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| SlR.m3e [S3.F4]  
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Typ MERCATOR

Die vier großen "-hausen"-Schiffe der DSR

Reeder & Manager: DSR Rostock | Heimathafen: Rostock

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midi/slr-hl-ms-sondershausen-rhk.jpg
MS "Sondershausen" auf der Reede von Hongkong
Foto: (B) | Repro: (L) | Siehe Seitenimpressum
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Mit diesen Anfang der 1970er Jahre von der DSR in Auftrag gegebenen Frachtern für den kombinierten Transport von Stückgut, Paletten, Industrieausrüstungen und Straßen- sowie Eisenbahnfahrzeugen bis zu 60 Tonnen, Metallhalbzeugen, Kühlladung und Süßöl, dabei auch besonders geeignet für einen höheren Anteil an Containern, kamen diese Schiffe für den Linien-Fernverkehr zum Einsatz. Für Schüttgüter, Baumwolle und Holztransport (in den Laderäumen und auf Deck) waren die MERCATOR-Schiffe nicht ausgelegt.
Diese Schiffe waren die ersten Semicontainerschiffe der DSR und mit modernen Betriebsanlagen hochgradig automatisiert. Sie besaßen vorteilhafte Luken und Umschlagausrüstungen sowie ein komfortables Logis für die Besatzung. Gemeinsam mit den Schiffen der späteren Serie MERIDIAN-II waren sie für die in die Jahre gekommenen Typ-IV-Schiffe, auf denen wir bei Entrostungsarbeiten mittlerweile schon das eine oder andere Loch in den dünn gerosteten Stahl schlugen, der quasi hochwertige Ersatz, mit dem die DSR die Konkurrenzfähigkeit im damals verstärkt aufkommenden Transport von Containern zwischen Europa und dem Fernen Osten sicherstellte.
Details zu diesem Liniendienst bei uns unter Seeleute/Dokumentieren/DSR-Fernost-LINES 1983!
slr-typ-mercator-or.jpg
Semicontainerschiff "Mühlhausen", Typ Mercator, Gouache 30x40 cm
Grafik/Sammlung/Repro: Marinemaler Olaf Rahardt fremdlink.gif, Rudolstadt/Thüringen 
Technische Daten: Freidecker Volldecker
Schiffstyp Stückgutfrachter
Bauwerft Warnow-Werft, Warnemünde
Baunummern (Siehe Tabelle unten)
Baujahre 1976 -1977
Klasse dsrk-zeichen.gif   KM Ice 4 aut 24
Besatzung 33 / 6 / - / 1   (Mann / Lehrlinge / Passagiere / Reserve)
Länge über alles 150,37 m
Länge zwischen den Loten 140,10 m
Breite auf Mittelspant   21,80 m
Seitenhöhe bis Hauptdeck   13,60 m
Tiefgang beladen     8,65 m   8,98 m
Dienstgeschwindigkeit 17,8 kn  
Fahrbereich 13.000 sm  
Verdrängung 18.090 t 18.900 t
Gewicht des leeren
betriebsklaren Schiffes
  6.550 t
Tragfähigkeit 11.540 tdw 12.350 tdw
Vermessung   7.480 BRT
  3.707 NRT
11.127 BRT
  6.015 NRT
Hauptmaschine 1 einfach wirkender, direkt umsteuerbarer, wassergekühlter 8-Zylinder-2-Takt-Kreuzkopf-Dieselmotor,
mit Umkehrspülung, Abgasturboaufladung und festen Drucklagern, fahrbar entweder aus dem Maschinenleitstand oder von der Brücke her (für 24h wachfreien Betrieb klassifiziert, jedoch 8h durch den Tagestörn überwacht)
Motorentyp DMR K8Z70/120E (MAN-Lizenz)
Leistung 8.240 kW (11.200 PS)
Drehzahl 140 U/min
Kraftübertragung Die Antriebskraft wurde über eine Zwischen- und die Schraubenwelle direkt an den Propeller abgegeben.
Propeller ein vierflügeliger Festpropeller aus "Cumanal" (Mangan-Multi-Material-Bronze) vom DMR;
D = 5,2 m; P = 4,305 m; G = 13.250 kg
Ruder ein Stromlinien-Halbschweberuder
Stromerzeugung 4 Dieselgeneratorsätze SKL 8VD36/24A-1/SSED639-12V; 600 PS/500 kVA
1 Notgeneratorsatz SKL 6VD21/152/SSED408-600B;
134 PS/107 kVA
Bordnetz 380/220 V / 50 Hz
Laderäume/-luken 5 Laderäume / 9 Luken
Lukenabdeckungen hydraulisch betätigte Faltdeckel
Laderaumkapazität 17.878 m³ (Schüttgut, nicht in Kühlräumen)
17.623 m³ (Stückgut, inklusive Kühlräume)
  davon 587 m³ für Kühlgut
zusätzlich 403 m³ für Süßöl
Containerkapazität 368 TEU (244 unter und 124 auf Deck)
Umschlageinrichtungen 1x   3,2-t-Kran
1x   8/3,2-t-Kran / nach ca. 1987 1x 8/3,2-t-Doppelkrane
1x   8/3,2-t-Doppelkrane / nach ca. 1987 1x 12,5-t- Doppelkrane
4x   8/12-t-Ladebäume
1x 60-t-Schwergutbaum
     (durchschwenkbar, für Laderäume II und III)
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Semicontainerschiff "Mühlhausen - Thomas-Müntzer-Stadt"
Gemälde/Sammlung/Repro: Marinemaler Olaf Rahardt fremdlink.gif, Rudolstadt/Thüringen
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Die vier "-hausen"-Schiffe:
Schiffsname
   Registriernummer
Bau-Nr. Rufzeichen
bis / ab 1980
I.D. A.D. Verbleib (an)
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NORDHAUSEN
   IMO 7608552
348 DEVW / Y5BW 31.07.1976 07.09.1993 Fernleigh Ltd., Kingstown
MÜHLHAUSEN
   IMO 7617759
349 DEVX / Y5BX 27.08.1976 21.12.1993 Arcola Nav. Ltd., Kingstown
SANGERHAUSEN
   IMO 7627778
350 DEVY / Y5BY 27.01.1977 18.01.1994 Tara Ltd., Kingstown
SONDERSHAUSEN
   IMO 7638246
351 DEVZ / Y5BZ 18.03.1977 15.06.1993 Schiffahrtsges. MS "Juliana M"
mbH & Co KG, Limassol
Die Einschrauben-Frachtschiffe mit Wulstbug, kurzer Back, im achteren Bereich zwischen den Laderäumen IV und V eingebautem Maschinenraum, darüber liegenden Aufbauten und Spiegelheck besaßen drei durchgehende Decks. Der voll geschweißte Schiffsrumpf war durch sieben wasserdichte Querschotten in acht Abschnitte unterteilt: Vorpiek, Laderäume I bis IV, Maschinenraum, Laderaum V und Achterpiek. Die Be- und Entladung erfolgte über die neun Ladeluken. Die Laderäume I, III und IV besaßen ein natürliche Belüftung und konnten technisch entlüftet werden. Der Laderaum II konnte mittels Ventilatoren be- und entlüftet werden. Die achteren Laderäume V hinter dem Maschinenraum waren die Kühlräume mit bis zu -20°C (Luken 5a und 5b).
Für die Besatzung standen Einzelkammern und neben natürlich den Messen eine Bibliothek, ein Fotolabor, ein Sportraum zum Aufheizen und ein Planschbecken zum Abkühlen zur Verfügung. Die Mannschaftsräume sowie ausgewählte Werkstatträume waren für den Sommereinsatz klimatisiert bzw. für den Wintereinsatz beheizt (Dampf, elektrisch).
Für die Brandbekämpfung waren die damals üblichen Standardanlagen installiert. Zwei Motorrettungsboote konnten je 48 Personen aufnehmen sowie vier Rettungsflöße je 12 Personen.
Besonderheiten (1):

slr-ms-sangerhausen-uesh.jpgDiese Schiffsserie wurde von der Warnow-Werft Warnemünde in 21 Einheiten gebaut, von denen 17 als Serie VARNEMUNDE an die ehemalige Sowjetunion gingen. Der Serienerstling, also die "Varnemunde", wurde am 23.12.1972 abgeliefert. Die vier Schiffe für die DSR wurden unter der Typbezeichnung MERCATOR bekannt.

Die "Nordhausen" wurde am 20.05.1976 vor dem Stapellauf wie selbstverständlich dem Namen gebührend durch eine Destillateurin des VEB Nordbrand getauft. Danach stieß man auf das neue, schwimmfähige Schiff an - zünftig mit einem Glas "Nordhäuser".

Als die "Mühlhausen" im August 1976 in Dienst gestellt wurde, erreichte die DSR-Flotte den runden Schiffsbestand von 200 Einheiten.

MS "Mühlhausen" trug zwischen 1981 und 1990 den Zusatz "Thomas-Müntzer-Stadt" unter dem eigentlichen Namen.

Mit den "-hausen"-Schiffen wurde DSR-LINES durch die monatlichen und pünktlichen Abfahrten, trotz aller Widrigkeiten gerade auf dieser Route, endlich auch in Japan zu einem bekannten Begriff.

slr-sangerhausen-marclub.jpgEinmalig in der Flotte war der auf MS "Sangerhausen" geschaffene maritime Klub "8 Glasen" (siehe Clubkarte li., für die Barkarte klicke auf die Abb.). Das in der Freizeit gepflegte Klubleben förderte in zahlreichen Veranstaltungen die Tradition der Seeverkehrswirtschaft und den seemännischen Berufsstolz. Die attraktive Ausstattung übernahmen Mitarbeiter des VEB Raumkultur Sangerhausen aus der Patenstadt ebenfalls in ihrer Freizeit.

1984 wurde aus "Sangerhausen" im Reederei-Volksmund "Schwangerhausen", nachdem - im Vorfeld unerkannt - schon auf der Ausreise in Antwerpen plötzlich ein "DSR- Nachwüchsling" das Licht der Ozeane erblickte!

MS "Nordhausen" wurden während einer Werftzeit im Oktober 1984 die 8-t-Doppelkrane vor den Aufbauten durch einen neuentwickelten elektro-hydraulischen Schiffswippkran vom KGW Schwerin ersetzt. Das Schiff sollte als Versuchsträger für diesen 25-t-Krantyp für die zukünftigen OBC-Schiffe aus Wismar dienen. Das Kran-Monstrum war mit seiner Sichtbehinderung der Grund für die Versetzung des Ruderstands um 1,5 m aus der Mitte nach Backbord. Dieser Kran rief keine Begeisterung auf dem Schiff hervor. Im Juli 1987 wurde er wieder abgerüstet und durch die neuen 12,5-t-Doppel-Schiffswippkräne ersetzt. - nach (13)

Fotos von den Schiffen aus den Jahren nach 1987 zeigen wohl, dass die 12,5-t-Doppelkrane dann auf allen MERCATOR zum Einsatz kamen und deren 8-t-Pärchen nach vorn versetzt wurden.

Gemeinsame Flaggenwechsel
  • am 18.06.1990 an die Deutsche Seereederei Rostock GmbH
Besonderheiten (2):

Die Schiffe "Nordhausen", "Mühlhausen" und "Sangerhausen" wurden in dieser Reihenfolge an den Tagen 27.05.1992, 30.03.1992 und 16.04.1992 an die METZ COMBI LINE verchartert. Die Schiffe erhielten dazu andere Namen (in der o.g. genannten Reihenfolge: "Metz Italia", "Metz Canada" und "Metz Espana").
   

Schiffsverluste:
  • Keine
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MS "Nordhausen" am 2.11.1986 im Nord-Ostsee-Kanal (mit dem 25-t-Monstrum vor den Aufbauten, verdeckt)
Foto/Sammlung: (P) | Repro: (w)
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Foto/Sammlung: (S)
Das Foto lässt sich größer klicken!
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MS "Mühlhausen - Thomas-Müntzer-Stadt" am 13.2.1990 im Nord-Ostsee-Kanal
Fotos/Sammlung: (P) | Repro: (w)
Heckansicht   |   Bugansicht 
slr-ms-sangerhausen-nok.jpg
MS "Sangerhausen" im Nord-Ostsee-Kanal
Foto/Sammlung: (P) | Repro: (w)
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In Erwartung eines Sturmes wurden wir mit der Ankerkette an den Tonnen festgemacht. Juli 1980 im Hafen von Yokohama. Meine erste Reise.
Foto: (V) | Repro: (V), (w)
Das Foto mit der originalen Kranbestückung lässt sich größer klicken.
slr-hl-ms-sondershausen-esr.jpg
MS "Sondershausen", Arbeiten im E-Schaltraum
Foto: (B) | Repro: (L), (w)
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MS "Sondershausen" am 25.4.1990 im Nord-Ostsee-Kanal
Fotos/Sammlung: (P) | Repro: (w)
Heckansicht   |   Bugansicht 
Zu den weiteren Verbleiben der Schiffe:

1976 MS "Nordhausen" - 1993 PONGOLA (Unicorn) - 2000 in Alang als VOLSELLA abgebrochen

1976 MS "Mühlhausen" - 1994 UMGENI (ARCOLA, Kingstown) - 7.7.2000 zum Abbruch in Alang

1977 MS "Sangerhausen" - 1994 SEZELA - 1997 KEKAL SATU - 1998 SEZELA - 2003 AGUS (Malaysia) - März 2011 noch in Fahrt - November 2011? - Februar 2015? ("dead")

1977 MS "Sondershausen" - 1993 TUGELA - 1994 JULIANA M. - 1994 AFRIS PIONEER - 1997 JULIANA M. - 1997 HARARE - 1.6.2000 Abbruch in Alang

Quellen: (1) "Catalogue of Ship's Types", DSR, 1979
(2) "Vom Kutter zum Containerschiff", Neumann/Strobel, Verlag Technik Berlin, 1981
(3) "Deutsche Seereederei", Verlag Gert Uwe Detlefsen, Bad Segeberg, 1996
(4) "Bordgeschichten II", DSR-Seeleute e.V. Freiberg & SGO Rostock, 2002
(5) "Bordgeschichten III", DSR-Seeleute e.V. Freiberg & SGO Rostock, 2003
(6) "DSR - Deutsche Seereederei Rostock", Götz/Wenzel, Koehler Hamburg, 2004
(7) Seefunk - Fx-Intern e.V. Rostock, DSR-Schiffsdatenbank fremdlink.gif, 2011
(8) Mercator_(Schiffstyp) - Wikipedia fremdlink.gif - Die freie Enzyklopädie, 2011
(9) Wolfgang Jacob, Freiberg, 2011, (gest.)
(10) ShipSpotting.com - Ship Photos and Ship Tracker fremdlink.gif, 2011
(11) "DSR-LINES", Prospekt, DSR, 1983
(12) Bordunterlagen (Tankplan), via Henning Lange, Quedlinburg
(13) "Deutsche Reedereien, Band 23, DSR", Verlag GUD, Bad Segeberg, 2004
Grafiken: Marinemaler Olaf Rahardt, Rudolstadt/Thüringen; (1); (12); (R) VEB Raumkultur Sangerhausen via (9);
Fotos: (D) Archiv Deutfracht/Seereederei Rostock; (B) Bordfotozirkel; (L) Henning Lange, Quedlinburg; (P) Norbert Pilz, Kronshagen; (V) Konrad Völkel, Zwickau; (S) Arne Sognnes, Bergen/Norwegen
Fotoshow teilweise mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Redaktion: (w) Webmaster (ABa, Hamburg)
Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die Unterstützung und für die
freundlichen Genehmigungen zur Veröffentlichung der Fotos!
Wir nehmen zum MERCATOR gern eure Stories und Fotos vom Bordleben entgegen!

"Typ MERCATOR": Seeleute Rostock e.V., November 2011

   

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  14.03.2017  
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