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Rostocks Trumpf! (5)

"Ruder steht." - Wie weiter?

Inhalt: 
Was Hamburg mit der PEKING lehrt 07.01.2021
Der Anker zum Gedenken! 15.11.2020
Bad Outsight from the Insight 05.11.2020
...langsam entwidmet... 18.10.2020
...versinkt in Kinkerlitzchen 10.10.2020
Rostock - "maritim"??? 10.02.2020
DSR-Frachter als Spaßobjekt 25.01.2020
Politik mit Unverstand! 23.04.2019
Hanse Sail am IGA-Kai? 23.10.2018
Ostsee-Museum im IGA-Park 11.10.2018
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Ostsee-Museum im IGA-Park

Zukunftsplan für Schmarl: Eintritt für Park fällt weg, "Tradi" muss saniert werden

Vor einem Jahr kam von den Rostockern ein eindeutiges Votum: Beim ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte stimmten fast zwei Drittel der Wähler dafür, das Traditionsschiff "Dresden" weiterhin in Schmarl zu lassen, wo es seit Jahrzehnten liegt. Nach dem turbulenten Wahlkampf um den Liegeplatz wurde es jedoch schnell wieder ruhig ums "Tradi". Bis jetzt: Noch im Herbst will das neue Geschäftsführerduo des lga-Parks - Kathrin Möller und Matthias Horn - ein Zukunftskonzept für Park und Schiff vorlegen. Die Eckpfeiler: Der Eintritt in das IGA-Gelände wird abgeschafft, das Schiff muss im Brandschutz saniert werden, und 2020 soll ein "Ostsee-Museum" gebaut werden.
Alle Kosten, alle Strukturen, alle Abläufe wurden analysiert und optimiert, wobei sich auch der freie Zugang zum Park ergab. Das Ausstellungsgelände der IGA 2003 soll 2025 auch Außenstandort für die Buga werden. Angebote für Jogger, Inline-Skater und andere Sportler sollen entstehen.
Ein Brandschutz-Gutachten weist massive Defizite auf dem "Tradi" aus, wie etwa alte Elemente aus Styropor. Das wird 2020 aufwändig umgebaut, und dabei werden auch die Ausstellungen zeitgemäß umgestaltet. Nach dem Umbau soll im Bereich der Stauung auf 800 Quadratmetern die maritime Geschichte Rostocks präsentiert werden - von der Hansezeit bis ins 21. Jahrhundert. Auf Deck 3 sind 1.200 Quadratmetern für Sonderausstellungen geplant, vielleicht auch ein Kinderland. Die "authentischen Räume" des alten DDR-Frachters - die Kombüse, Mannschaftsräume und Brücke - sollen mit Video- und Audioinstallationen stärker in Szene gesetzt werden.
An Land soll endlich der Erweiterungsbau - das Maritime Erlebniszentrum - entstehen. Ende des Jahres geht es mit den Ideen in die Bürgerschaft. 2019 soll ein Architektenwettbewerb starten. Das neue Haus soll 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten - und ein Café mit Blick auf das "Tradi", die Warnow und den Seehafen. In einem Teil soll die maritime Sammlung, sollen die historischen Schätze gezeigt werden. Der andere Teil soll einen stärkeren touristischen Fokus haben. Der Projektname lautet "Ostsee-Museum". Es soll die Geschichte der Ostsee zeigen - emotionell ansprechend. Dabei geht es um Biologie, um Geschichte, um Geologie, um Politik und auch um Wirtschaft.
Die historische Bootswerft soll bestehen bleiben, um vielleicht auch mal ein Rostocker Handelsschiff aus alter Zeit nachzubauen? Die IGA 2003 GmbH dementiert indes energisch solche Gerüchte, nach denen große Teile des Parks Bauland werden sollen.


Quelle: Ostsee-Zeitung Rostock, Freitag, 21. September 2018, Seite 11

11.10.2018 Nach oben ^
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Hanse Sail am IGA-Kai?

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Buga-Plan für Schmarl: Ausweichquartier für die Hanse Sail? Den NNN-Artikel lesen.
Quelle: NNN Rostock, Donnerstag, 6. Oktober 2018, Seite 7

23.10.2018 Nach oben ^
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Politik mit Unverstand!

Ja, die SPD liegt wieder daneben, wie auch schon beim Bürgerentscheid, bei dem es ihr spezielles Anliegen war, den Entscheid nur auf das Tradi zu beziehen. Ihr Argument war, das viele Geld (am Schluss 25 Mill. nur für die Verholung!) in wichtigere Vorhaben zu investieren.

Nun heißt es in Kreisen der SPD, mit dem Verbleib des Traditionsschiffes in Schmarl "sei auch eine Weiterentwicklung des dortigen Museums mit einem Neubau verbunden gewesen". Ein Journalist hat den Widerspruch in den Äußerungen der SPD offengelegt.

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Quelle: OZ Rostock, Montag, 22. April 2019
Ob das alles in Rostock noch mal was wird?
In nur sechs Jahren soll dort die Bundesgartenschau (BUGA) zu sehen sein.

23.04.2019 Nach oben ^
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DSR-Frachter als Spaßobjekt

OZ-Artikel vom 24.01.2020 - TRADI soll auf dem "Sonnendeck" (Was für eine unzutreffende Bezeichnung auf diesem ehemaligen Frachtschiff!) einen Kletterpark bekommen - Zukünftig soll eine Rutsche vom Hauptdeck des TRADI's zur Pier die Besucher begeistern
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Wir als die Erben des Maritimen, insbesondere der DSR mit der DRESDEN, stellen uns unter einem maritimen Denkmal etwas anderes vor. Aber die Museumsleitung ist die Verwaltung, und diese findet nun zu solch ulkigen Ideen wie einem "Kletterpark" an Bord und einer "Rutsche vom Hauptdeck des TRADI's zur Pier". Wenn es dazu keinen "Aufsichtsrat" gibt, werden wir immer in verschiedene Richtungen laufen. Jüngst vergangene Gespräche von uns (Vorstand, Kpt. Diestel) mit dem Museum auch zur Wiederherstellung der Kapitänskammer strandeten, verliefen im Sande, blieben im Kindergeburtstag stecken.

Wir erinnern hier noch einmal an internationale Erfahrungen, bereits vor sieben Jahren (!) im Zusammenhang mit dem Desaster um die "Georg Büchner" bekannt geworden:

16.01.2013
Dort, wo die Sonne aufgeht, ...
Großes Aber, nachträglich:

Alle Projekte, in die Schiffe, wie die HIKAWA MARU, QUEEN MARY, PEKING, ORIANA usw., in irgendeinen Erlebnis-Park einbezogen wurden, sind gescheitert oder dämmern dem letzten Schritt, der Verschrottung, entgegen. Bei solchen Projekten ist immer die Gefahr, dass das Schiff zum in jeder Hinsicht billigen Spaß-Anhängsel verkommt, übergroß! Bei der HIKAWA MARU wurde ein weiterer Fakt deutlich. Je mehr man das Schiff umbaute, um es dem modernen Besuchergeschmack anzupassen, desto bedeutungsloser wurde es. Als ich das Schiff vor einigen Jahren wieder einmal besuchte, war man sich in Yokohama darüber einig, dass das Schiff nur zu retten ist, wenn es seine alte Reederei (NYK) erneut übernimmt und, soweit es möglich ist, wieder in seinen Urzustand versetzt.
Kpt. Hans-Hermann Diestel, Althof, aus Brief "Schifffahrtsmuseum - Tradi" an das SSMR, 26.5.2013

Die "Dresden" - trächtig mit dem Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock an Bord - ist mehr als nur ein "Heimatmuseum"! Und das gilt es herauszustellen. Auch wenn schon immer auf Schiffen in die Wanten geklettert wurde und heutzutage sogar ausfaltbare Rutschen als Evakuierungsmittel von Trafoplattformen der Windparks auf See zur Anwendung kommen. Aber all das trägt nicht wirklich zur Bewahrung des letzten Typ-IV-Frachters bei.

Die Museumsleitung muss den Weg in die Bedeutungslosigkeit vermeiden!

Zur Flying P-Liners PEKING: Wahrer Enthusiasmus und Gewinnung echter Liebhaber brachten sie tatsächlich nach Deutschland zurück. Sie wird gerade in den Originalzustand gebracht, umgebaut, erneuert, und sie wird dann in originaler Strahlkraft zu bewundern sein.

Begrüßenswert sind jedoch der endlich freie Zugang zum Park und die Wiederbelebung einer Park-Gastronomie sowie dessen Umbenennung (nach dem Vorbild in einer anderen wirklichen Hansestadt) weg von dieser unsäglichen Abkürzung IGA hin zu einer fast schon prosaischen Bezeichnung, in der aber noch das Schiff, das Museum, die Seefahrt fehlt. ... Wie wär's mit "Fenne, Boom un Freden"? Die Schifffahrt ist schon immer mit Bäumen verbunden, sei es als Baumaterial oder als Frachtgut. Die Natur hat den Frieden, den das Typschiff namentlich um die Welt trug, und wie der Frachter im Park sogar ursprünglich vom Stapel lief.

25.01.2020 Nach oben ^
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Rostock - "maritim"???

Liebe Freunde und Mitkämpfer,

die in dem Artikel angekündigte Entwicklung erfüllt die meisten von uns mit Sorge. Diese Entwicklung war aber schon absehbar. Vor dem Erscheinen des Artikels habe ich ja schon in einem Diskussionsbeitrag auf Probleme hingewiesen, die ich für bedenklich halte.

Dieser Beitrag war der Anlass für Frau Dr. Möller, mich zu einem Gespräch einzuladen. ... Nach dem Gespräch hatte ich erst den Gedanken, die Aussagen zur Entwicklung des Museums mit ein paar Bemerkungen zu ergänzen. Von diesem Gedanken habe mich wieder verabschiedet. Ich habe sie in einem Diskussionsbeitrag zusammengefasst, den ich auf dem geplanten Seminar oder Kongress, falls es dazu überhaupt kommt, vortragen könnte. pdficon.gif

Mit diesen Bemerkungen möchte ich mich erst einmal aus weiteren Diskussionen um die Auseinandersetzungen um den künftigen Weg des Tradi verabschieden. Sinn würden sie für mich erst wieder auf der vorgeschlagenen Veranstaltung machen.

Einen schönen Sonntagabend wünscht Euch Hans-Hermann (26.01.2020)

10.02.2020 Nach oben ^
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Bedeutendes maritimes Technisches Denkmal versinkt in Kinkerlitzchen*

*Kinkerlitzchen ist im Volksmund die Bezeichnung für ein wertloses Schmuckstück. In der Umgangssprache wird Kinkerlitzchen allgemein für ein Produkt oder eine Sache verwendet, die als albern, nichtig, unnötig oder sogar unsinnig abgewertet werden soll. Wikipedia fremdlink.gif

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Quelle: Ostsee-Zeitung Rostock vom 8. Oktober 2020 / Digitalisat: HeWo, Rostock

Nun ist die Katze aus dem Sack. Statt maritimer Meile mit Gebäude und Schifffahrtsmuseum, vom Stadthafen bis nach Schmarl, soll hier nun der größte Kinderspielplatz mit Einbindung des "Tradi"s entwickelt werden. Da bricht nun Rostock endgültig mit seiner maritimen Tradition. Kindern gehört die Zukunft, das sehen wir auch so, aber nicht, indem sie auf Denkmalen herumtoben. Das Tradi ist das noch vorhandene Herzstück der maritimen Geschichte Rostocks. Das Maritime hat Rostock sein Gesicht und seine Geschichte gegeben.

Der IGA-Park als größte Investruine Rostocks kann gerne als Spielplatz umgebaut werden, aber lasst die Finger von den ausgestellten maritimen Exponaten und erst recht von den Schiffen! Wenn in Hamburg jemand auf die Idee käme, einen noch höheren Kletterwald auf den Rahen der PEKING zu bauen, würde ihm sicherlich die Kielholung drohen.

Meldet euch dazu, für den Garten bleibt trotzdem genug Zeit.
Mögliche Ansprechpartner wären:
Landesdenkmalpflege Schwerin, Domhof 4, 19055 Schwerin
Denkmalpflegeamt Rostock, Strandstraße 97, 18055 Rostock
Bürgerschaft Rostock, info@rostock.de emaillink.gif

Vorstand Seeleute Rostock

10.10.2020 Nach oben ^
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Wie ein Denkmal langsam entwidmet wird…

Das TRADI und seine Schwesternschiffe wurden an der Warnow entwickelt und trotz der bestehenden Mangelwirtschaft der 50er Jahre sogar 15 Mal gebaut. Ein letztes, erhaltenes Schiff der Typ-IV-Serie - die "Dresden"- wurde zum Denkmal erklärt und ist jetzt noch vorhanden. Sie ist Zeugnis unserer maritimen Entwicklung, das tausende Menschen als stolze Schiffbauer, Seeleute und Hafenarbeiter verbindet, die die Integration des Schiffes in unsere maritime Kulturlandschaft auch als Verpflichtung sehen. Umso unverständlicher, wenn man dann beim Besuch des Schiffes feststellt, dass Veränderungen wie z.B. die an den Tourismus angepasste Gestaltung der Offiziersmesse oder der Zustand der ehemaligen Kapitänskammer getroffen wurden, die nichts mehr mit dem Originalzustand des Denkmals - das wir ja mit dem Schiff vor der Welt präsentieren wollen - zu tun haben, sondern jetzt eher den Geschmack der heutigen Zeit treffen. So hat man es im Laufe der Jahre "geschafft", dass nur noch eine Mannschaftskammer auf dem gesamten Schiff - das ja ein Denkmal! sein soll - im Originalzustand erhalten ist.

Peinlichster Höhepunkt eines Rundgangs: die Verlegung von Fäkalienleitungen direkt vor Abs34-pr20201018-tech-denkmal.jpgdie Hauptschaltanlage, was nicht nur ehemaligen Schiffbauern und Fahrensleuten aufstößt, selbst auch ein Verstoß gegen damalige Arbeitsschutzregeln wäre. Es besteht offensichtlich Gefahr für die Exklusivität des Denkmals, wenn solche Gleichgültigkeit - oder ist es Ahnungslosigkeit? - bei Museumsprojekten möglich ist. Und der Eindruck auf Fachbesucher, denen wir eigentlich zeigen wollen, was wir so drauf hatten ... entlockt dieser Anblick nur ein bedauerndes Lächeln.

Und dann die schockierende Nachricht in der Presse: Statt vollmundiger Versprechen, schwerpunktmäßig maritim- und traditionsgeprägte Veranstaltungen anzubieten, lässt man das wohl nun nach letzter Pressemitteilung "den Bach runtergehen", wie ein Hamburger Kapitän es ausdrückte. Es soll ein "cooler" Kletterwald in den Masten! installiert werden und Schlafboxen an Deck, und der Kinderspielplatz Schiff wird offensichtlich. Der Maritimen Kultur bevorzugt, und das auf unserem Museumsschiff!? Aber Geschichte ist nicht nur Geschehenes, deshalb gibt es viele Anregungen von ehemaligen Seeleuten und Gästen, wie die Schaffung eines maritimen Vortrags- und Bildungszentrums, wo z.B. regelmäßig selbstgedrehte Filme von Besatzungen, die öffentlich gezeigt werden, und wo ehemalige Seeleute ihre erlebten Geschichten erzählen könnten. Ein Filmbildarchiv, oder Maritime Galerie oder, oder …, die jetzt dafür auf der Strecke bleiben. Wir, die Mitglieder des Vereins der Seeleute, sind trotzdem optimistisch und kämpfen um den Erhalt des Schiffes auch als Denkmal und sind natürlich auch weiterhin bereit, zur offenen und ehrlichen Zusammenarbeit.

Stephan Bohnsack
Pressesprecher
Verein der Seeleute Rostock, 17.10.2020
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Quelle: Rostocker BLITZ am Sonntag Nr. 36, 2020 / Foto: Stephan Bohnsack, Rostock
18.10.2020 Nach oben ^
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Bad Outsight from the Insight

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Ein solch permanent installierter Klettergarten hat mit einer musealen Ansicht des maritimen technischen DENKMALs wenig gemein. Diesem Vorhaben stimmen wir nicht zu!
Auf anderen Museumsschiffen wird so etwas zurückhaltender realisiert.
Quelle: Seeleute Rostock, Donnerstag, 5. November 2020

05.11.2020 Nach oben ^
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Der Anker zum Gedenken!

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Endlich mal eine gute Nachricht, auch wenn es ein nachdenkliches Datum ist. Pünktlich zum Volkstrauertag wurde unser Denkmal vor dem Tradi eingeweiht. Durch eine Initiative des MRR wurde der Gedenkstein (Quirl, s. Die Häuser der DSR, #Abriss2013) vom Dach der Tiefgarage hinterm „Haus der Schiffahrt“ vor das "Tradi" verlegt. Nun hat es einen würdigen Platz, an dem wir im Angesicht unserer DRESDEN unserer DSR/Deutfracht-Seeleute gedenken können, die auf See geblieben sind (siehe dazu bei uns AUF SEE GEBLIEBEN).
Abs36-2020-11-05-Pilz-Umsetzung.jpg Abs36-2020-11-15-Volkstrauertag-1.jpg Abs36-2020-11-15-Volkstrauertag-2.jpg
Fotos: Seeleute Rostock, November 2020
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Gedenktafel: 1977/78 Seereederei Rostock, Wolfgang Kaden, 2020 Kunstsammlung und Stiftung DSR und RFL

15.11.2020 Nach oben ^
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Hans-Hermann Diestel
Kapitän
Scheunenweg 10
18209 Althof
05.01.2021

WAS UNS HAMBURG MIT DER PEKING LEHRT

Am 3. Januar 2021 strahlte der NDR um 18 Uhr die Dokumentation "Ein Großsegler für Hamburg" aus. Ich würde gerne die Bürgerschaft, den OB, die Buga-Verantwortlichen, die Verantwortliche für das technische Denkmal "Traditionsschiff DRESDEN" und last but not least den Vorsitzenden des "Maritimen Rates" dazu vergattern, sich diesen Film anzusehen und im Interesse Rostocks zu analysieren. Dazu würde ich ihnen auch gerne einen Artikel von mir über die PEKING in New York, den die Fachzeitschrift "Schiff & Hafen" in der Nummer 1/97 unter der Überschrift "Museum oder Touristenzirkus" veröffentlichte, zur Verfügung stellen. Die Amerikaner haben weder das eine noch das andere geschafft und sind krachend gescheitert. Die Leitung des "Tradi" unternimmt derzeit gewaltige Anstrengungen, den New Yorker "Touristenzirkus" in Rostock nachzumachen.

Den Verantwortlichen und den vielen freiwilligen Helfern, die sich um Aufbau und Unterhalt einer ganzen Flotte von Traditions- und Museumsschiffen in Hamburg bemühen, kann man zum Erfolg ihres Einsatzes nur gratulieren. Dabei ist Hamburg ja durchaus nicht die einzige Stadt, die das Maritime zur Verbesserung seiner Attraktivität fördert. Städte wie Oslo, Stockholm, Danzig, Antwerpen, Rotterdam, Lübeck usw. stärken kontinuierlich diesen Bereich, weil sie wissen, dass die Menschen von Schiffen und dem Maritimen generell angezogen werden.

Vor der Projektgruppe "Maritime Meile im Stadthafen Rostock" hatte ich am Beispiel von 70 maritimen Museen, die ich selbst besucht habe, belegt, welche Faktoren für den Erfolg einer solchen Einrichtung entscheidend sind. Ich merkte schon bei der Gelegenheit, dass ich bei den Vertretern der Bürgerschaft gegen eine Wand aus Ignoranz, Kurzsichtigkeit, Opportunismus und Feigheit vor einer schwierigen Geschichte ansprach. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert.

Die Hamburger haben mit viel Engagement, Überlegung und Gefühl für das Wesentliche eines solchen Objektes die Substanz des Schiffes erhalten oder, soweit es ging, wieder hergestellt. Chapeau!

Die Rostocker haben ihr einzigartiges technisches Denkmal seit Jahrzehnten Scharlatanen und Amateuren überantwortet, die es u.a. durch das Herausreißen der Kammern des Kapitäns, Bootsmanns, des "Viermannstalls" (Lehrlingskammer), aller Passagierskammern usw. weitgehend entkernt haben. Man darf das durchaus als museologischen Vandalismus bezeichnen. Der Maschinenraum wird inzwischen durch neue Anlagen verfälscht.

Wer die Arbeit auf der PEKING und die auf der DRESDEN miteinander vergleicht, kann die intellektuellen Unterschiede im Agieren der Verantwortlichen beider Städte nicht übersehen. Den Rostocker Verantwortlichen darf man, ohne ihnen zu nahe zu treten, die Worte von J. W. v. Goethe unter die Nase halten:

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.

07.01.2021 Nach oben ^
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"Rostocks Trumpf! (5)": Seeleute Rostock e.V., Oktober 2018 ff.

    

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