Ausreisevisums aus der DDR.

midi/slr-sb12-hm-ausreisevisum-ddr.jpgEs ging noch einmal zurück in das DSR-Dienstgebäude im Rostocker Überseehafen dok.gif. Dort musste ich eine Dienstreisebelehrung über mich ergehen lassen. Auf der Fahrt nach Antwerpen war so ziemlich alles verboten, was zwischenmenschlich auf einer Reise sonst üblich ist. So war es ausdrücklich untersagt, Unterhaltungen mit Bürgern aus dem NSW (nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) zu führen, etwa während der Bahnfahrt. Anschließend händigte man mir meinen Dienstreiseauftrag, den Bahnfahrplan und das Bahnticket für meine Reise sowie diverse andere Papiere aus.

Die Reise begann am nächsten Tag, Freitag, 19.03.1982. Gegen 9:30 Uhr bestieg ich am Rostocker Hbf den Interzonenzug nach Köln. Dieser Zug wurde meistens von frohgelaunten Senioren auf Ihrer Fahrt in die Bundesrepublik benutzt. Für den Binnenverkehr war dieser Zug bis Bad Kleinen frei gegeben. Wir verließen Bad Kleinen, und ich saß noch immer auf meinem Platz im Abteil. Nun verstummten langsam die Gespräche, und ich hörte jemanden "Stasi" flüstern. In der Vorstellungskraft dieser Leute war es unvorstellbar, dass ein so junger Bengel mit ihnen zusammen im Rentner-Express unterwegs in den Westen war.
In Herrnburg war es dann soweit. Drei Uniformierte mit Hund betraten den Zug und kontrollierten die Passagiere. Ich händigte einem der Offiziere meine Reiseunterlagen aus. Diese wurden von den anderen beiden nun akribisch untersucht. Es kam scheinbar nicht täglich vor, das junge Dienstreisende das Staatsgebiet der DDR mit dem Zug verlassen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die Herren mir meine Reisedokumente wieder aushändigten.
In den nächsten Minuten passierte der Zug die Staatsgrenze. Nun war plötzlich auch das Geratter vorbei, verursacht durch die Schienenstöße auf DDR-Gebiet. Lübeck und Hamburg waren schnell erreicht. Am Nachmittag passierte der Zug das Ruhrgebiet. Alle 5 Minuten hielt der Zug jetzt in einer anderen Großstadt. Gegen 18 Uhr querten wir den Rhein und erreichten Köln Hbf. Hier hatte ich 45 Minuten Zeit zum Umsteigen. Ich nutzte die Zeit, um wenigstens einmal im Leben einen Blick in den imposanten Kölner Dom zu werfen, unmittelbar neben dem Bahnhof gelegen. Damals, 1982 konnte ja niemand ahnen, daß 7 Jahre später die Mauer fallen würde.

midi/slr-sb12-hm-einreisestempel-belgien.jpgIch bestieg nun einen Zug der Belgischen Staatsbahn in Richtung Brüssel. Kurz hinter Aachen passierte der Zug die belgische Staatsgrenze. Ein Offizier der belgischen Grenzpolizei betrat den Zug zur Passkontrolle. Als ich an der Reihe war, zuckte ich mit der Schulter und gab ihm mein Seefahrtsbuch dok.gif. Einen Pass konnte ich nicht mein Eigen nennen. Der Mann war aber cool drauf, lachte nur und winkte ab. Er stempelte mein Seefahrtsbuch und schon ging es weiter. Es war schon kurios, wie primitiv die DSR Ihre Seeleute in die Welt schickte. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn zur gleichen Zeit ein belgischer Staatsbürger versucht hätte, ohne Reisepass in die DDR einzureisen.
Gegen 21 Uhr erreichte der Zug Brüssel Nord. Hier musste ich wieder umsteigen, in Richtung Antwerpen. Die Fahrt dorthin dauerte nur eine halbe Stunde. Antwerpen hat den schönsten Kopfbahnhof, den ich kenne. In der Bahnhofshalle wartete ein Taxifahrer auf mich, den unsere Agentur Sogemar B.V. für mich geordert hatte. Die Fahrt zum Schiff dauerte etwa 30 Minuten.

Angekommen führte mich der Wachoffizier sofort zum Kapitän, der schon auf mich wartete. Er sagte mir, dass der Elektriker das Problem mit der Dieselfernsteuerung lösen konnte, und dass der Chief einen zusätzlichen 3. Ingenieur an Bord für die kommende Reise nicht benötigen würde. Mit der Agentur sei bereits abgesprochen, dass ich Montag früh wieder nach Hause fahren sollte.
Am nächsten Morgen erschien ich um 8 Uhr zur Arbeitsverteilung im Maschinenkontrollraum. Der 1. Ingenieur schickte mich aber wieder in meine Kammer, weil ich ja sowieso das Schiff wieder verlassen würde und daher eine Einarbeitung nutzlos wäre. Dann eben nicht.
Die Schiffe der DSR lagen damals noch für Landgänge günstig weit hinter der Zandvliet-Schleuse, meist im Hansa-Dock in der Nähe der Hafenkneipe "Spek en Eieren" am Polderdijkweg. Es war in 45 Minuten problemlos möglich, zu Fuß die historische Altstadt von Antwerpen zu erreichen. Davon machte ich an diesem Wochenende reichlich Gebrauch. Heute liegen die großen Containerterminals weit hinter der besagten Schleuse. Landgang ist, wenn überhaupt, nur mit einem Fahrzeug möglich.
Sonntag Abend brachte der Sogemar-Agent mein Bahnticket zurück nach Rostock an Bord. Das Taxi war für Montag früh 5 Uhr bestellt. Der Kapitän händigte mir meinen Dienstreiseauftrag aus und gab mir noch Post für die Reederei mit.

Die Rückreise verlief völlig unproblematisch. Am 22.03.1982 Montag abends klingelte ich an unserer Wohnungstür . Meine Frau fiel aus allen Wolken. Nächsten Tag meldete ich mich bei der Reederei zurück und übergab die mitgebrachte Dienstpost. Auftrag nach vier Tagen ohne besondere Vorkommnisse, ohne Westkontakt und ohne Fluchtversuch erfolgreich ausgeführt.

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Bauaufsicht in Holland

Reinhard Lachs hatte bereits vor einiger Zeit seine Bahnabenteuer unter FLÄMING aus Holland
in den Absätzen 6 bis 9 beschrieben.

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Bahnabenteuer

Bitte teilt eure Erlebnisse auf Bahnfahrten von und zu DSR-Einsätzen mit unseren Lesern: webmaster@seeleute-rostock.de!

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Weitere Fotos

 hierher
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Fahrkarten

Dank eines romantischen Lebensabschnitts blieben die kleinen "Fahrscheinpappen" erhalten. - ABa

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Seehafen und Hafenbahn
Das ist natürlich eine untrennbare Einheit für einen effektiven Güterumschlag von See nach Land und umgekehrt. Im Buch "Unser Hafen - Rostocks Tor zur Welt - 1960 bis 1991 !Edition Rostock 800!" von einem Autorenkollektiv, erschienen 2018 im Verlag Redieck & Schade Rostock (siehe dazu unter Maritime Literatur), erzählen 30 Hafenleute offenbarend neben ihren Tätigkeiten im Hafen auch von Erlebnissen mit der Bahn. So ist zu lesen, dass sich in der S-Bahn von Rostock-Hbf. zum Seehafen sehr frühmorgens "eingefleischte" Skat-Runden zusammensetzten, in die "Neue" kaum Zugang finden konnten. Auch wird einige Male von Zugfahrten mit der "Funktionärsschleuder" (tägliche Zugverbindung namens "Stoltera") von Rostock nach Berlin erzählt, um dort einberufene Maßnahmesitzungen wahrzunehmen. Spätestens auf der Höhe von Güstrow wurden die Frühstücksbrote hervorgeholt und verzehrt. Im Januar 1979 blieb eine Rückfahrt von Berlin nach Rostock im tiefen Schnee stecken, und man stiebelte zu Fuß nach Hause.
Die in dem Buch genannten beachtlichen Zahlen zur Hafenbahn haben wir auf unserer Seehafen Rostock endlich übernommen - anstelle des bisher nichtssagenden Eintrags "Gleisanschluss - vorhanden".
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Dies ist ein Digitalisat aus dem oben genannten Buch, aber auch wir Seeleute können uns gut daran erinnern, war die S-Bahn von Rostock-Hbf. zum Überseehafen raus (ca. 25 km) bzw. umgekehrt die preisgünstigste Möglichkeit an bzw. von Bord zu gehen. Vollmatrosenlehrlinge waren in den 1970er Jahren im Berufsverkehr "eingetaktet", um in den Werkstätten der DSR im ÜSH die berufspraktischen Ausbildungsanteile zu absolvieren.
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"Sonderfahrt" 2010

Im Sommer 2010 machte sich auf der Fahrt zur Unterschriftensammlung in Warnemünde zum Standort des "Tradi" dok.gif der Krümmer gerade. Das bereits ältere Auto musste in Rostock-Lütten Klein in der Werkstatt zwecks Ersatzteilbeschaffung verbleiben. Am darauffolgenden Wochenende wurde für die Rückholung des reparierten Autos die Bahn in Anspruch genommen - modern, klimatisiert, pünktlich! Die angenehme Fahrt wurde zum Musikhören und zum Lesen der BG IX genutzt. - ABa

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Hamburg-Rostock 2010 mit der Bahn - ABa
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Weiterführende Links:

de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsbahn_(1945–1993) fremdlink.gif - über die DR im Online-Lexikon


Besten Dank an all unsere Bahnfahrer!


Fotos:  oben jeweils angegeben
Fotoshow:  Mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Bearbeiter:  Andreas ABa Basedow, Hamburg

"Seeleute & Bahn": Seeleute Rostock e.V., 10. Aug. 2020

   

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  24.11.2020  
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