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Passagierschiff 1960

MS "Völkerfreundschaft"

ex "Stockholm" (IV)

Reeder & Manager: DSR Rostock | Heimathafen: Rostock

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Heimkehrend von einer ihrer zahlreichen Schwarzmeerfahrten passiert das einstige DSR-Urlauberschiff
die Meerenge von Gibraltar. Ein Kapitänsbild von Olaf Rahardt, Gouache, 50 x 60 cm
Sammlung: Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven, www.dsm.museum fremdlink.gif
Repro: Marinemaler Olaf Rahardt, Rudolstadt in Thüringen
www.marinemaler-olaf-rahardt.de fremdlink.gif

Herzlichen Dank an Olaf Rahardt für sein Bild auf unserer Webseite!
Während der Indienststellung des MS "Steckenpferd" (vgl. Frachter, mittel - Ankaufschiffe, 5.1.1959) kam bei Bezirks- und Staatsoberen der Gedanke auf, dass es für die DDR nützlich wäre, auch Passagierschiffe zu betreiben, um der Bevölkerung im Rahmen der Gewerkschaften günstige Seereisen bieten zu können. Kurz darauf erhielt die Schiffsankaufkommission den Auftrag, ein Passagierschiff zu beschaffen. Aus einer Reihe von Angeboten kristallisierte sich dann die durch die Kollision mit der "Andrea Doria" 1956 vor der nordamerikanischen Küste auch in der DDR bekannte "Stockholm" heraus. Nach einigem Hin und Her, was der damaligen Zeit mit ihren politischen Problemen im Handel zwischen Ost und West geschuldet war, wurde man sich doch noch mit der SAL (Swedish America Line) einig, und das Schiff ging am 3.1.1960 für 20 Mio Schwedische Kronen plus 1 Mio für das gesamte Inventar an die DDR. (4)
Das Schiff diente also der Beförderung von Passagieren im Feriendienst des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und des DDR- Reisebüros im Bereich der Nord- und Ostsee, zum Schwarzen Meer sowie nach der Karibischen See (Kuba). Außerdem bestand die Möglichkeit, Stückgut sowie Kühlladung im Rahmen der Tragfähigkeit im Bereich der großen Fahrt zu befördern. (1) / Foto re. (Ausschnitt): Warnemünde (Historische Motive bis 1966 auf DEFA-Dias), 1966 VEB DEFA-Kopierwerke Berlin
Zunächst führte das Schiff das FDGB-Logo am Schornstein und wurde durch die DSR bereedert. Doch am 19.11.1963 wurde es komplett dem VEB Deutsche Seereederei Rostock (DSR) übergeben, und deren Farben wurden am Schornstein angebracht. (2)
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Seitenriss: Schiffstypenkatalog DSR Rostock, 1965 | Sammlung: R. Schneider, Halberstadt | Repro: (w)
Interessant: Im "Schiffstypen-Katalog, Ausgabe 1962" der DSR Rostock ist der zwar ins Deutsche übersetzte, mit DSR-Schornstein versehene, aber noch originale Generalplan des wie 1948 gebauten Schiffes abgebildet. Die späteren Schiffstypenkataloge zeigen dann den obigen, dem schon vor DSR-Zeit zweimal erweiterteten Schiff angepassten Generalplan, dies jedoch mit der nicht mehr zutreffenden FDGB-Schornsteinmarke.
Technische Daten:  
Registriernummer IMO 5383304
Schiffstyp Passagierschiff mit Befrachtungsmöglichkeit
Bauwerft A.B. Götaverken, Göteborg, Schweden
Baunummer 611
Baujahr 1948
Indienststellung DSR 03.01.1960
Rufzeichen DSR -1980 / + DAYP / 5YDD
Klasse (1979) dsrk-zeichen.gif   KM Ice 4 [1] passenger liner
Passagiere / Besatzung 550 / 220 Personen
Länge über alles 160,07 m
Länge zwischen den Loten 144,78 m
Breite auf Mittelspant   21,03 m
Seitenhöhe bis Hauptdeck     9,30 m ("Freiborddeck")
Seitenhöhe bis Oberdeck   11,47 m
Tiefgang beladen     7,55 m
Dienstgeschwindigkeit   19 kn
Fahrtbereich 12.240 sm
Verdrängung 13.351 t
Gewicht, leer & betriebsklar   8.576 t
Tragfähigkeit   4.775 tdw
Ladefähigkeit   2.537 t
Vermessung 12.442 BRT | 6.555 NRT
Hauptmaschine Zwei einfachwirkende, direkt umsteuerbare 8-Zylinder-2-Takt-Dieselmotoren mit Aufladung
Motorentyp / Hersteller DM 760/1300 VG-8 / Götawerken
Leistung 2x 5.515 kW (2x 6.000 PS)
Drehzahl 110 U/min
Kraftübertragung Über Schraubenwellen direkt an die Propeller
Propeller Zwei vierflügelige Festpropeller aus Bronze
D = 4,84 m; P = 6,325 m; G = ... kg
Ruderanlage Ein Balanceruder mit 17,4 m² Ruderfläche und elektrohydraulischer Rudermaschine
Stromerzeugung 3x Götawerken G 6; 360 PS/240 kW
2x Götawerken G 3; 180 PS/120 kW
1x "Notdiesel" Götawerken L 4; 60 PS/ 40 kW
Bordnetz 220 V Gleichstrom
380 V Drehstrom, erzeugt mit Fimag
Dampferzeugung Ein Abgas- und zwei Hilfskessel
Seewasserentsalzung durchschnittlich 25 - 50 t/d
Stabilisatoren Typ Denny-Brown je 1 an Stb. und Bb. ab 1955
Laderäume/-luken I, II, IV-VI / I, II, IV-VI (= 5 / 5)
Ladeluke III wurde bereits 1955/56 mit dem Kinosaal überbaut und der Laderaum III in jeweiliger Deckslage anderer Raumnutzung zugeführt.
Lukenabdeckungen Klappdeckel (Stahl), Luken IV und V decksbündig mit Holz belegt, in Luke VI war der Seewasserpool eingesetzt
Laderaumkapazität 3.020 m³ (mit Kühlraum)
Umschlageinrichtungen 10x 5-t-Ladebäume
10x 5-t-Ladewinden elektrisch
Außerdienststellung DSR 05.07.1985
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MS "Völkerfreundschaft" vor Warnemünde
Foto-Schäfer, Warnemünde | Archiv: SSM, Rostock fremdlink.gif | Sammlung: Unsere DSR-Seefahrt fremdlink.gif | Repro: (w)
Das Doppelschrauben-Fahrgastschiff war ein Motorschiff mit mittschiffs liegender Maschine und einem Schornstein, mit langem Mittschiffsaufbau auf vom Bug bis fast zum Heck durchreichendem Oberdeck mit integrierter Poop. Das Schiff besaß ursprünglich 6 Laderäume mit 6 Luken. Laderaum III wurde 1955/56 in Lasten (Geschirr, Gläser, Wäsche), Clubraum, E-Werkstatt, Luftgewehr-Schießstand usw. umgebaut. Die Lukendeckel der Luken I und II auf dem Vorschiff waren Klappluken aus Stahl. Um deren Rand verlief ein Süll. Die Lukendeckel der achteren Luken IV und V waren in das Deck eingelassen und mit Holz belegt, da sie im Passagierbereich lagen. Auch sie konnten hochgeklappt werden. Das Seewasserschwimmbad war gleichzeitig Deckel der darunter liegenden Luke VI und konnte u.U. von einem Kran herausgehoben werden. Die Räume darunter wurden als Kofferraum, Partyraum, Probenraum usw. genutzt.
Die Unterteilung des Schiffskörpers erfolgte durch 9 Querschotten in 10 Abteilungen: Vorpiek, Laderäume I und II, ehemaliger Laderaum III, Hilfsmaschinenraum, Hauptmaschinenraum, Laderäume IV bis VI, Achterpiek. Der Stahlschiffskörper war nach dem Querspantensystem teils genietet, teils geschweißt ausgeführt. Die Aufbauten bestanden aus Stahlspanten und -unterzügen mit Beplattung aus Leichtmetall.
Für die Besatzung waren diverse Ein- und Zwei-Mann-Kammern zur Unterbringung sowie entsprechende Gemeinschaftsräume vorhanden. Die Passagiere fanden Unterkunft in Ein- bis Vier-Mann-Kabinen, die alle irgendwie als Außenkabinen ausgeführt waren. Den Passagieren standen auf den Seereisen folgende Einrichtungen zur Verfügung:
  • ausgedehnte Promenadenflächen
  • 1 Seewasserschwimmbad an Deck (Luke VI)
  • 1 Veranda mit Tischtennisfläche auf dem Brückendeck
  • 1 Kinosaal für 180 Personen
  • 1 Veranda-Clubraum
  • 1 Veranda-Bar
  • 1 Bb.-Veranda
  • 1 Stb.-Veranda
  • 1 Vestibül
  • 1 großes Verandakaffee mit Tanzfläche
  • 1 Rauchsalon mit Bar
  • 1 Musikzimmer
  • 1 Speisesaal für 300 Personen
  • 1 Lese- und Schreibzimmer
  • 1 kleines Hallenschwimmbad mit Sauna und Massageraum (Vorschiff, C-Deck, mitschiffs)
  • 1 Herren- und 1 Damenfrisiersalon
  • 1 Verkaufskiosk
  • 1 Bügelstube
  • 1 Behandlungszimmer
  • 1 moderner Operationssaal
  • 1 Isolierkammer
  • 1 geräumiges Hospital mit 6 Betten
  • 1 Röntgenlabor

Zu Beheizungs-, Ventilations- sowie Klimatisierungssystemen sind keine Angaben überliefert. Der Brandbekämpfung dienten die damals üblichen Standardanlagen (Wasser, Dampf, Schaum, CO2). An Rettungsmitteln waren 7x 80-Personen- und 1x 74-Personen-Handpropeller-Rettungsboote, 1 Motorrettungsboot mit Funkgerät für 36 Personen, 3 Motorrettungsboote für je 50 Personen sowie 17 Rettungsflöße für je 12 Personen vorhanden.

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MS "Völkerfreundschaft" im Gegenlicht am Passagierkai Warnemünde
Am 16.05.1974 während des Auslaufens mit MS "Georg Büchner" gesehen.
Foto, Sammlung, Repro: (w)
Besonderheiten:
  • Die "Völkerfreundschaft" wurde nicht mit Mitteln aus der "Steckenpferd-Bewegung" bezahlt:
    ... Festzustellen ist jedenfalls, dass die Valutaeinnahmen aus der Steckenpferd-Bewegung in verschiedenen Währungen anfielen, aber nur zu einem sehr kleinen Teil in frei konvertierbaren Devisen, die wiederum allein für den Ankauf von Schiffen verwendet werden konnten. Das konnte und mochte damals aber niemand den Teilnehmern der Steckenpferd-Bewegung erklären, ohne politisch unglaubwürdig zu werden. Tatsache ist jedenfalls, dass der Ankauf der STOCKHOLM damals aus Mitteln des normalen Außenhandels der DDR bezahlt wurde wie auch der größte Teil der im Rahmen des Alttonnage-Ankaufplanes von gebrauchten Schiffen. Bei der ersten Reise der VÖLKERFREUNDSCHAFT waren jedoch unter den 550 Passagieren eine Reihe von Mitarbeitern verschiedener Betriebe, die sich um die Steckenpferd-Bewegung verdient gemacht hatten. Das gab der Abt. Agitation und Propaganda des Gewerkschaftsbundes in Berlin den Anlass, in der Öffentlichkeitsarbeit überall zu verkünden, dass die VÖLKERFREUNDSCHAFT aus Mitteln der Steckenpferd-Bewegung gekauft werden konnte. Dies entsprach nicht den Tatsachen, was wiederum den Leuten in der Abt. Agitation und Propaganda nicht bekannt war. Jahrzehntelang zog sich diese Legende durch alle einschlägigen Veröffentlichungen. Es ist höchste Zeit, damit aufzuhören. Zitat aus (4), dazu s.a. (5).
  • Die DSR-Seeleute nannten das "FDGB-Urlauberschiff" gerne auch kurz "V1". Abgesehen vom DS "Vorwärts" (vgl. Dampfer1), welches schon lange außer Betrieb war, war die "Völkerfreundschaft" das erste Schiff der jungen DSR-Flotte in Fahrt, dessen Name mit V begann ...
  • Als erstes Schiff lag die "Völkerfreundschaft" nach einer vorsichtigen Revierfahrt am 15. Januar 1960 im noch im Bau befindlichen Überseehafen Rostock (vgl. Seehafen Rostock).
  • Am 24.02.1960 Beginn der ersten Reise unter DDR-Flagge.
  • Im Sommer 1962 diente sie zu den VIII. Weltfestspielen der Schüler und Studenten in Helsinki als Quartierschiff für die DDR-Delegation.
  • Oktober 1962, Reise nach Kuba, plötzlich im Brennpunkt eines Weltereignisses - der "Kuba-Krise".
  • Die FDGB-Urlaubsreisen mit der "Völkerfreundschaft" wurden von DDR-Bürgern mitunter für "Republikfluchten" ausgenutzt.
  • Auf der "Völkerfreundschaft" wurde neues Leben geboren, geheiratet, und es passierten aber auch Seebestattungen.
  • Februar 1965. "Völkerfreundschaft" als DDR-Staatsyacht nach Ägypten unterwegs.
  • Ab 1967 fuhr das Schiff zeitweise in Charter der Stena-Lines, Göteborg, auf Routen nach Westindien, um zum internationalen Ansehen der DDR und mit Valuta-Einnahmen zum Betriebsergebnis der DSR sowie seinem eigenen Unterhalt beizutragen.
  • 22.-24.09.1967. Maßgebliche Beteiligung der "Völkerfreundschaft" an der Suchaktion nach den mit MS "Fiete Schulze" verunglückten Seeleuten (vgl. MS "Fiete Schulze" 1967).
  • Am 11.07.1974 steuerte die "Völkerfreundschaft" zum 100. Mal Leningrad an.
  • Im Frühjahr 1979 war die "Völkerfreundschaft" Drehort für die Außenaufnahmen des DEFA-Films "Die Rache des Kapitäns Mitchell".
  • Im Vorfeld der umfangreichen Überholungs- und Reparaturarbeiten in der MTW Wismar von November 1979 bis Dezember 1980 kam es aufgrund starker Mängel der Maschinenanlage und erheblicher Schäden hinter den Kammerverkleidungen zu ersten Überlegungen einer Außerdienststellung.
  • Nach der Rückkehr am 24.01.1985 aus Westindien wurde das Schiff zum Verkauf angeboten.

Gemeinsamer Flaggenwechsel

  • am 01.01.1974 an den VEB Deutfracht/Seereederei Rostock

Havarien/Störfälle (als "Völkerfreundschaft"):

  • 13.08.1960, Stockholm, Auslaufen, Grundberührung aufgrund Lotsenversagens. Eingerissener Hecksteven im Unterwasserbereich und verbogenes Ruderblatt. Gründliche und kostspielige Reparatur in Kopenhagen bei B&W vom 22.08. bis 28.10.1960.
  • 08.11.1965, auf Heimreise im Großen Belt bei Nebel nach Aufstoppen doch noch Kollision mit dem mitlaufenden MS "Burgundia", welches am Heck erhebliche Beschädigungen erlitt.
  • Verlängerte Rückreise 2/67 mit nur dem Bb.-Motor, da in Havanna bei einer Kontrolle am Stb.-Motor ein Schaden im Bereich der Kurbelwelle festgestellt wurde.
  • 14.04.1968, Höhe Feuerschiff "Fehmarnbelt", der U-Boot-Jäger "Najade" der Bundesmarine kollidierte mit der "Völkerfreundschaft" beim Versuch, einen "Flüchtling" aufzunehmen.
  • 21.01.1983, wieder beim Feuerschiff "Fehmarnbelt" kollidierte U-26 der Bundesmarine aufgrund mangelhaften Ausgucks mit der "Völkerfreundschaft".

Und noch etwas Statistik (DSR):

Dienstjahre 25
Reisen 431
(davon DDR FDGB 249, Reisebüro 40, Sonderreisen 51; Reisebüros Osten 14; Reisebüros Westen 78)
Gesamtstrecke 1.465.135 Seemeilen
Erdumrundungen ~ 68
Angelaufene Häfen 117
Angelaufene Länder 51
Beförderte Passagiere 217.797
aus DDR, Schweden, Polen, Dänemark, Finnland, Norwegen, Island, England, BRD, UdSSR, Ungarn, CSSR, Bulgarien
Einsatztage 6.071
Werfttage 1.491
Werftanteil 24,6 %
Nach Angaben in (4)
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Weitere Fotos:
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Abbildungen/Fotos/Sammlung (5): DSR-Archiv, Rostock

Mehr Fotos im Fotorahmen nach rechts [>].
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Fotos (2)/Sammlung: Arne Sognnes, Bergen/Norwegen | Mit freundlicher Genehmigung 02/2015
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Zum Verbleib der "Völkerfreundschaft":

Die Odyssee geht weiter

Ex-VÖLKERFREUNDSCHAFT in der Montego Bay

Die Odyssee der früheren VÖLKERFREUNDSCHAFT setzte sich in den letzten Jahren fort. Am 5. Juli 1985 wurde sie am Warnemünder Passagierkai außer Dienst gestellt. Danach musste der Schwedenbau Tiefpunkte überwinden. Zuerst wurde sie als VOLKER nach Oslo gebracht. 1)  Von dort ging es nach Southampton, wo sie ein Jahr auflag. Dann wurde sie nach Oslo geschleppt. Dort übernahm sie als FRIDJOF NANSEN den Einsatz als Asylantenheim.

1989 war Licht am Ende eines dunkeln Tunnels zu sehen. Sie wurde von den Italienern erworben, denen sie 1956 eines ihrer Schiffe, die "Andrea Doria", versenkt hatte. Im Mai brachten die neuen Eigner das Schiff nach Genua, wo es wieder einmal auflag und dann in der Werft "entkernt" wurde. Übrig blieben nur Platten von der Außenhaut der VÖLKERFREUNDSCHAFT. Der Rest des Schiffes wurde erneuert. 2)  Der Sinn des Unterfangens erschließt sich nur schwer dem Außenstehenden. Die Subventionspolitik der italienischen Regierung ermöglichte es jedoch den Reedern des Landes, Schrotthaufen wieder in Schiffe verwandeln zu lassen. Den Schiffbauern, die das Projekt bearbeitet hatten, waren aber Fehler unterlaufen. Fast wäre das Unternehmen schon im Dock schiefgegangen. Der schlanke Schiffskörper entwickelte nicht den erforderlichen Auftrieb für die erheblich größeren und damit auch schwereren Aufbauten. Deshalb, und wohl auch auf Grund neuer Sicherheitsvorschriften musste der inzwischen bei Passagierschiffen immer häufiger zu beobachtende "Entenschwanz" angebracht werden.

Keine Passagiere für das Schiff

Die neuen Eigner und der deutsche Charterer hofften, mit dem "qualitativ hochwertigen Vier-Sterne-Schiff" Erfolg zu haben. 540 Passagiere fanden auf dem unter dem Namen ITALIA PRIMA von Kuba aus eingesetzten Schiff Platz. Das Konzept ging nicht auf, die ITALIA PRIMA hatte keinen Erfolg. Neckermann Seereisen gab auf. Von Januar bis Herbst 1998 wurde das Schiff beschäftigungslos. Dann versuchte es Air-Maritime Seereisen aus München mit dem Veteranen. Dem Unternehmen gelang es ebenfalls nicht, Passagiere für das Schiff zu finden. Ab 1999 nahmen die Italiener den Kreuzfahrer in ihre eigene Regie und probierten es mit dem Klubkonzept. Aus der ITALIA PRIMA wurde die VALTUR PRIMA, die von Havanna aus auf Reisen ging. Auch die VALTUR PRIMA enttäuschte ihre Besitzer. Ende 2002 beendete Valtur sein kubanisches Abenteuer. Das Schiff wurde wieder aufgelegt. Im April 2002 erschien dann die Festival Crociere Gruppe auf der Bildfläche. Im Juli 2002 ermöglichte dieses Unternehmen dem früheren Rostocker Schiff als CARIBE neu zu beginnen. Festival wollte sich mit dem Schiff als einzige europäische Kreuzfahrt-Linie etablieren, die über das ganze Jahr in der Karibik präsent ist. Als Gegenleistung für einen Kredit italienischer Banken wurde das Schiff für drei Jahre von Festival gechartert. Das Unternehmen wird sich anstrengen müssen, damit das Schiff Erfolg hat. Für die neue Aufgabe wurde das Schiff ein wenig "verschönert". Allerdings meldete Lloyds Shipping Index im Dezember 2002, dass CARIBE immer noch in der Montego Bay auf Jamaica lag.

NNN-Online 11.06.2003

1) Richtigstellung: MS "Völkerfreundschaft" wurde nicht am Warnemünder Passgierkai außer Dienst gestellt, sondern fuhr unter diesem Namen Anfang Juli 1985 in den Oslo-Fjord (Holmenstrand), wo sie im Fjord neben einem aufgelegten Tanker festmachte und dort außer Dienst gestellt wurde. Ralf B., Mainaschaff, gehörte mit zur letzten Besatzung.
2) Dieser massive Umbau des bereits 1948 als STOCKHOLM in Fahrt genommenen Schiffes erfolgte ab 1992.

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Classic International Cruises

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MV ATHENA - unsere ex ''V1'' wieder in Rostock!
Foto: Gerhard Franz, Rostock | Sammlung: Unsere DSR-Seefahrt fremdlink.gif | Repro: (w)

Von 2005 bis 2012 war das Schiff als MV ATHENA, genannt "die schöne Italienerin", für die CIC (Classic International Cruises) im gesegneten Einsatz. Unglücklicherweise verstarb Ende 2012 George Potamianos, der großartige Eigner der CIC, dem die Banken absolut vertrauten, dessen Familie seit 1850 mit der Epirotiki Line im Geschäft war, eines der langlebigen und beliebtesten Schifffahrts- und Kreuzfahrt-Unternehmen, welches dann durch die Carnival bedauerlicherweise zerschlagen wurde. Die Carnival hat leider so viel Schaden in einer großen Industrie angerichtet! Nun haben die Banken Probleme mit seinen Söhnen, und prompt hat fast jedes CIC-Schiff Probleme in der einen oder anderen Art der Arretierung. MV ATHENA lag Ende 2012 / Anfang 2013 in Marseille fest. Nach Reuben Goossens an (w)
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Fotos (2): 2010 Hartmut Jeske, Lambrechtshagen | Mit freundlicher Genehmigung 11/2016
MV ATHENA wurde im Mai 2013 von der neu gegründeten Reederei Portuscale Cruises mit Sitz in Lissabon, Portugal, gekauft. Das Schiff wird wieder für Kreuzfahrten eingesetzt.
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Reuben Goossens, maritimer Historiker in Australien, verfolgt aktiv den Verbleib auch dieses Schiffs.

Die ganze Geschichte des Schiffs (en): Bilder und Deckspläne (en): MV ATHENA (en, mit vielen Fotos):
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Portuscale Cruises

MS AZORES - unsere ex "V1" lief ab 2013 für den Berliner Kreuzfahrtveranstalter Ambiente.
Quelle: THB - Täglicher Hafenbericht, 04.10.2013

MS "Azores" 2014 auf Polarlichtfang:
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Berichter/Foto: Peer Schmidt-Walther | Artikel: Ostsee-Zeitung, 14.04.2014

Juni 2014: Ambiente gibt auf und sagt alle Reisen ab. Wie wird es mit dem Schiff weitergehen?

Juli 2014: CMV, Cruise & Maritime Voyages, übernimmt die "Azores" für ihren Kernmarkt England. Dort wird sie die "Discovery" ablösen. Die wiederum dann wohin geht? Wohl zum Abbruch ... CMV bereedert zur Zeit auch die "Marco Polo" (ex "Aleksandr Pushkin", MTW) und die "Astor" (2).

Bilder der AZORES und zuvor ATHENA

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Fotos: Arne Lütkenhorst, Kiel / Mit freundlicher Genehmigung / 8.2.2017

Februar 2015: Die "Azores" läuft für die CMV, und die "Discovery" wird in Alang abgebrochen.

Frühjahr 2016: Unter dem neuen Namen "Astoria" wurden Kreuzfahrten in Nord- und Westeuropa angeboten. Im Mai 2016 wird das Schiff über die Sommermonate an Rivages du Monde verchartert.

Der Rumpf des Schiffes mit der Hull-No. 611 und der zeitgemäßen Registriernr. IMO 5383304 hält den Status des am längsten im Dienst befindlichen Transatlantik-Schiffs der Welt. Wikipedia
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Quellen: (1) DSR-Schiffstypenkataloge, DSR, Rostock, 1962, 1965, 1979
(2) "DSR - Deutsche Seereederei Rostock", Götz/Wenzel, Koehler Hamburg, 2004
(3) "Deutsche Reedereien - B. 23 - DSR", Verlag G. U. Detlefsen, Bad Segeberg, 2004
(4) "Vom Urlauberschiff zum Luxusliner", Gerd Peters, Koehler Hamburg, 2005
(5) Die neue "Voll Voraus", Seeleute Rostock e.V., Ausgabe 12/2007, S. 4/5
Weitere oben angegeben
Grafiken: Oben bzw. bei den jeweiligen Abbildungen angegeben
Fotos: Oben bzw. bei den jeweiligen Fotos angegeben
Fotoshow mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Webseite: Aus ex "Die Odyssee geht weiter" (2003) - (w) ABa, Hamburg
Sichtung: Kpt. Gerd Peters, Rostock, 28.07.2013
Großen Dank an alle Beteiligten für die freundliche Unterstützung!
Wir nehmen eure Begebenheiten und Fotos immer gerne entgegen!
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MS "Völkerfreundschaft": Seeleute Rostock e.V., 2011 ff.

   

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  08.02.2017  
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