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Paul Rohr, Berlin

Aktion Sombrero

Erlebnisse von einer Reise mit MS "Völkerfreundschaft" inklusive karibischer Republikflucht

Im Originaltext vom 4. Dezember 2012
von Päule selbst - auf 34 (!) A4-Seiten


A k t i o n

S O M B R E R O

...oder

- un sowat möt mi passiern -

...up mien letzt R e i s !

...sagte Kapitän Fritz Leutholdt




Es war auf einer Ostseereise für STENA-LINE, auf der Kapitän Leutholdt zum ersten mal auf unserem Schiff als "Vertreter - Kapitän" fuhr - und ...auf dieser Reise .lernten ...wir Zwei... uns auch gleich , bei einem gemeinsamen Erlebnis ...r i c h t i g ...kennen !

Von da an, kamen W I R sehr gut miteinander klar -
aus dem KAPITÄN war inzwischen FRITZ
und aus dem Kulturoffizier ...PÄULE geworden - was nichts an unserem Verhältnis zueinander im Dienst änderte... !


Und nun - im Sommer 1970 hatte Kapitän Leutholdt an die Direktion der Reederei die Bitte gerichtet: E R möchte EINMAL nach CUBA fahren dürfen als Kapitän !

Danach würde er aus der D S R ausscheiden und in seiner Heimatstadt STRALSUND weiter Dienst tun wollen . . .

Als Schiffsjunge im April 1 9 2 9 begann sein Leben als SEEMANN und endete als KAPITÄN im Juli 1 9 7 8 in Stralsund.


Und nun fuhren wir gemeinsam .gen C U B A . .

im November 1 9 7 0


MS "Völkerfreundschaft" auf einem Bildnis von Marinemaler Mario Hennings, Greifswald
Mit freundlicher Genehmigung | Foto: Paul Rohr, Berlin

BALD hatte man das Gefühl - PETRUS oder NEPTUN - oder sogar beide . waren ihm - dem Kapitän nicht wohl gesonnen...

kaum hatten wir den KANAL verlassen, hieß es bei Ushant :
W I N D von VORN und so mussten wir, die Nase - d.h. den BUG mächtig in den Atlantik tauchen.

Damit nicht genug, wir erreichen die Inselgruppe der AZOREN
bei der Insel FLORES am frühen Nachmittag ...bei starkem Wind -
der hielt an bis zur Insel SANTA CRUZ . . .
Was schon sehr ungewöhnlich ist . .
. und so musste der Kapitän gegen 2 1.3 0 Uhr sogar die STABI's ausfahren- d.h. die STABILISATOREN - das sind zwei "Unterwasserflügel" . . . welche durch ihre GEGENBEWEGUNG... das SEITLICHE Schlingern "erheblich" vermindern.

So fuhren wir nun schon D R E I Tage - "G E G E N AN ". .
u n d KEINE Aussicht auf ein anderes Wetter -
und das - im sogenannten Schutz der AZOREN !

Am nächsten Tag, im offenen ATLANTIK
...schreibt der Kapitän in sein "persönliches" Tagebuch: WIND . . S e h r stark ! GROSSE DÜNUNG ! das bedeutete - er legte fest: gegen Mittag WENIGER FAHRT !


Am nächsten Tag - es ist der SIEBENTE REISETAG - sein Tagebuch :
WIND von NNW - WSW und dazu ...m e h r WIND !

Im Klartext : wir fuhren nun bereits über SECHS Tage ...GEGEN AN !


Kann sich der " normale " Mensch ...an Land ... vorstellen, was das für einen URLAUBER bedeutet ?

Eine Woche . . . N u r SCHAUKELEI ? !

Wo man sich darauf gefreut hat. e n d l i c h auszuspannen -
sich zu erholen und an Deck im Liegestuhl in der Sonne liegen zu können.

Und ...das ESSEN ? !.
.. Man sagt : RAUF schmeckt es nie so gut ...wie Runter . . .
Ist das auch den Menschen an Land klar ?!
So gab es o f t bei den Mahlzeiten v i e l Platz im Speisesaal !


Und - wir fuhren nun bereits Achtundfünfzig Stunden
mit dem Kommando:
WENIGER FAHRT !


Auch, wer an Land ist - und wer diesen Bericht liest -
dem ist sicher klar und verständlich,
..die STIMMUNG unserer Urlauber war schlecht !

Übelkeit bei VIELEN . . .VIELEN. MIESE STIMMUNG bei FAST ALLEN . . . -


. . . U N D da - da finden sich dann IMMER irgendwelche Leut
die ALLES ,
aber auch restlos ALLES . . . immer B E S S E R wissen . .
- als selbst - der KAPITÄN -
und das

OBWOHL ... diese L E U T E noch NIE eine Schiffsreise gemacht haben
und "natürlich" keine Ahnung und Vorstellung . . .
von der Führung eines Passagierschiffes haben.. aber TRINKFEST !!! sind .

Und so hatte sich da eine GRUPPE zusammen gefunden
die. . .sagen wir mal "vornehm" . . . -STÄNKERTEN . . .gegen wen ?-


Natürlich ...gegen den KAPITÄN und seine ganze CREW . . .

-In ihren sogenannten "Diskussionen," die diese LEUT führten, -
lauthals... auf den Decks ... in der BAR. und überall . . .

Forderten sie vom Kapitän:

Wir VERLANGEN das die verlorene Zeit auf See - die sich ja auf die gesamte Reisezeit auswirken wird . . . Um EINEN TAG auf CUBA verlängert wird !!!

S O N S T ... - ! ? ! ? !

Anführer der Gruppe war ein Urlauber der in Berlin ein "privates" TAXI-Unternehmen führte ...
Und jetzt... auf einer GEWERKSCHAFTSREISE den " Grossen Mund" hatte ...
und in der Nachtbar ...als "feiner Maxe" nur so mit Geld um sich schmiss. . -!


Kapitän Leutholdt hatte natürlich sowohl von uns ..seinen leitenden Offizieren - wie vom Hauptreiseleiter von ...dieser GRUPPE erfahren. In einer gemeinsamen Beratung wurde festgelegt:

ALLE PASSAGIERE in den Speisesaal zu einer Information .. .. ..


...und s o - kamen sie wie sie an Deck lagen,
leicht bekleidet... unsere Urlauber !
Essengruppe I ...um 9.30h - Essengruppe II um 10.00h

Der Kapitän betrat "pünktlich" - was sowieso seine Stärke war - den Speisesaal.

Anwesend waren - der Hauptreiseleiter mit seinen Reisegruppenleitern -sowie der Kulturoffizier und der Chefsteward mit seinen drei Oberstewards.

Nie werde ich diese "eigenartige und spannungsgeladene Situation vergessen:
da steht ein Kapitän- in kompletter blauer Uniform mit Schlips und Kragen... -
u n d vor ihm stehen - sitzen - ..."minibekleidete Urlauber,und hören gespannt zu
.
Der Kapitän : Meine Damen und Herren!
Ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, das ich, als KAPITÄN - das Recht habe
. . . ALLE GESETZE der D D R v o l l in Anwendung zu bringen.
Ich danke Ihnen !

Erstaunen allerseits. . . Und betretenes Schweigen!

Der Kapitän geht !

Erst am späten Abend, dieses so "außerwöhnlichen " Tages konnten ab
2 2.00 Uhr BEIDE Maschinen wieder voll eingesetzt werden !



Am nächsten Morgen - 24.11. WIND : 5 - 6 ...immer noch oder blos - doch -dazu was NEUES . . .
was wir auf bisherigen CUBA Reise bisher noch nicht hatten.. .. ..
PETRUS zeigt uns . . . A L L E S was er hat - bzw. KANN ...
GEWITTER u n d REGEN . . .




VIER TAGE haben wir noch bis CUBA . . .

Und so beraten wir gemeinsam - REISELEITUNG und SCHIFFSLEITUNG - wie soll es weiter gehen... Hier an Bord und dann auch - an LAND !
Mit EINEM TAG w e n i g e r Aufenthalt.

BESCHLUSS : Kulturoffizier Paul Rohr erarbeitet einen VORSCHLAG für ein "verändertes Landprogramm"
wir sind in einer außergewöhnlichen Situation . weder der Kapitän noch die Reiseleitung der Gewerkschaft kennen das Land und auch nicht die entsprechenden Bedingungen für ein Landprogramm -
per Funk geht diese Konzeption nach HAVANNA-
Inhalt : trotz einem Tag WENIGER Aufenthalt enthält unser Vorschlag : ALLES was vorgesehen ist im Landprogramm -wird durchgeführt
-in veränderter Form.. d.h. Organisatorisch ist das aus unserer Sicht möglich.

.mit der Bitte um SOFORTIGE Bestätigung .






Wir haben bisher ...durch das schlechte Wetter EINEN REISETAG verloren . . .
Können jedoch DIESEN TAG leider NICHT auf Cuba länger bleiben .
WEIL - unser Schiff planmäßig am 16. Dezember in Rostock vorliegen muss, damit die danach folgenden Reisen nicht gefährdet werden !

DESHALB unser VERÄNDERTE VORSCHLAG nach Havanna .


Am späten Abend, Anruf vom Kapitän :
PÄULE ! Dein Vorschlag ist von der cubanischen Seite angenommen - U N D bestätigt worden. . . !



Z W E I TAGE haben wir noch bis wir CUBA erreichen 26.11.1970

Tagebuch des Kapitän: 09.30h u. 10.00h
ERKLÄRUNG zur Diskussion
Aufenthalt auf CUBA um einen Tag reduziert...


Zu den festgelegten Zeiten rufen wir - über den Bordfunk - noch einmal die Urlauber in den Speisesaal: Dieses Mal ist es der Hauptreiseleiter, der den Passagieren in einer ERKLÄRUNG mitteilt:

ALLES was im Landprogramm vorgesehen ist - wird auch so stattfinden...

OBWOHL wir EINEN TAG weniger auf Cuba sein werden -
- haben die cubanischen Freunde UNSEREN Vorschlag -
vom Kulturoffizier erarbeitet - so bestätigt !

Damit ... Ist. der GRUPPE..- der Wind aus den Segeln genommen !


Die Stimmung der Urlauber ist wieder rundum "normal und gut"...! was sicher durch das n u n einmalig schöne warme Wetter begünstigt wird.

Temperaturen, so um die . . . + 26 bis 29 Grad -



Und so nähern wir uns der Küste der U S A . . .

...und NIEMAND ahnt .. ..
.. was uns -

...am kommenden Morgen erwartet : S O M B R E R O




S O M B R E R O



Unter diesem DECKNAMEN hatten D R E I Ärzte geplant
diese Schiffsreise zu nutzen um ihre Heimat zu verlassen . . .
. . . MAGDEBURG u n d die D D R.


" IHRGENDWIE " war es diesen Leuten gelungen, mit westlichen Geheimdiensten Verbindung aufzunehmen,
d e n n sie wurden erwartet . . . bei S O M B R E R O . . .obwohl wir 24 Stunden VERSPÄTUNG hatten.


Bereits auf dem Bahnhof von Magdeburg fielen diese DREI Männer dadurch auf, das sie ... nicht nur LAUT singend -
sondern auch mit so einem SOMBRERO auf dem Kopf ...
den Zug nach Warnemünde bestiegen um dort an Bord zu gehen.


Bei Erreichen der AZOREN - d.h. ein Gebiet, wo die Temperaturen dann ansteigen, freuen sich ALLE Passagiere und nutzen die Zeit sich an Deck,
...wie man so sagt : Ein schönes Plätzchen zu suchen !


Da achtet niemand auf den anderen . . .jeder möchte nur SEINEN Platz... I M M E R... wenn möglich für die ganze Reise.. haben !


Die DREI hatten es verstanden, S O auf sich aufmerksam zu machen,
sich so "aufzuführen" . . . sich so zu "benehmen." . .
das man sie eben NICHT mehr beachtete, . a c h..- die da . . .!!!
in ihrem, e t w a s anderem und eigenartigem Auftreten und Verhalten !


Sie machten "sportliche" Übungen - an diesem Liegeplatz. . .
. . . an DER Stelle - von der sie dann auch gesprungen sind.

.sie taten so - als ob - d.h. als WOLLTEN sie . . . mal einfach so.
"irgendwo" mitten im w e i t e n Atlantik mal über Bord hüpfen. . .

- so waren die DREI -
einfach drei Männer - drei Urlauber.
die nun "endlich mal! " FREIZEIT haben .und sich so bewegen können
wie s i e es möchten und wollen..


FREITAG, der 27. November 1970 - 6.00 h Wetter gut- Ruhige See

07.30h FRÜHSTÜCK - SCHIFFSRAT


0 7. 3 4 M A N N ÜBER B O R D



Der Schiffsrat sitzt beim Frühstück . . .
...der Schreiber - dieser Zeilen. gehört als Kulturoffizier zum Schiffsrat -

Gefrühstückt wird in der Nachtbar - ein kleiner, abgeschlossener Raum - wo auch - kleine- dienstliche Angelegenheiten beim Frühstück besprochen werden können .



Wir hatten schon ...ein "eigenartiges" BRUMMEN gehört,
dem jedoch keine weitere Bedeutung beigemessen -
Weil es h i e r - vor der Küste von FLORIDA
NORMAL war- für uns schon "dazu gehörte".,
das wir von US-Flugzeugen überflogen wurden. . .

schließlich liefen wir innerhalb der DREIMEILENZONE .der USA
Also.dicht vor der amerikanischen Küste .

d.h. im Gegenstrom des GOLFSTROMS d a s war für unsere Fahrt günstiger.w e i l wir MIT dem STROM liefen.und so Kraft sparten.



Über uns S T A N D ein GROSSES Flugzeug . . .

- STAND bedeutet soviel. das es die gleiche Geschwindigkeit,die wir liefen
über uns flog . . .
dazu ZWEI kleine CSESSNIK . . .
und auf dem Wasser MEHRERE KLEINE -aber S C H N E L L E Motorboote . . .



Deutung aus UNSERER Sicht:

Die große Maschine gab den zwei Kleinen -Hinweise - ...per Funk -
WO...ein MENSCH im WASSER schwimmt -

die KLEINEN "zeigen" es den "schnellen" Motorbooten
U N D die wiederum holen ...die SPRINGER - aus dem Wasser !



Gesprungen sind sie. . .bei einem LEUCHTFEUER : : S O M B R E R O

GESPRUNGEN sind . . . DREI Ärzte aus Magdeburg
Und ein BMSR - Techniker - ich weiß nicht ... woher er war .


Gesprungen sind sie . . von DER STELLE an Bord - an der sie sich die ganze Zeit aufgehalten hatten - OBERDECK - STEUERBORD !


...ob es ZUSAMMENHÄNGE - Verbindungen zwischen der Gruppe Ärzte und dem Techniker gegeben hat - ...war u n s unbekannt .

Unbekannt .. war uns zu dem Zeitpunkt noch, das von einem der Ärzte,
die Ehefrau ebenfalls an Bord mitreiste. . . jedoch nicht mit ihm zusammen wohnte - und es auch keine- Kontakte zwischen beiden gegeben hat . . .


Eine vom Kapitän zusammen gestellte Gruppe , bestehend aus dem Hauptreiseleiter, dem Feuerwehroffizier sowie einem weiteren Offizier, haben dann sofort die Kabinen durchsucht ...
Man weiß doch nicht welche HINTERLASSENSCHAFTEN dort noch lagern .

-Erstaunt, sehr erstaunt - waren sie darüber, das der in der Kabine der drei Ärzte - tätigen Kabinenstewardes überhaupt nicht aufgefallen war -
das diese Passagiere die auf einer Cubareise ganze 33 Tage unterwegs sind -
da benötigt man doch wohl entsprechende Bekleidung ! ... und die Drei hatten kaum etwas an Bekleidung dabei . nur sooon paar Kleinigkeiten !


In der Kabine des Technikers . . . - eine VIER-BETT-KABINE... meinten die Mitbewohner.. -
das war ein absoluter Einzelgänger - maulfaul und unzugänglich . . .

In seinem Schrank -fand man ...eine BÜCHSE - etwa so mit einem Fassungsvermögen -wie eine große Konservenbüchse...
-versiegelt- mit einem Griff. .ähnlich an einer Autotür.

Diese Büchse wurde vom Feuerwehroffizier SOFORT durch das BULLEYE
BULLEYE - Fenster - hinaus geworfen-
OHNE sie näher zu untersuchen - weiß man was über den Inhalt ?!

ANGENOMMEN haben wir, das sich - darin - ein FARBSTOFF befand, welcher, wenn er auf die See kommt, zu leuchten beginnt - um so auf die Position des Menschen aufmerksam zu machen .


Die Flugzeuge waren w e g . . . -die dazu gehörenden Motorboote ebenfalls -
um uns herum - normaler Betrieb...
Einige Sportboote- welche anscheinend zum Angeln draußen waren. . .


Auf den DECKS war eine Situation entstanden -
die man nicht näher beschreiben kann . . .
weil wir so etwas noch NIE erlebt hatten.

W e i l KEIN URLAUBER - so wurde es uns immer wieder gesagt, voller Zorn und Unverständnis ..waren -
weil NIEMAND mit einer solchen Situation gerechnet hat. . .

... D a s von UNSEREM SCHIFF ! JEMAND so etwas tun könne !

Vor allem auf dem OBERDECK, von wo sie gesprungen waren,
war die Auf- und Erregung groß...

die Urlauber- die DIREKT, ganz dicht -neben den DREIEN
sozusagen Tag und Nacht -mehrere Tage. -gelegen hatten.
-sich mit ihnen unterhalten haben.
.sie fanden ihr Verhalten - dieses Tun von ein ARZT unverständlich..
- die FRÜH noch SEKT miteinander getrunken hatten . . .
- den die DREI ausgegeben hatten unter dem Motto :

In ein paar Stunden ist die Seefahrt vorbei - und wir sind an Land !

DENN::: wir würden ja am Nachmittag CUBA erreichen.



Der Kapitän hat SOFORT über FUNK unsere Reederei verständigt .


Anschließend gab es eine Beratung beim Kapitän wie mit dieser Situation weiter verfahren werden solle !
Der HAUPTREISELEITER und der Kulturoffizier haben die Reisegruppenleiter zusammen genommen - und diese haben danach ihre Reisegruppen informiert,

DENN die Urlauber auf den anderen Decks sowie auf dem Vorschiff hatten ja überhaupt nicht richtig erlebt- bzw. begriffen . w a s geschehen war . . .


Bei dem Treffen der Reisegruppen meldete sich dann eine Urlauberin und bat , den Kapitän und Hauptreiseleiter sprechen zu dürfen, zu diesem Vorkommnis . . .

Bei dem Gespräch , stellte sie sich vor: ich bin die Ehefrau des x x x -
einer der drei Ärzte !
Meine SCHWIEGERMUTTER, SEINE Mutter - wollte unbedingt, das ICH an der Reise teilnehme - S I E wollte s o "versuchen"...
zu retten - was nicht mehr zu retten war -
glauben Sie mir bitte, die Tage bisher waren für mich nicht einfach !
Es hat - zwischen uns beiden - meinem Mann und mir - hier an Bord - k e i n einziges Gespräch gegeben ...


Beide, Kapitän und Hauptreiseleiter haben I H R dann vorgeschlagen, das man sie so behandeln würde, wie eine NORMALE Urlauberin. . . für diesen Vorschlag war sie S E H R dankbar ...



Unser Schiff lief weiter in US - amerikanischen Hoheitsgewässer . . .
Unbehelligt - ungestört von "irgendwelchen Behörden",
wie z.B. der US Küstenwache . . .


An Bord hatte sich inzwischen ...das Leben "normalisiert" -
die Passagiere - die Besatzungsangehörigen, die FREIWACHE hatten, lagen an Deck in der Sonne !

Einige Besatzungsmitglieder hatten ein Radio dabei...

um 13.00 h Ortszeit - meldete der " CANADISCHE RUNDFUNK :


V I E R MENSCHEN ist heute früh - gegen 7.30h vor Miami . . .
der SPRUNG in die FREIHEIT gelungen -
vom ZONENDAMPFER " Völkerfreundschaft " aus Ostdeutschland !


Als wir, nachdem 16. Dezember wieder daheim in Rostock waren, erzählten uns unsere Angehörigen: ...am 27. November, als das Manöver Sombrero geschah
hatten die westdeutschen Sender in ihren Abendnachrichten davon berichtet !





Gegen 15.00 Uhr kam HAVANNA in Sicht - alle standen an Deck, in freudiger Erwartung ihres Urlaubs auf Cuba . . .


Um 16.30h kamen die Behörden an Bord - Gesundheitsdienst !!! ZOLL
- und die Einreisebehörde kam - schon auf Reede !
Und begannen sofort mit ihrer Arbeit der Einklarierung des Schiffes .


Genau um 18.00 Uhr machten wir dann an der Pier SAN FRANCISCO fest.


12 Seetage liegen hinter uns . . .

U N D - ein BESONDERES VORKOMMNIS


18.15h kam der Botschafter der DDR auf Cuba an Bord !

Die EINKLARIERUNG dauerte diesmal besonders lange und man hatte das Gefühl, die Behörden wissen nicht recht - wie sie sich verhalten sollen.


Inzwischen hat der Hauptreiseleiter, als Repräsentant der Gewerkschaften der DDR, seine cubanischen Gäste empfangen
und so konnten wir ...in RUHE ... mit dem cubanischen Reisebüro
das LANDPROGRAMM besprechen und

...der Schreiber.. .der Kulturoffizier . . . ..ist s e h r glücklich. . .
- weil die cubanischen Partner - SEINEN) . m e i n e n -
von See - gefunkten Vorschlag ..in ALLEN Teilen bestätigen !

. d.h. wir können wirklich unseren Urlaubern
das VOLLE Programm bieten ! - trotz EINEM LAND - TAG weniger !


Als um 22.30 Uhr die cubanischen Behörden das Schiff "freigeben" -
nach immerhin FAST A C H T Stunden Einklarierung - -
d.h. damit ist nun der L A N D G A N G freigegeben -
da sind unsere Urlauber nicht mehr zu halten...

Sie STÜRMEN AN L A N D - und nun geht's los - -
nun werden wir Havanna erobern !

Von der Gangwaywache hörte ich dann ....es sollen f r ü h -gegen SECHS Uhr noch Urlauber vom ..."Spaziergang" wieder an Bord gekommen sein . .
D a s ist doch wohl mehr als verständlich ..
Oder? - nach der l a n g e n und außergewöhnlichen Überfahrt.!


LANGE Zeit haben sie auf D I E Reise "gewartet" - gespart . . .
Manche über DREI und mehr Jahre -

dazu diese, nicht gerade "schöne " und angenehme Überfahrt -

und dann kann man e n d l i c h sich das persönlich anschauen
auf was man sooo- lange gewartet hat !


Und die "ganz <<<<Guten" ...erzählen einem - wie es war:

C U B A q u e l i n d a - es` CUBA ... auf deutsch: Cuba wie schön ist Cuba!





Dazu kommt, selbst um diese NACHTZEIT - für uns-
für die Cubaner ist es ja sowieso man gerade Zeit zum Ausgehen -
so gegen 22- 23 Uhr - da ist die Temperatur immer n o c h : ca. PLUS 23 Grad.


.. An Bord geht ein arbeitsreicher Tag zu Ende...
besonders für den Kapitän, er hatte sich sofort nach den Festmachen, mit dem Botschafter in seine Kammer zurück gezogen !




Es ist Sonnabend, der 28.November und wir haben schon f r ü h + 22 Grad !


Die Urlauber beginnen mit ihrem Landprogramm, was bedeutet:
Essengruppe EINS : Frühstück um SECHS Uhr. a u c h das ist Urlaub.
Essengruppe ZWEI: Frühstück um SIEBEN Uhr

Busabfahrt für a l l e 16 Busse um ACHT Uhr


Der Kapitän empfängt heute den Botschafter zum "ausführlichem Gespräch" ...
...wie er es in seinen Aufzeichnungen nennt !

Die Besatzung hat v i e l Arbeit !
Vor allem jedoch der WITSCHAFTS-BEREICH mit den Brigaden Kabinenstewardessen - Speisesaal - Cafe -

Wenn das Schiff ganze ZWÖLF Tage unterwegs war -
und die Passagiere sich o f t bzw. ständig in den Kabinen aufhalten MÜSSEN ... - wegen des schlechten Wetters - oder ihrer "Krankheit" ...der SEEKRANKHEIT -

dann kann die Stewardes auch nur eine "oberflächliche" Reinigung vornehmen, - . . . O f t ist sie auch damit beschäftigt,
D A S ... WAS ...die Passagiere - ...bei SEEGANG - so von sich geben
- hinaus schaffen DÜRFEN - MÜSSEN u n d was meistens auch noch einen "ÜBLEN Geruch" hat !

Nun sind die Urlauber w e g. . . an Land - bis zum Abend - und nun.

...geht's rund! -d.h. Bettwäsche wechseln - und auch die Kabinen GRÜNDLICH säubern
dabei werden sie unterstützt von den Kellnerinnen -d.h. den Servierstewardessen aus dem Cafe - Bar ...usw-
und auch die Speisesaal- Stewards- die Kellner - helfen . . .
- dann gehen die beide Servierbrigaden daran IHREN Bereich - Speisesaal und die gastronomischen Räume ...aufzuklaren !




Diese AKTION hat sich "eingespielt" und so ist dann doch noch "rechtzeitig" Dienstschluss für den gesamten gastronomischen Bereich .


Inzwischen sind die Temperaturen auf ganze +27 Grad angestiegen . . .
und am Abend stürmen dann unsere Urlauber, nach einem erlebnisreichen Tag - I H R Schiff !

KLAR SCHIFF heißt es ebenfalls im Bereich DECK,
auch hier wird in der Hafenliegezeit das Schiff "gewaschen und gereinigt" -
und auch im Bereich MASCHINE wird hart ...SEHR hart. gearbeitet -
sind die Temperaturen bei den Arbeiten an Deck schon nicht gerade angenehm - so ist das "UNTEN" in der Maschine noch viel härter zu ertragen. .
. Doch die Maschine MUSS durchgesehen werden, ob sie nicht während der langen Reise und der soooo langen Belastung - SCHADEN genommen hat .


So vergeht der erste "einfache" Hafenliegetag ...bei NUR + 27 Grad Wärme!
A c h ... - ist d a s schön . . .






SONNTAG - 29.11. - Tagebuch des Kapitän: Temperatur : +27 Grad
...wieder Gespräch mit der Botschaft !



Die Urlauber sind zufrieden und glücklich über das was sie erleben .
.sowohl bei den Ausflügen - wie auch beim "persönlichen" AUSGANG -
wenn sie dann allein an Land gehen -
und dann s p ä t oder früh erst wieder an Bord kommen . . .
-ist d a s schön hier - ALLES !



Der Kapitän ...sitzt wieder - mit dem Botschafter !

Fritz bedaure ich richtig . . E R wollte doch nur EINMAL nach Cuba -
und wollte doch EINMAL was von diesem Land "sehen und erleben" !

Un nu ? Nu sitt hei un kann ümmertau 'ne BERATUNG affholln . . .








Meine Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des cubanischen Reisebüro's ist " wieder mal" bestens !

Mein persönlicher Partner : ALBERTO - der Chefdolmetscher - ist immer für mich da !
PAULO ! Hast du Wünsche ?
Er, Alberto - möchte mich so gern einmal "ausführen" ...
ausführen zu einer "spiritistischen Sitzung" -
das wäre so etwas - wie eine "heimliche" Götterverehrung - wie sie die Sklaven aus Afrika mitgebracht haben...
Leider klappt es nie- während der Zeit wo wir im Hafen liegen.

Alberto wird von mir bei jedem Anlaufen "eingeladen" - in unseren kleinen Laden um "einzukaufen". . .
- Dinge für das tägliche Leben - wie etwa Zahnpasta usw.
Für ihn - ein Oberhemd und... wenn möglich- für seine Frau- eine Kleinigkeit -
die ich leider nie kennen gelernt habe -.
Das ist so ein Dankeschön für das, was er für mich und meine Arbeit getan hatte.

Am Abend ist ALBERTO mit mir "ausgegangen" " ...d.h. er hat mir die BODEGA gezeigt, in welche - zu seiner Zeit ERNEST HEMINGWAY ein Stammgast war... Der ja am Stadtrand von Havanna eine VILLA besaß, die nun ein MUSEUM ist - besucht werden kann - und sehr sehenswert ist !
LEIDER nicht für sooo große Gruppen, wie wir sie mit unseren Passagieren haben.





Eine neue Woche beginnt . . . S O würde man es "an Land" sehen -


an Bord -da spürt man "eigentlich " NIX von diesen Tagen....
Es sei denn. . . Es ist SONNTAG o d e r DONNERSTAG - d.h. "Seemanns-Sonntag" - an diesen beiden Tagen ist am Nachmittag "coffeetime" u n d da... gibt es Kuchen und Kaffee ! Für die Besatzung !



Heute ist nun Montag -30.11. . . .

An Bord - läuft alles "seinen normalen Gang" - was die Cubaner angeht ... - ich bin s e h r froh -das wir "gemeinsam" - die cubanischen Freunde und wir- vom Schiff . . . das PROGRAMM für die Urlauber, so gut und OHNE Probleme durchführen können !





Manchmal muss ich dann an meine ersten zwei Reisen zurückdenken - 1966/67

Ach, was waren das.. .aus UNSERER Sicht - für UNMÖGLICHE Zustände -
IHRE Organisation - DAMALS - aber... PAULO ! ...No Problemo !!! -
auch wenn die Busse nicht ausreichten - oder Betten fehlten- usw.

JETZT läuft das - seit JAHREN .in geregelten Bahnen
und gerade bei DIESER Reise ist das doch besonders wichtig . . .




Im Bereich der gesamten GASTONOMIE wird auf Hochtouren gearbeitet...

Denn MORGEN- am 1.Dezember - ist der TAG der DEUTSCHEN


Für den Leser, ist dies eine ganz normale und übliche Bezeichnung -
heut- im Jahre 2007 -

ABER damals im Jahre 1 9 7 0 . damals war das ein Begriff
den es "eigentlich" nicht gab ! Bzw.. nicht geben d u r f t e.
Entweder waren es D D R - BÜRGER -
o d e r es waren BÜRGER der B R D - Bundesrepublik -

Doch hier, bei uns an Bord und W E I T. von der Heimat entfernt
nannten wir diesen besonderen Tag den TAG der DEUTSCHEN !

Es ist der Tag, an dem -alle Passagiere nicht an Bord sind ..

ALLE DDR Bürger die in Havanna arbeiten -in der Botschaft oder anderen Einrichtungen..
Oder auch in anderen Städten des Landes tätig sind, sie alle kamen als Gäste an Bord .. Und genießen was wir Ihnen bieten konnten an Essen und Trinken - Tanz und Unterhaltung .im Kino usw.

In der Bäckerei wurden Überstunden gefahren - um für unsere Gäste auch "genug" DEUTSCHES Brot zu haben ...zum Essen UND zum Verkauf !
Unsre Leut waren doch glücklich "endlich" mal wieder RICHTIGES BROT
essen zu können.
In der Kombüse - wurde gekocht- gebraten - die Vorbereitungen waren s e h r umfangreich !
Unser kleiner "Laden" hatte sich schon "vorsorglich" -daheim-
mit den verschiedensten "Kleinigkeiten" die so gefragt sind. eingedeckt ...






Von all dem war OBEN beim Kapitän - in seinem Büro -gleich Kabine -gleich Wohnzimmer - n i c h t s zu merken !

H I E R wurde sehr eifrig "gedacht und geplant " !
HIER wurde - was es noch N I E gegeben hatte -
eine A N D E R E .
eine NEUE ROUTE für die Rückfahrt erarbeitet. . . !
Begründung ? SOMBRERO

Was nicht noch einmal geschehen sollte . . .

Erarbeitet vom Kapitän und seinem ERSTEN I.Offizier . . .
NIEMAND sonst an Bord wusste von dieser neuen -veränderten Route !

Sicher war diese Arbeit das Ergebnis der Gespräche zwischen Kapitän und Botschafter . . .sowie den Informationen von der Reederei.
- denn W I R , als Schiff - dürfen wenn wir im Hafen liegen NICHT funken !

Wie diese "veränderte" Routenführung aussehen würde . .
Und wie sie sich auf die Arbeit der Besatzung u n d das Verhalten der Passagiere auswirken würde davon hatte NIEMAND von uns eine Vorstellung . . ,.
H E U T, heut . nach so langer Zeit. 37 Jahre sag ich : welch ein Glück ! ! !





Es ist DIENSTAG - der 1. DEZEMBER 1970 die Temperatur zeigt schon am Vormittag wieder über + 25 Grad u n d ...


heut ist . . . E r .der TAG der D E U T S C H E N . . .



An Bord kommen werden, wenn sie denn möchten. . .
ALLE DDR-BÜRGER welche DIENSTLICH auf Cuba zutun haben -
u n d OB -sie denn möchten...


Unsere Urlauber sind "auf Tour" d.h. das GANZE Schiff ist frei für unsere Gäste !

Bis zum s p ä t e n Abend.






Beginn ist "eigentlich" um 15. Uhr.

aber... So gegen ZWEI kommen dann schon zunächst ...die Mütter mit den Kindern ...
Für die ist das natürlich ein ganz "besonderer " Tag - sie dürfen auf ein Schiff ! - ein RICHTIGES Schiff !

Und dürfen spielen ... - Toben - Rumlaufen - Fahrstuhl fahren ...
Ach, was man da alles entdeckt ...

Die Mutti kann inzwischen EINKAUFEN - ... Sachen - Dinge -
die für einen NORMALEN DDR-Bürger daheim . "selbstverständlich" sind -
aber hier?
Auf Cuba ?
also- wenn wir den VER - Kauf nicht "beschränken" würden -
da würden die - die zuerst an Bord gekommen sind ...ALLES wegkaufen !
Gekauft wird : Waschpulver- Zahnpasta- Kugelschreiber - Handbürsten - Zahnbürsten - alles was man kaufen kann.
. . . U n d ! was an BLUSEN-RÖCKE-KLEIDER -
"eigentlich" für UNSERE Urlauber gedacht war - und was "einigermaßen" gefällt - wird gekauft. .
- wenn dann am Abend alle von Bord sind - ist die Verkäuferin - fix und alle - ABER ihr Umsatz stimmt



Inzwischen FÜLLT sich das Schiff -
es gibt natürlich etliche Besucher, die zum erstenmal an Bord kommen-
sie möchten "selbstverständlich" . . . - wenn ich schon mal auf UNSEREM Urlauberschiff sein darf... das Schiff mal besehn ...

Und dabei kann man ja auch schon auf dem Sonnendeck, an der Bar, ein DEUTSCHES BIER trinken, -oder auch mal was HÄRTERES -
und nicht immer nur...diesen RUM !





Die Kinder sitzen inzwischen im Kinosaal und WARTEN... Warten .das.
...der KINO LOS GEHEN TUT ...
" -da wir wissen , wie es hier um die kulturelle Betreuung unserer Landsleute steht - habe ich beim Filmverleih "natürlich" für die Kinder extra einen Kinderfilm mitgebracht-

darauf freut sich auch der Sohn vom KULTURATTACHEE und das ist hier . . . eine Frau und ihr Mann ist für die Presse zuständig ! - so habe ich engen Kontakt zu den Zweien - was sich zum Vorteil für uns ALLE auswirkt.


Inzwischen ist das Schiff VOLL - voller Leute, die strahlen. . . Froh, mal
DEUTSCH zu essen .zu trinken . . Einen erlebnisreichen -schönen Tag zu haben.


Das CAFE ist VOLL - die Bordkapelle spielt zunächst ...zur Unterhaltung -
doch es dauert nicht lange und da wird schon zur Unterhaltungsmusik getanzt - ALSO spielt die Bordkapelle zum Tanz auf
u n d die Tanzfläche ist voll bis ZUMGEHTNICHTMEHR . . .

ALLE möchten möglichst schnell und möglichst VIEL ESSEN und TRINKEN. .

. Kaffe und Kuchen - Wein - Sekt - Spirituosen - KAKAO für die Kinder UND BRAUSE - und EIS! !! -
obwohl doch das cubanische VIEL-viel besser...aber- hier ist es UNSER Eis.


Es sind ca. FÜNFHUNDERT MENSCHEN an Bord
Und im Speisesaal ist jeder Platz besetzt .
es wird gegessen- was nur rein geht. . .Schabefleisch-
Kartoffelsuppe - jawohl und wie .. Rollmops und Kartoffesalat..
weil es so etwas hier suf Cuba doch nicht gibt..
Oder GULACH und Kartoffeln. . . usw-
wisst IHR wie DAS schmeckt ?! - wie zu Hause !




EINE Geschichte muss ich unbedingt erzählen : einfügen .
Frau Kulturattachee und ihr Mann waren schon "einige Zeit"
d.h. Jahre - auf Cuba und bei einer der Reisen rief mich das Chefstewardbüro an: hier sind Urlauber, die den Kulturoffizier mal in seiner Kammer besuchen möchten . Bitte !
Wir waren so kurz vor Havanna .

Ein Ehepaar - nicht mehr ganz jung - unser Name ist ...?!
Wir sind die ELTERN der Frau Kulturattachee -
und haben eine Bitte an Dich, Kulturoffizier !

W e n n wir dann in Havanna eingelaufen sind - und die Botschaft an Bord kommt - sag doch unserer Tochter, du hättest ein Päckchen für sie in deiner Kammer.
und sie möchten doch , alle drei, mitkommen zum tragen...
U n d wir - wir würden dann hier sitzen und warten . . .
So haben wir es dann auch gemacht . . .

Es ist f a s t nicht zu beschreiben - was sich da in meiner Kammer getan hat !
Die Drei machen die Tür auf - u n d da sitzen die Eltern auf dem Sofa . . .

Unerwartet - überhaupt nicht daran gedacht - das so etwas möglich wär !

Für alle Beteiligten wurden es schöne Tage auf Cuba !


Die Stimmung unserer Besucher ist bestens ... -

das kann nur jemand verstehen, der "Längere Zeit" ...
irgendwo im Ausland - und dazu noch auf Cuba arbeitet und lebt -
unter den Bedingungen dieses Landes .

Sicher - wird von der Botschaft bzw. von unserer Regierung . . .
alles mögliche getan - um ihnen das Leben so angenehm und leicht, wie möglich zu gestalten - es ist aber nicht leicht- über einen längeren Zeitraum dort zu leben .
.
U n d so - so muss man den heutigen Tag verstehen - so muss man "nachempfinden" können - es "zu versuchen" - wie denen zumute ist-
die sich hier bei uns - an Bord . . wie daheim fühlen!

Kommen sie doch - für diesen e i n e n Tag - aus allen Teilen des Landes -
EXTRA für diesen Tag .-
sie kommen ü b e r 1.000 km aus SANTIAGO de CUBA -
aus VINALES - und aus CIENFUEGOS - usw-

- kann es für uns - als Besatzung -
mehr geben als zufriedene Landsleute ?

Am späten Nachmittag dann - kommen UNSERE Urlauber
müde von den Erlebnissen und STAUNEN ! -
natürlich haben wir VORHER über die Reisegruppenleiter und im TAGESPROGRAMM- was an Bord täglich gedruckt wird - informiert .-
a b e r trotzdem staunen sie über die . . ."leicht bis mittelschwer" angeheiterte Truppe - um dann DENEN klar zu machen.

ALSO : ... Bis 19.00 Uhr MÜSST Ihr von Bord sein-

es ist sehr schwer zu gehen . . .
und dann - ist a l l e s vorbei - heiter beschwingt - aber doch traurig - gehen sie von Bord -

u n d D A S . . . war .. .. .. der TAG der DEUTSCHEN . . .

Von jetzt an gehört das Schiff wieder unseren Urlaubern,
wobei es inzwischen schon "VERBRÜDERUNGEN" zwischen Urlaubern und Gästen gegeben hat . . .

Und wenn dann - die allerletzten Gäste so gegen Z E H N ... g e h n ?
oder wie das heißt?.

dann ist Ruhe im Schiff !!!





MITTWOCH ist es - der 2.Dezember 1970


Bei Frühstück hatte der Kapitän erklärt. heut liegt nichts Besonderes an !

Um so mehr bin ich erstaunt, als das Telefon klingelt.. Kurze Zeit danach. der Kapitän dran ist und sagt:.
. . . PÄULE ! Wir Zwei gehen heute . . . aus !

Zuerst hab ich gedacht, nein, das kann nicht sein -
Fritz macht einen Spaß mit dir . . .
-aber dazu war er in diesen Tagen nun wirklich nicht aufgelegt
und so "erlaubte" ich mir die Rückfrage : wir zwei gehen aus ? Und wohin ?


Der Kapitän: . . .bei mir war ein Herr von der Generaldirecion des cubanischen Reisebüros . . . : Kommandante ! Sowieso.!

Das cubanische Reisebüro gibt ein ESSEN
für den Kapitän und den Kulturoffizier! !
Darf ich Sie dazu bitte einladen ! Sie werden um 14.00 Uhr abgeholt . . .

. . .weißt du nu Bescheid, Päule ?!

Also, kurz vor Zwei - treffen wir uns an der Gangway -
in UNIFORM. . . "natürlich" !

So etwas hatte ich in den v i e r Jahren an Bord noch nicht erlebt
u n d der RICHTIGE Kapitän war auch noch nie vom Cubanischen Reisebüro zu einem ESSEN geladen . . .
Und der Kulturoffizier schon gar nicht.. also???

Könnte - es nicht sein, das SIE - die Cubaner - dem Kapitän der ja nun , am morgigen Tag , bzw., in der Nacht - am frühen Morgen - Cuba wieder verlassen würde . .

OHNE irgend etwas Schönes erlebt zu haben ETWAS Gutes tun möchten ?

Ich kann es mir so vorstellen - oder vielleicht hat auch unser Botschafter - wie man so sagt - durch die Blume. . . so eine Bitte ausgesprochen ...-

Jedenfalls FRITZ geht aus- und ich darf mit !

ALBERTO erwartet uns an der Gangway, zusammen mit einem Mitarbeiter von der Generaldirecion . Ein PKW bringt uns durch die City .und dabei , kann der Kapitän wenigstens ein wenig von dieser so großartigen, alten Stadt La Habana sehen. bis in das Hotel NACIONAL



.Ein sehr schönes u n d gepflegtes Haus .

Mit dem Lift geht es HINAUF . . HOCH bis in die 37. Etage.
Ein sehr schöner Raum -doch -- SEHR KÜHL !!!
Welch ein Glück, das wir ...in BLAU ..gekleidet sind .
d.h. unsere Blaue Uniform trage.


Es empfängt uns der GENERALDIRECTOR persönlich . . .





Die Begrüßung auf echt cubanische Art - mit Umarmen undso - für meinen Kapitän. " e t w a s ungewöhnlich" -

Fritz ist immer SEHR bemüht um eine DISTANZ . . .
Eben "echte- alte" Schule !

Aber h i e r wird er sehr herzlich empfangen und begrüßt - es freut mich für ihn !

So spürt er , die cubanische Freundschaft u n d DAS ist gerade jetzt, für meinen Kapitän sehr wichtig !

Zwischen uns ist die Begrüßung anders : PAULO ?! Quetal? ...d,h, -wie geht's ?
BUENO - gut!
...wir- der Generaldirector und ich - WIR KENNEN uns SEHR gut! Seit Jahren !


Bei der sogenannten. KURBELWELLENREISE" 1967 -
wo ich das "gesamte Landprogramm" mit gefahren bin - weil der Kapitän es so wollte. um Land und Leute kennenzulernen .um es dann in den Vorträgen besser erklären zu können.
da gab es 1967 es große Probleme !!!
im Hotel der Stadt CIENFUEGOS - weil "angeblich" die Betten nicht ausreichten... usw.
Da war der jetzige G D noch ein Leitender Mitarbeiter- und da lernten WIR ZWEI uns n ä h e r kennen..
HART und SEHR DIREKT !!!
Aber IMMER zum Nutzen unserer Passagiere.

SEITDEM - sind ...wir zwei... Richtig gute FREUNDE !
Jeder weiß, was er vom anderen erwarten kann !


Und deshalb - denke ich - bin I C H heut zu diesem Empfang geladen.




.weil ich IHNEN .von SEE aus - einen -guten geänderten Entwurf für das Landprogramm gemacht habe. der ihre Zustimmung fand.
und uns beiden.d.h. sowohl dem cubanischen Reisebüro wie auch u n s
-sowohl als veranstaltenden Gewerkschaftsbund -
wie auch als Reederei viele Probleme .siehe -die GRUPPE. erspart hat..


Von . . . " hier oben aus . . ." hat man eine einmalig gute Sicht über ...fast ...
- die ganze Stadt LA HABANA und ich bin sicher - das haben sie EXTRA für den Kapitän s o gewählt !

Wir sitzen - in einem außergewöhnlichen Raum.
in einem "kleinen" Speisezimmer -
ganz im "alten kolonialischen -spanischen Stil" eingerichtet -
alles sehr gediegen und schön -ein Tisch für nur sechs Personen -


Die Sitzordnung MUSS ich erwähnen, weil sie eine noch "komische" Rolle spielen wird . . .
A l s o : an der einen Stirnseite plaziert man d e n Ehrengast- den Kapitän -
ihm gegenüber - an der ANDEREN Stirnseite- mich- den Kulturoffizier - -
dadurch hat man uns getrennt . .
- neben dem Kapitän - der Generaldirektor und ein weiterer Mann vom Reisebüro - an meiner Seite: Alberto, sowie ein weiterer Dolmetscher .

Zur Begrüßung - wie es sich gehört: . . . Trinkspruch vom G D auf unser Schiff und seinen Kapitän - mit einem Glas DAIQUIRIE !

Anfangs lief die Unterhaltung zwischen den beiden CHEFS recht gut . . .
Alberto "bemühte" sich auch noch, sie ...in Gang zu halten - . . . a b e r.

Während des Essens - "natürlich" alles vom Feinsten - wurde es schon "ruhiger" - mir gegenüber. . . -d.h. mein Kapitän wurde . . . ganz still !!! Wie so oft.!!!

"FRITZING" hat nämlich, ...bei solchen Anlässen, etwas an sich-
wofür er nichts kann . -das ist einfach so - er fängt an- ...
einfach so. zu d ü s e n - sprich - .einzunicken- einfach so.

Und DAS ist doch für den MANN- Kapitän- " peinlich " - oder?! -

was aber . . . Konnte ich - so weit von ihm entfernt - denn FÜR IHN tun ?

Wir Zwei hatten schon einmal in Leningrad so eine Situation.
Wo ich , zum Glück ganz nah bei ihm saß und so konnten wir DAMALS das Problem lösen. aber hier ?

Ich habe einfach ... alle Augenblick - FRAGEN .an meinen Kapitän gestellt -
habe ihn "angesprochen" . . . um so - diese so komische Situation VERSUCHEN zu beenden -


Alberto U N D der Generaldirektor hatten inzwischen "gespürt" ! mit diesem Mann m u s s man "behutsam" umgehen - und dadurch wurde der Sache ihre Peinlichkeit genommen ...

Nach gut eineinhalb Stunden bedankte sich mein Kapitän und meinte: WIR Zwei
der Kulturoffizier und ich - wir müssen ja heute Abend noch zum TROPICA
und da denke ich, sehen wir doch wieder ...
und so möchte ich mich für das Essen und den Empfang herzlich bedanken !

FRITZING . . . Hatte es ganz elegant gelöst


Das Auto brachte uns wieder zum Schiff -

und mein Kapitän meinte : Päule ! Du dringst doch bi mi -
un . . . mit mi - noch. . .'ne Tass Kaffee ?
Dabei fielen dann - von ihm - so Sätze, wie: "schön'n Dank, auch
- für deine Worte ...dann und wann... !
Dies war ja nun - das zweite Mal - wie er sich "bedankte" bei mir. . .

Und ich bin -heut nach 37 Jahren noch dankbar dafür -
diesen Menschen FRITZ LEUTHOLDT als KAPITÄN erlebt zu haben
U N D mit ihm gefahren zu sein.




Im Tagebuch des Kapitäns von diesem Tag heißt es dann :
18. 15 h BADEMEISTER
. . .b e t r u n k e n !

Die Meinung des Kapitäns war grundsätzlich: DIENST ist DIENST !
. . .u n d Schnaps ist Schnaps !
J e d e r kann mal ...einen zuviel trinken - aber NICHT im DIENST !

U N D schon gar nicht, wer ...direkt ...am GAST arbeitet ...und das
D A S macht ein BADEMEISTER doch wohl . . .

E R ...der HERR Bademeister - s o führte er sich "manchmal" auf -

- er bekam AUSGANGSVERBOT - d.h. er durfte NICHT mit ins Tropicana fahren
was für einen Teil der Besatzung heut Abend als eine Auszeichnung für gute Arbeit möglich war !

Da an diesem Abend KEINE Filmvorführung sein würde - weder für Passagiere noch für die Besatzung wurde die Filmvorführerin - im BAD eingesetzt - bis auf die DRUCKEREI haben wir das bei möglichen Ausfällen so gehandhabt !




Inzwischen waren unsere Urlauber von ihrem l e t z t e n Ausflug zurück.

Begeistert ! Hin- und hergerissen ! -
Von den vielen und schönen und interessanten Erlebnissen bei ihren Landausflügen in den vergangenen Tagen . . . u n d Nächten.

Alles aber auch alles - was sie erlebt hatten - war ein s o großes Erlebnis gewesen . . .

JA ! . . So war es. . . . . .GEWESEN !

Denn - nun kam der l e t z t e ABEND a n L A N D -

der letzte Abend auf CUBA . . .

Und d e r soll nun der aller -aller - schönste Abend werden -

im TROPICANA !


GEHÖRT haben sie schon mal was vom T R O P I C A N A - doch , sich was "vorstellen" - nein, d a s kann man nicht . . .

Und so rollen ACHTZEHN BUSSE am Abend des 2.DEZEMBER bei sommerlichen Temperaturen . . . - mit "sommerlich gekleideten" und fröhlichen Urlaubern . . . durch die Stadt Havanna - zum am Stadtrand gelegenen Park
in dem, in einer schönen und sehr gepflegten Anlage das TROPICANA uns erwartet . . .


Für die REPRÄSENTANTEN - d.h. . . . den Hauptreiseleiter und die
Vertreter der Schiffsleitung hat man extra einen Bus bereit gestellt.
und so wird unser Kapitän - der ..." nicht ganz freiwillig" mitfährt...
auch noch einen schönen Abend erleben !

Fritz meinte nämlich, als die Einladung vom Generaldirektor bei dem Empfang aus gesprochen wurde... - ich weiß nicht - ich muß doch noch... -
aber die Cubaner haben ihn dann "überzeugt" . . .
und nun - hier draußen im Park - hier ist sogar FRITZING am STAUNEN ! -
und er meinte: S O hab ich mir das ja nun doch nicht vorgestellt - das ist ja eine ganz außergewöhnlich interessante Anlage . . . !



Wir sitzen "natürlich" an einem Tisch, ganz nah ader Bühne - an dem wir schon erwartet werden...
Der Generaldirektor und seine Mitstreiter ...mit ihren Frauen ...auf Cuba ist das so üblich - was ICH .."gut und richtig" finde ... ! erwarten uns.

Wir sind voller Erwartung auf einen schönen und erlebnisreichen Abend !

Auf der Bühne spielt eine B A N D - cubanische Rhythmen -

Die Stimmung ist an allen Tischen aufgeschlossen und in freudiger Erwartung dessen - was uns allen hier wohl geboten wird . . .


Auch bei "unseren " Leuten, von der Besatzung ist die Stimmung b e s t e n s !

Es sind alles " Mädchen und Jungen " die zum "erstenmal" auf Cuba sind und zum großen Teil überhaupt ihre erste Reise fahren.und nun hier dabei sein DURFEN
Schließlich ist es eine Auszeichnung !
- konnten wir doch von unseren 220 Besatzungsmitgliedern NUR FÜNZIG mitnehmen . .
DENN wir sind GÄSTE . . . -
Eingeladen vom SEEMANNSCLUB . . der cubanischen Gewerkschaften !
Und d.h. A L L E S Essen und Trinken -Programm - ist umsonst - für uns ! wenn das keinen Auszeichnung ist !


Zunächst gibt es ein DINNER -
nein - zunächst kommt !...der RUM auf den Tisch !
VIER Personen - 1 Flasche Rum -
"natürlich" auch alkoholfreie Getränke dazu . . .
Dann beginnt das DINNER - unsere Urlauber - sie kommen aus dem Staunen nicht heraus ...

Diese Anlage - in diesem so schönem Park diese - ungewohnte, schöne Atmosphäre -
dieser l SOMMERABEND ! ... am 2.Dezember mit immer noch ca. 20 °+

Nun sind sie - unsere Urlauber - ebenso auch unsere Besatzungsmitglieder
. . . des LOBES voll ! D A S Dinner . . . und DER RUM ...

- natürlich hatten sie auch in der vergangenen Woche immer Mittagessen bei den Ausflügen bekommen..
aber d a s hier - das ist nun wirklich der HÖHEPUNKT . . - "
glauben sie- meinen sie... !

Dabei hat d die S H O W noch gar nicht begonnen !

Ich bin s e h r froh, über die Stimmung !
All das Erlebte der Herreise ist "vergessen" !
Sicher, dieses FLUIDUM - u n d der RUM tragen dazu bei, das schon jetzt.
V O R Programmbeginn - die Stimmung sooo gut ist !

ALBERTO war ...auf all meinen Wegen ... Immer an meiner Seite, so kann er später seinem Generaldirektor berichten - das alles bestens läuft !
So wie wir es IMMER bei allen Reisen erlebt haben.


Auch am Tisch ...der CHEF 's - ist eine gute Stimmung !
Ich bin so froh , das mein Kapitän FRITZ mit dabei ist...


Und dann . . . d a n n erleben wir die S H O W !


Was da auf der Bühne vor uns geschieht . . .
Wenn ich richtig gezählt habe -
...tanzten dort ZWÖLF Tänzerinnen und Tänzer - zu cubanischen Rhythmen -
ein Chor- singt -. der "irgendwo" versteckt ist..
Das gesamte Bühnenbild wird von einer wechselnden Beleuchtung umgeben -

Und wer schon E I N M A L Cubaner beim Tanzen beim Tanzen erlebt hat
der kann sich vorstellen was dieses ENSEMBLE uns darbietet . . .

. . . da sitzen sie nun und staunten !
Unsere Urlauber und Besatzungsmitglieder ! .

..und dazu die "m o r a l i s c h e" Wirkung des cubanischen R U M
es ist f a s t nicht zu beschreiben - was wir hier erleben -
diese Begeisterung- die se Freude - ..

. . . Ist d a s wirklich wahr ? Was wir hier erleben ? Träumen wir das nur?!


Z W E I Stunden dauert dieses Feuerwerk der Kunst des Tanzens -
der Musik- des Lichts. . .

Und dann gehörte die BÜHNE - die herabgesenkt wird. . .
unseren Leuten . . . - und die sind in einer unbeschreibbaren Stimmung !



Kapitän Leutholdt, der Hauptreiseleiter und unsere Offiziere verließen schon "recht-zeitig" nach dem Programm die Veranstaltung -
immerhin müssen sie ja noch.. .in ein paar Stunden Dienst an Bord tun !

A U S L A U F E N !

Nur EINER "durfte musste" bleiben - der Kulturoffizier - -ICH ...

vom Kapitän bekam ich den Auftrag: Päule ! Du sammelst en Rest ein.. Bring mir alle wieder an Bord.
DU bist der LETZTE --der das Tropica verlässt !
Bei mir blieb ALBERTO !
Wir haben dann " v e r s u c h t" UNSERE L E U T - anzusprechen...
Sie Zu "überzeugen . . . - doch in die Busse zu steigen ...



Aber sie - sie waren N U R fröhlich - wollten tanzen - feiern- lustig sein . . .
...wir MÜSSEN an Bord! Wir müssen auslaufen!
NA - U N D? ...wir haben doch soviel Zeit bis nach Hause . . .

Kulturoffizier! ...verstehst du uns nicht ?
Wir kommen NIE WIEDER HIER HER!
Sieh doch mal, da ... Und da... Sitzen doch auch noch welche...
wenn DIE gehen- "versprochen" ! DANN gehen wir auch . . .


TAGEBUCH - Eintrag Kapitän Leutholdt : . . . Do. 03.12. Warten auf Gäste !

Auslaufen : 04.30 h s t a t t 0 3.00 h


Damit ist alles gesagt, wie es mir "gelungen" ist , Die L E T Z T E N Urlauber an Bord . . . zu "schaffen" -
bei EINIGEN hatte der R U M seine ganze Anhaltende Wirkung getan !


...doch - geblieben ist bei ALLEN : C U B A q u e l i n da - e C U B A

CUBA wie schön - ist CUBA !







...weiter TAGEBUCH Kapitän : N E U E R O U T E :

NORDKÜSTE Cuba BAHAMA Strom

. . .s t a t t : Richtung FLORIDA




Unsere Heimreise beginnt. . . Aber K E I N E R weiß Bescheid -wie es lang geht . . .nur "langgediente" Besatzungsmitglieder "wunderten" sich .wo sind wir denn ?


Die Urlauber . . .r u h t e n - erholten sich -
zum einen von den "wirklich" anstrengenden Tagen des Landprogramms -
aber auch vom gestrigen Abend/Nacht-Programm -
Hauptsache ...die Sonne scheint - und so fuhren wir entlang -
der NORDKÜSTE Cuba's !







TAGEBUCH: Freitag- 04.12. . . . Immer noch Küste Cuba - Temp. +29 Grad


KEINE Erklärung an Passagiere

Die Passagiere genießen diese Ruhe und DIE Temperaturen

1 5. 0 0 Uhr NEPTUN - Taufe

1 8 - 2 1 Uhr "Sicherungsmaßnahmen "

Kurs : O S T

Zu den "Sicherungsmaßnahmen" kann ich nur sagen: KEINER wusste w a s !







TAGEBUCH : Sa.05.12. ÖFFNUNG Freibad auf dem Oberdeck Temp. +26


TELEGRAMME NUR IM NOTFALL



d.h. die Urlauber können N I C H T -
Ist die vornehme Umschreibung
für " dürfen nicht."
wenn sie es möchten - ein Telegramm nach Hause senden
--
wie es NORMALERWEISE auf einem Passagierschiff -
auch auf unserem -bisher... Üblich ist !



Das sind nun wohl ...ein Teil, der Ergebnisse von den BERATUNGEN mit der Botschaft . . . in Havanna .







TAGEBUCH Kapitän : Sonntag 06.12 Wind: 1 - 3

Tag des Gesundheitswesen der DDR



Für die Passagiere verläuft das Bordleben " n o r m a l " - für sie haben sich, keine nachhaltigen Probleme ergeben-
wenn man davon absieht, das doch EINIGE sich "erkundigt" haben bei ihrem Reiseleiter : WARUM ...denn kein Telegramm ?
Bis jetzt. ist die Stimmung der Passagiere gut - es gibt keine -uns bekannten Probleme.

Bis jetzt . . Ist das Wetter- die Temperaturen s o - wie sie ein Urlauber gern hat
Und alles andere an Bord läuft in "normalen" Bahnen!


U N D. von der GRUPPE. die auf der Hinreise versuchte einen Aufstand oder wie man es nennen will ..versuchte . . . N I X .Es gibt sie wohl nicht mehr.







TAGEBUCH Kapitän : Mo.07.12. Stabi's draußen Wind : S S W

KEINE BESONDEREN Vorkommnisse





TAGEBUCH Kapitän : Di. 08.12. ...nichts Besonderes ... Temp . +21



...wenn auch die Stabi's draußen waren -
die Sonne ist " immer noch da" u n d bei D E N Temperaturen
kann man doch den Urlaub - in der Sonne - so recht genießen !


Wir sind ja nun schon immerhin FÜNF Tage unterwegs - doch.. .zum Glück ---
die Stimmung unserer Urlauber ist g u t - u n d

diese" komischen Revoluzzer" mit dem TAXI ONKEL an der Spitze . . .
Scheinen sich - wirklich abreagiert zu haben -




. . . Aus der Sicht eines Kulturoffiziers - ist doch das Beste "wo gibt"

ZUFRIEDENE URLAUBER.

Es s c h e i n t so - als wäre SOMBRERO gar nicht geschehen -




TAGEBUCH Kapitän : Mi. 09.12. ...keine bes. Vorkommnisse Temp. +18



TAGEBUCH Kapitän : Do. 10.12. Wind: 2 - 3 Temp. +14


. . . Passieren A Z O R E N Abstand : 3 sm.
14.oo h F A I A L _ P I C O
17.30 h T E R C E I R A

S c h i f f arbeitet . . .


Von der Brücke - erklärt der Kulturoffizier "seinen" Urlaubern die Inseln . . .

Für die Urlauber ist es ein ganz normaler S e e t a g : Im Kinosaal wird in einem Vortrag noch einmal C U B A "durchgearbeitet" und zwar so...
das die Urlauber dann daheim einen Vortrag über IHRE Reise gestalten können...

An den Nachmittagen spielt die Bordkapelle zur Unterhaltung
Zu Kaffee u. Kuchen
Und dann am Abend . . . wird getanzt bis Mitternacht !




TAGEBUCH Kapitän: Fr. 11.12. . . .o f f e n e S e e Temp. +14



TAGEBUCH Kapitän: Sa. 12.12. Wind : N W _ W Temp. +13









TAGEBUCH Kapitän : So. 13.12. Gute Sicht

FRÜHSCHOPP

Verabschiedung I. O. Grossklags und.
1. Kab. Stew. Ansorg
" Tante Lotti"
durch den Kapitän . . .


13.00 h U S H A N T



Heute Vormittag hat der Kapitän seinen I.O. - den ERSTEN Nautischen Offizier Herbert Großklags verabschiedet - der dann - als KAPITÄN weiterhin Dienst tun wird , in der Flotte. . . U.a. auch als Kapitän - bei uns an Bord.

Weiterhin hat der Kapitän . . . " TANTE LOTTI " verabschiedet . . . Sie hat als ERSTE Stewardess in der Brigade Kabinenstewardessen gearbeitet - und ihr Bereich war: Kapitän - I.O. - Lt.O. F O - die jeweils "unter der Brücke" wohnen...

Tante Lotti - war bereits seit Indienststellung unseres Schiffes 1 9 6 0 an Bord und wurde nun "Rentnerin" . . .


Im Passagierbereich ...keine besonderen Vorkommnisse - d.h. bei einer Zusammenkunft mit den Reisegruppenleitern wurde gefragt:...alles OK!


Im Wirtschaftsbereich wird h a r t gearbeitet Bäckerei und Kombüse haben viel zu tun- denn morgen Abend ist ABSCHIEDSABEND -
und wir werden dann schon in der NORDSEE sein -
und "hoffentlich" . . . r u h i g e S e e !




TAGEBUCH Kapitän : Mo. 14.12. Sicht gut - Wind : 3 - 4 NW
0 6.30 h Feuerschiff St. Daddy im KANAL

A B S C H I E D S A B E N D

Am Nachmittag gab es einen "Kleinen Empfang"... beim Hauptreiseleiter . . . Der Koll. Brandt wollte "Dankeschön" sagen, an einige Offiziere mit denen er während der Reise zusammen gearbeitet hatte und ohne diese - wie E R es ausdrückte sehr gute Zusammenarbeit wäre die Reise nicht so erfolgreich gewesen, wie sie nun verlaufen ist !


Bei dem Abschiedsdinner im Speisesaal nehmen die Leitenden Offiziere des Schiffsrates zusammen mit dem Hauptreiseleiter teil, da werden dann noch ein paar Worte des Dankes an Schiff und Besatzung ausgesprochen... Und d a n n - dann ist
T A N Z in allen Räumen im Cafe - im Speisesaal -mit "t h e Kitchenband
Im Klubraum - mit einem Disk-Jockey - und so werden wohl alle Urlauber eine Gelegenheit finden zum Abschiedstanz . . .
. . . PETRUS meint es g u t mit uns -sozusagen als Entschädigung für die Hinreise !





TAGEBUCH Kapitän : Di. 15.12. Klare Sicht Wind : N W Temp. +

Rund um Dänemark
Stimmung der Passagiere ...nicht gut
Werden verscheissert ...
...wie im Vulkan



E I G E N T L I C H . . . geht die Heimreise ja um SKAGEN . . .
...dann durch den FEHMARN BELT - wo uns "fast immer" jemand erwartet - BUNDESGRENZSCHUTZ steht oben in GRÜN auf ihren Schiffen
...und die laufen dann " AUF BEIDEN SEITEN" m i t -bis GRENZE D D R !

D A S wollte man nun in der Reederei . . .
oder in HÖHEREN Ministerien sicher vermeiden - man weiß ja nie ! ! !


>>> siehe Zwischenfall Fehmarnbelt Ostern 1968 - 13/14.April -

Wo ein " westdeutscher Uboot-Jäger " - den BEFEHL hatte
...von der VÖLKERFREUNDSCHAFT JEMAND "abzuholen" ! ! !
...und läuft ..."mit HOHER FAHRT" v o l l mit dem
-Vordersteven auf unser Schiff auf . . .
. . . Den "Flüchtling hat er lebend -
...aber STEIF wie EIN BRETT - an Bord !

Nachzulesen in : Katastrophen auf See
Die Seeunfälle der Zivilen DDR - Schifffahrt
Friedrich ELCHLEPP - Manfred KRETZSCHMAR









W i r fuhren nun also "...rund um Dänemark..." und es war U N S -
die wir wussten ... W O wir liefen... überhaupt nicht wohl dabei ...
U N D s o muss man die Worte des Kapitän Leutholdt verstehen . .
...von der " nicht guten Stimmung der Passagiere" und -werden verscheissert -


Die BRÜCKE...d.h. der diensttuende Wachoffizier hatte " den AUFTRAG"
für die Passagiere DURCHSAGEN zu machen... W o sich das Schiff also z. Zt. Befndet.
...wie z. B. so . . . Wir passieren an der Steuerbordseite - querab - gerade FEHMARN - FEUERSCHIFF . . .


Der Kulturoffizier sitzt im Cafe- sozusagen...auf dem Sprung-
...mit einigen Reisegruppenleitern w e n n was passieren sollte.

- da tritt ein Passagier zu uns an den Tisch: Kann ich den Kulturoffizier mal an das Fenster bitten . . . ? !
Wir treten auf der Steuerbordseite im Cafe an ein Fenster und schauen hinaus...


Was du da drüben siehst . . . Kulturoffizier - das ist NICHT Fehmarn - Feuerschiff -

d a s ist die NEON-BELEUCHTUNG von T U B O R G . .
wir laufen nämlich gerade an KOPENHAGEN vorbei !!!

Was I H R hier mit uns - den Passagieren macht, ist eine ausgesprochene ... SAUEREI !
Man hält uns für BLÖD ! Wer hat dazu die Weisung gegeben?
Der Kapitän doch sicher nicht -
DENN - ICH weiß.. die ROUTE geht über Skagen und Fehmarnbelt . .

ICH "kenne" die Brauerei TUBORG - glaubt Ihr - die Urlauber sind bescheuert und blöd ?!
.Paul ! ...was man mit EUCH hier macht - IHR tut mir l e i d !

Ich wünsch Dir und deinem Schiff n i e wieder so eine Reise ... - tschüß !

Der Urlauber war Außenhandellskaufmann und war ... "oft draußen "!
...und w i r Zwei hatten uns auf der Reise gern und oft unterhalten !









TAGEBUCH Kapitän : Mi. 16.12. 01.30h Lotse bei DROGTEN


Dänischer Lotse

07.15h Warnemünder Lotse


08.30 h F E S T




A L L E S S T Ü R Z T V O N B O R D



VIEL Besuch versch. Dienststellen
Betr. : SOMBREO






Über 30 Jahre später . bei einem Besuch von Fritz bei ihm daheim in Stralsund - kamen wir- als er mir das oft eingefügte Tagebuch dieser Reise von ihm - übergab .
noch einmal auf diesen Törn zu sprechen -und er meinte, ja, ich hätt mir schon mal soon büschen was.. gernangesehen -
. aber so is dat nu mal - Kapten is Kapten -
D a s drückt in seiner Einfachheit den ganzen Fritz Leutholdt aus.









Danke schön an Päule Rohr für seine Schilderung der Ereignisse und sein Foto!

Hier die Originalschrift und Kpt. Leutholdts Tagebucheinträge


"Aktion Sombrero": Seeleute Rostock e.V., Juli 2013

   

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  06.01.2015  
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