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Wolfgang König, Berlin

"Grey Fox" Wolfie

Herbst 2016, Frachtschiffreise in der Trampfahrt Europa - Golf von Mexiko - USA - Europa


Also, ich habe mich schon wieder in unsere gute alte Fahrenszeit versetzt gefühlt. Beim Einlaufen in die USA. Erst einmal wurden alle Flaggen durch nigelnagelneue Tücher ersetzt, na gut. Aber dann kam die Immigration. Das war so wie, als wir uns alle damals beim Auslaufen in der Messe versammeln mussten. Wir nun also auch. Wir nahmen alle mit unserem Pass/Seefahrtsbuch im Gang vor der O-Messe Aufstellung. Dann traten wir einzeln ein, wo uns ein grimmig guckender Officer empfing. Ich glaube, der hat mal im ÜSH in ROS gearbeitet. Jeder wurde peinlichst genau und weiterhin grimmig angeschaut, der Name wurde verglichen und abgefragt, er sagte ihn, und wir mussten ihn sagen. Mit mir kam er gar nicht klar. Passenger, das verstand er noch, aber dann. ER: Why - business? ICH: No, Sir, holiday. ER: What, holiday on a cargo ship - why? ICH: Why not, Sir? ER: What do you do all day? ICH: Nothing, Sir, I see on the ocean. - Dem Chief Mate stand der kalte Schweiß auf der Stirn. - Nach langem Überlegen und intensivem Anschauen, und ich glaube, beim Officer ein leichtes Kopfschütteln gesehen zu haben, bekam auch ich meinen Stempel in meinen Pass. Mein Chief Mate konnte mich gar nicht schnell genug aus der O-Messe raus kriegen. Und dabei bin ich doch nur ein harmloser Passenger. Übrigens, diese Prozedur machen die auch, wenn das Schiff mitten in der Nacht einläuft.

Wir sind in Houston angekommen. Wir liegen auf Reede vor Anker und gehen morgen früh rein. Mit uns liegen hier 52 Schiffe, und davon sind nur 3 keine Tanker. Fast der ganze Golf von Mexiko ist als Erdölfördergebiet ausgegeben, wo man nur Zwangswege fahren darf. Morgen fahre ich -- Apollo 11, Houston, wir haben ein Problem -- zur NASA. Da freue ich mich drauf. Die Reisedauer hat sich nun, typisch Tramper, um ca. 3 Wochen verlängert. England (Immingham, Liverpool, Bristol) + Irland. Geplanter Einlauftermin in Bremen ist nun der 27.11. Also vielleicht doch kein Weihnachts-Klönsnack. Ich komme jetzt in unseren ehemaligen Bereich Südamerika-Fahrt. Dort waren wir auch so um die 3 Monate unterwegs gewesen.

Nun hat es uns doch erwischt, Einlaufen mitten in der Nacht. Und das Unheil nahm seinen Lauf. Festmachen 01:30 Uhr. Und alle versammelten sich brav vor der O-Messe. Erst kam der Agent, der mir gleich für 9 Uhr ein Taxi zum Space Center bestellt hat. Und dann kam der Immigration Officer. Wie der erste, ein Bulle von Mann, nur dieser ein Weißer. Aber die müssen alle die gleiche Ausbildung gehabt haben, grimmig bis zu den Schnürsenkeln. Als erstes jagte er uns, die es gewagt hatten, um 3 Uhr Nachts auf den Stühlen zu sitzen, mit einer mürrischen Handbewegung raus. Dann wieder - the same procedere as last time. Auch er wunderte sich über den Passenger, der keinen Job hat. Er erklärte mir, dass er wohl schon Passagiere hatte, aber die hätten alle einen Job gehabt. Als ich ihm dann sagte, dass ich mal Seemann war, war seine Welt wieder in Ordnung gewesen, und mein Landgangs Ticket stellte er bis zum 6. Februar 2017 aus. Da sage noch einer, die Amis seien nicht nett. - Pünktlich um 9 Uhr stand ich dann an der Reling, um mich mit meinem bestellten Taxi ins Houston Space Center bringen zu lassen. Nach 30 Minuten begann meine 1. Unruhe. Also zum Alten. Der, er kümmert sich. Nach 10 Minuten tauchte dann der Shuttle auf, der mich zum Gate bringen sollte. Der Shuttle ist so eine Art Golf Caddie. Aber nach 40 Minuten meinem Ziel schon 500 m näher. Das Gate war eine kleine Hütte, ähnlich der am Check Point Charly in Berlin. Da saß ich nun, mitten auf einer staubigen Straße, an der in Minutenabständen riesige amerikanische Trucks ihre Ladung rein oder raus brachten. So hatte ich Zeit, die vielfältigsten und unterschiedlichsten Trucks einschließlich ihrer Fahrer kennenzulernen. Nach 2 Stunden, als ich alles und alle kannte, wieder call the Captain, nicht gerne, denn der hat bestimmt anderes zu tun. Er kümmert sich. Nach 15 Minuten sah ich eine winkende Frau, die unserer Decks Crew sehr ähnlich sah. Aber nur ich saß mutterseelenallein mitten auf einer texanischen Landstraße rum. Ich also hin und sie meinte mich wirklich. Sie und ihr Mann, der im Auto saß, sind von der Seemannsmission. Und wie der Zufall es will, waren es Landsleute vom Kapitän, also auch aus Myanmar. Die fuhren mich jetzt endlich zum Space Center. Statt Geld zu nehmen, gaben sie mir ihre Telefonnummer mit dem Hinweis, nur kein Taxi zu rufen, sie holen mich auch wieder ab. Auch das artete aber zu einem kleinen Drama aus. Sie wussten nicht, dass ich ein deutsches Handy habe, und ich habe vergessen, dass sie ja ein amerikanisches haben. Als ich dann anrufen wollte, ging gar nichts. Mir rannte die Zeit weg, die Fahrt dauert eine Stunde, und ich war dem Verzweifeln nah. Nicht nur, weil das Taxi 67 $ gekostet hätte, nein, weit und breit war auch keines zu sehen. Endlich kam ein Yellow Cab in Sicht. In dem Moment, als ich auf das Taxi zuging, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren - Amerika, ich muss nur eine 1 vor die Nummer nehmen. Hat doch in Norfolk so schön geklappt. Einmal gewählt und alles war in Butter. Na gut, ich hatte eine Stunde Zeit, gehst du nochmal auf Toilette, sicher ist sicher. Aber denkste. In dem riesen Center, wo täglich Zigtausende kommen, gab's 2 Toiletten, und die waren beide kaputt. Sofort kam bei mir Panik auf. Du kannst in Amerika nur mit Ausweis Maschinenpistolen, Revolver und andere nützliche Dinge kaufen, aber wehe du pinkelst in deiner Not an einen Baum ...... Aber alles ging gut. Also das Center ist schon eine Wucht. Ich kenne ja auch das andere in Florida. Das in Houston ist das Gehirn und die Entwicklung, und in Florida ist die Technik, die riesige Halle, wo die Raketen zusammengebaut werden, Startrampen usw. Am meisten beeindruckt hat mich das Flight Control Center. Die meisten kennen es, entweder aus dem Film "Apollo 11" oder, wenn über einen Start berichtet wurde. Es ist noch im originalen Zustand, so wie es bei der Mondlandung zu sehen war und auch später noch. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es seit der Mondlandung bis 1999 so benutzt worden. Du sitzt in den Sesseln, wo die Familien saßen, als Apollo 11 Probleme hatte, da kriegst du eine Gänsehaut. Hoffentlich hat meine Kamera mitgespielt. So, die Kräne werden gerade abgelegt. Übermorgen werden wir dann in New Orleans sein.

Ich war den ganzen Tag in New Orleans. Aber nicht allein, sondern mit 4 Crew Members. Allerdings wollten die zum Shoppen. Das kann man verstehen, wenn man weiß, wie oft die in den 9 Monaten, die sie am Stück an Bord sind, an Land kommen. Dadurch brauchte ich wieder kein Taxi. Es kam ein Van, wo wir alle 5 reinpassten. Der Van gehörte Mr. Preston. Mr. Preston ist Inder und nennt sich Sales Manager. Wenn man die Augen schließt und ihm zuhört, und wie er redet und im Fahren Geschäfte macht, denkt man, man ist in mitten Bombay. Kein Wunder, denn von dort kommt Mr. Preston. Die anderen fuhr er zu einem großen Center, und mich setzte er im French Quarter ab. Mit seiner Handynummer in der Tasche ging es los. Das Viertel ist, der Name sagt es schon, total französisch geprägt, wie auch der ganze Bundesstaat Louisiana. Die Atmosphäre, die Freundlichkeit der Menschen, die Musik und natürlich das Essen. Überall kleine Restaurants und Imbissstände, aber mit hochwertigen kreolischen Speisen. Krebse, Shrimps, Katfisch, Chicken in allen Varianten und vieles mehr. Natürlich gab es auch alles rund um den Alligator, z. B. Alligatorfleisch, frisch und getrocknet, präparierte Köpfe und Pfoten, halt alles, was man so braucht. Südlich von New Orleans ist ja das Bayou Country. Und dort können Alligator kontrolliert gejagt werden. Im Fernsehen bei uns gibt’s eine Serie darüber - Swamp Hunter. Gegen 16 Uhr hat uns dann Mr. Preston, mittlerweile durfte ich ihn "Meikel" (Michael) nennen, wieder eingesammelt. Dann fuhren wir in ein China-Restaurant. Dort konnte man für 12 $ essen, soviel man wollte, also Buffet wie bei uns, aber man konnte sogar noch was mitnehmen, was wir natürlich ausgiebig gemacht haben. In meiner Schale waren nur gebackene große Shrimps. Danach, mittlerweile 17 Uhr, dachte ich, nun geht es zum Schiff. Aber da hatte ich nicht mit meiner einkaufswütigen Crew gerechnet. Nun ging es in die nächste Mall. Wie alles in den USA riesig. Eine Weile bin ich mit rumgelaufen, aber dann habe ich mich am Eingang auf eine Bank gesetzt. Es ist unwahrscheinlich, die Frauen, jung, alt, Mädchen ab 14, was die für riesige Ärsche haben, und ich meine RIESIGE. Weiße auch, aber hauptsächlich Schwarze. Ups, politisch unkorrekt ... Damit auch die in dem großen Center einkaufen können, gab es Elektro-Einkaufswagen. Also ein Elektro-Rollstuhl mit Einkaufswagen vorne dran. Die standen genauso rum wie die normalen Einkaufswagen und waren heiß begehrt. Ich habe so ca. 15 Stück gezählt, aber es waren sicher weit mehr, und die waren immer besetzt. Dabei ist mir aufgefallen, in den USA piept alles, was rückwärtsfährt, außer Fahrrädern. Auch diese Elektrowagen. Um 19 Uhr tauchte dann endlich der 1. auf. Inzwischen hatte ich die Shrimps aus meiner Schale aufgefuttert. "Meikel" hatte nun herausgefunden, welche Position ich an Bord habe - keine. Als er dann erfuhr, dass ich auch zur See gefahren bin und auch Indien kenne, kriegte er sich gar nicht mehr ein. Er fuhr auch als NO zur See. An jedem Gate stellte er, ob die es interessierte oder nicht, den "Gentleman from germany who was in the past a seaman and is now a passenger" vor. Dann bekamen sie noch 2 Büchsen Sprite, und er fuhr zufrieden weiter. Natürlich mussten dann Visitenkarten ausgetauscht werden. Mit dem Hinweis, wenn ich wieder nach New Orleans komme, mich unbedingt bei ihm zu melden. Ich bekam gleich mehrere Prospekte in die Hand gedrückt. Er würde dann alles planen, mich fahren und alles für kleines Geld. Ich glaube, das würde er auch machen. Damit auch nichts schief geht, bekam ich zum Abschied noch 5 Visitenkarten, sicher ist sicher. Also, wer in New Orleans Urlaub machen will, call Mr. Preston! Gegen 20 Uhr waren wir dann wieder zurück an Bord. Dann sah ich auch, wie viel die eingekauft hatten. Natürlich auch für die, die an Bord bleiben mussten. Für die ganze Fahrt betrug mein Anteil 25 $. Ich denke, billiger geht nicht.

Der Mensch plant, aber Gott plant mehr. Dieses Jahr wird es nix mehr mit Klönsnack. Eben hat mir der Alte den (vorläufigen) Reiseplan verklickert. Morgen gehen wir rein nach Port Arthur. Dort bleiben wir 2 Tage. Dann geht's zurück nach New Orleans, wo wir 5-6 Tage bleiben. Wir liegen im Fluss vor Anker, aber es ist ein Boot gechartert, welches früh kommt und nachmittags uns wieder zurückbringt. Dann geht's rüber nach England, Liverpool, Immingham. Dann geht's nicht wie geplant nach Hause, hallo Tramper, nein, dann geht's runter nach Spanien, Bilbao, und dann? Vorläufiger neuer Einlauftermin Brake 1. Dezemberwoche. Ich glaube, ich muss mir morgen Zahnpasta und Haarwäsche kaufen ...

Wir liegen vor Port Arthur 2 Tage auf Reede. Zeit, mal in Ruhe das Schiff zu erkunden. Das ist ein sehr interessantes Schiff. Gebaut 1997 in einer 3er Serie der "Amber Lagoon"-Klasse ausschließlich für die Afrika-Fahrt. Ich selber bin nie, außer 1x mit der Humboldt, Afrika gefahren. Ist wohl ein heißes Pflaster, und das sieht man dem Schiff auch an. Das Schiff hat ein Forecastle, wo sich Luke 1 und die Back befinden. Ca. 8 m tiefer ist dann das Hauptdeck mit den Luken 2-4 und einem Bereich in Lukengröße für Container. Dann kommt 8 m höher das Poopdeck mit den Aufbauten. Die Aufbauten sind eine kleine Festung. Die unteren Schotten, so wie die im A-Deck, außen und innen, sind mit Buchstaben/Nummern-Schlössern gesichert. Im A-Deck ist dann Schluss. Es gibt keine Tür, die innen zur Treppe in die anderen Decks und zur Brücke führt ... Ach, gibt es doch. Ich habe Tage gebraucht, bis mir jemand von der Crew sie gezeigt hat. Zur Brücke führt ab dem B-Deck außen nur ein Niedergang, auf Steuerbord. Meine Kammer, die Eigner-Kammer, liegt im D-Deck und trägt diesen Namen zu Recht. Vom Treppenhaus führt eine Tür in einen kleinen Gang, der zu meiner Kammer gehört, und von dem man in die Kammer gelangt. Ich habe ein eigenes Außenschott, das auf mein eigenes Deck führt. Das Schiff hat 4 Kräne auf dem Vorschiff und 2 achtern für Proviant, Ausrüstung und Gepäck. Kran 1, 2 und 4 können 40 t heben, Kran 3 80 t. Kran 5 Stb. kann 6 t und Kran 6 Bb. 2,5 t. Luke 1 hat einen durchgängigen Faltlukendeckel. Die anderen haben je Luke 4 mächtige Faltlukendeckel. Bei schlechtem Wetter kann nur die Seite der Luke geöffnet werden, die gerade gebraucht wird und bei Regen auch schnell wieder geschlossen werden kann. Alles an diesem Schiff ist mächtig, die Faltlukendeckel, das Laschmaterial, die Zwischendeckel, halt Schwergutschiff. Die Maschinisten muss ich noch etwas vertrösten. Die Maschine schaue ich mir auf der Überfahrt nach Europa an. Ihr könnt mir glauben, es kommen so viele Erinnerungen hoch, dass sie förmlich überlaufen.

Viele Grüße aus dem "Casa Olé", einem mexikanischen Restaurant. Habe nichts verstanden, was auf der Karte stand, und die Kellnerin mich noch weniger. Also habe ich etwas bestellt, wo -Tempico- drin vorkommt. Tampico war schön, also muss das schmecken.

Ich fange langsam an, nervös zu werden. Ob mein Taxi kommt. Habe eine Uhrzeit und Treffpunkt mit ihm ausgemacht. Habe aber vergessen, wie die genaue Adresse lautet, wo das Schiff liegt, falls was ist und ich ein anderes rufen muss. Na wird schon werden, sonst muss ich auf dem Parkplatz schlafen. Im Gras geht ja nicht, sind in Texas - Klapperschlangen.

Entweder, ich habe den Joke vom Kapitän nicht verstanden, oder es war gar keiner ... nachts um 1 Uhr war wie angekündigt Verholen an den neuen "schöneren" Liegeplatz - 50 m voraus ... Es ist eine Kohlepier nur so lang wie eine Luke. Darum muss jedes mal neu verholt werden, wenn eine neue Luke dran ist. Für eine Gangway ist da kein Platz mehr. Da muss eine Hebebühne sie ersetzen. Es gibt nichts außerhalb der Aufbauten, was nicht rabenschwarz ist. Um 10 Uhr war mein Taxi bestellt. Wolfgang, schick, fein und sauber, stand bereit. Nun musste ich ja mit der Hebebühne von Bord, Fassungsvermögen 2 Personen, der Fahrstand mittig. Die Hebebühne war genauso schwarz wie ihr Bediener, ein Weißer, und die Gegend. Dann kletterte ich in den Korb, bemüht, weder die dreckige Umrandung noch den noch dreckigeren Bediener zu berühren. Das stellte sich aber als sinnlos raus, und ich war das erste Mal dreckig. Als er die Bühne absenkte, tat sie das, was kleine Hebebühnen so machen, sie wackelte. Also hielt ich mich fest und wurde noch ein wenig mehr dreckig. Dann kam der Shuttle. Ein Pickup, mit offenen Fenstern. Innen war er genauso dreckig wie außen. Geschickt platzierte ich den Teil meines Rucksacks, wo nichts kaputt gehen konnte, unter meinen Hintern. Krampfhaft bemüht, mich nicht anzulehnen, hielt ich mich an der Ablage fest, schmutzige Hände hatte ich ja schon. Gott sei Dank waren es nur ein paar Minuten. In der Baracke vom Gate musste ich meine Daten angeben, und die war, richtig, auch dreckig. Als ich dann auf das Taxi wartete, habe ich mir mit Fanta erst mal die Hände gewaschen. Das tat gut, nun waren sie wieder sauber. Aber dafür klebten die nun wie verrückt. Das Taxi kam, und die Freude war riesengroß, sauber, außen und INNEN. Im Shopping Center dann rein in die nächste Toilette zur Schadensbegrenzung. Das war aber eigentlich auch sinnlos. Kohlenruß lässt sich auf einem hellen Shirt schlecht entfernen. Ich habe dann versucht, die Flecken so zu verreiben, dass es aussieht wie gewollt. Und hier schweigt der Fachmann. Zurück war mir das egal. Die Dusche vor Augen, ging das ratzfatz.

Ich hatte einen tollen Tag gehabt. Ich sah ein "Bayou Café". Dachte, gut, jetzt einen schönen Kaffee. Hätte mir bei dem Namen aber denken können, dass das kein normales Café war. Wir sind in den Südstaaten. Ein uriges kleines Restaurant. Natürlich, Bayou, Cajun-Küche vom Feinsten, Crab, Crawfish, Shrimps, Chicken, Bohnen, alles, was ich nur aus Büchern und Fernsehen kannte, gab es dort. Und die Krönung - Cajun Live Music. Und diese Musik liebe ich, und nun erlebe ich sie auch noch live! Leider war noch geschlossen, und sie haben nur geprobt. Ein Schild an der Tür - Open 5pm-10pm - sie beginnen ab 17 Uhr zu spielen. Das bedeutete für mich dableiben und warten, it’s a long long time, oder abends nochmals hinfahren. Das wären nochmal 50 $ Taxigeld. Mittlerweile kriegten sie mit, das ich ein durstiger Ausländer bin, 33° im Schatten, und ich bekam eine Cola. Where are you from? GERMANY, great. Anscheinend ist hier irgendjemand irgendwann schon einmal in Deutschland stationiert gewesen. So auch hier, ein Bruder und ein Vater. Einer in Fräänkfoort (Frankfurt) und einer natürlich in Böörlin (Berlin) on the Böörlin Wall. Wer wo war, habe ich nicht so recht verstanden. Sie wechselten ständig zwischen Französisch und Englisch. Nun sollte ich bis zum Abend dort bleiben, und es war erst kurz nach 12 Uhr. Nachdem ich ihnen mehr oder weniger meine Sorgen erklärte, sagten sie mir, no problem. Einer von ihnen würde mich vom Schiff abholen und auch garantiert wieder zurück bringen. Mit Hummeln im Bauch, hast du auch alles richtig verstanden, sagte ich zu. Pünktlich wurde ich abgeholt. Als ich ankam, war die Stimmung schon toll. Die meisten der Leute kannten sich, und als ich kam, waren sie schon auf mich eingestimmt. "The German is here!" Ich wurde von Tisch zu Tisch weitergereicht, und noch mehr Leute waren selbst, oder kannten jemanden, oder kannten jemanden der jemanden kennt, der in Deutschland stationiert war. Das Essen übertraf alle meine Vorstellungen, und die Cajun Music war super. Als ich ihnen dann sagte, dass ich Sarah Jayde Williams kenne und mag, war der Abend gelaufen (s. Sarah Jayde Williams & Bayou Cane - Chanson de Limonade yt-favicon.gif). Als einige dann mit Cajun Dancing begannen, konnte ich es kaum fassen, dabei zu sein. Es kostete mich dann einige Mühe, ihnen klar zu machen, ICH KANN NICHT TANZEN. Wer Cajun Dancing schon einmal gesehen hat, der weiß, was ich meine. Ich habe Gumbo und Jambalaya gegessen. Jambalaya wäre ein Lied, dachte ich immer. Stimmt, aber es handelt über dieses Gericht, typische Cajun Küche. Nur beim Thema Bier waren sie sehr verwundert. Ein DEUTSCHER, der KEIN BIER trinkt? Aber als ich ihnen erklärte, das käme wegen meines kranken Magens, natürlich würde ich sonst Bier trinken, wo käme denn sonst mein dicker Bauch her ..., war ihre Welt wieder in Ordnung. So habe ich einen unvergesslichen Abend verbracht, und ich bin fast mit der gleichen Menge Geld wieder an Bord zurückgekommen, wie ich losgefahren bin, obwohl ich sehr gut gegessen habe. Ich glaube die Amerikaner lieben uns Deutsche mehr und ehrlicher, als wir es mit ihnen tun. Natürlich wurden wieder Visitenkarten ausgetauscht mit der Aufforderung - when you come to Port Athur call me. Die Gefahr besteht weniger, denn Port Arthur liegt am Arsch von Texas. Wenn also jemand von euch Urlaub in Port Arthur (Texas) machen will, dann habe ich einige Adressen für euch. Ich hoffe nur, DIE kommen nicht irgendwann mal nach Berlin und haben dann noch meine Visitenkarte ... Übrigens hatte ich diesmal vorgesorgt. Von einem Matrosen habe ich mir ein Arbeitshemd geben lassen, und ich habe meine Handschuhe mitgenommen. Beides habe ich erst auf sicherem Territorium, also in einer sauberen Umgebung, wieder ausgezogen. Nun sitze ich sehr zufrieden bei einer eiskalten Coca Cola, höre im Radio Cajun Music, es gibt hier für jede Musikrichtung einen Sender, und lasse diesen Abend ausklingen. Ich glaube, dass war der Höhepunkt meiner Reise. Was soll das noch toppen?

Hier an dieser Pier wird der Traum der Menschheit wahr: "Alle Menschen sind gleich" - gleich schwarz. Du siehst nicht, ob es unter dem Helm ein Schwarzer oder ein Weißer ist. Da muss man schon gaaanz genau hinsehen.

Früh sind wir nun, nach 2 Tagen auf Reede, wieder eingelaufen. Diese 2 Tage brauchten wir aber auch, um die Luken vom Kohlendreck säubern zu können. Dafür ist extra eine Firma aus Port Arthur mit rausgekommen, die das profimäßig gemacht haben. Das ganze Dreckwasser wurde nicht außenbords gespült, sondern in Tanks gepumpt und dann an Land entsorgt. Ihr glaubt ja gar nicht, was die für einen Schiss vor den amerikanischen Behörden haben. Auf den Seekarten sind alle Gebiete eingezeichnet, wo nichts entsorgt werden darf, also fast überall. Wir mussten alle einen Zettel unterschreiben, wo alle Verbote peinlichst genau aufgezählt wurden. Ebenso sind in den Karten genau eingezeichnet, ab wo mit sauberem Diesel gefahren werden muss. Und daran sollte man sich auch halten. - Aber jetzt muss ich auch mal eine Lanze für die Amis brechen. Solche disziplinierten und höflichen Autofahrer wie hier habe ich noch nicht gesehen. Als wir als Fußgänger über diese riesigen Parkplätze liefen, sind die Autos in gebührendem Abstand stehengeblieben, bis wir an ihnen vorbei waren. Ohne Hupen und Meckern, mit einem Lächeln. Parkplatz suchen, alles geht ruhig und ohne Drängeln, auch wenn’s mal etwas länger dauert. Da können sich unsere Autofahrer, mich eingeschlossen, eine Scheibe von abschneiden. -  Eigentlich wollte ich die 2 Tage nicht mehr an Land gehen. Von den Kühen hatte ich mich schon verabschiedet, und die restlichen Dollars wollte ich in New Orleans ausgeben. Da sagte mir beim Frühstück der Kapitän, dass das Schiffsgehirn, wie es Landolf Scherzer in seinem Buch nannte, und der Agent nach Port Arthur fahren, ob Mr. Passenger nicht mit will? Wir waren 6 Personen, also ist das Taxi schon mal billig und vielleicht fällt noch beim Essen etwas ab. Kurz überlegt - Mr. Passenger will. Schnell unter die Dusche und runter. Der Agent hatte kein Taxi, sondern einen Bus von der Seemannsmission besorgt. Zuerst sind wir wieder zum chinesischen Buffet gefahren. Kann man zu Hause auch, aber was es hier für Krustentiere gibt - unglaublich! Bei einigen wusste ich gar nicht, was man davon essen kann. Der Spaß hat mich mit Cola 15 $ gekostet, sehr preiswert. Die anderen sind dann shoppen gegangen und ich mit dem Agenten spazieren. Er hat viel erzählt ... ich hab wenig verstanden ... wir waren ein gutes Team. Aber das Janis Joplin in Port Arthur geboren und aufgewachsen ist, das habe ich verstanden. Um 16 Uhr haben wir uns dann alle in einem texanischen Steakhaus getroffen. Oh Mann, das waren Steaks. Riesig, da hing noch der halbe Ochse mit dran. Vorsichtshalber habe ich nichts weiter dazu bestellt. Der Preis war auch riesig. Nur das Steak 54 $, aber so etwas Leckeres habe ich noch nicht gegessen. Meine Hoffnung vom Frühstück hatte sich Gott sei Dank erfüllt. Die Rechnung hat der Agent bezahlt und bestimmt als Geschäftsessen abgesetzt. Satt und mit müden Füßen waren wir gegen 22 Uhr wieder zurück auf dem Schiff. Das sah mittlerweile wie mit Puderzucker übergossen aus. Erst Black, jetzt White. Wir liegen über eine Woche im Zeitplan hinterher und ich befürchte, das war es noch nicht. Aus Spaß habe ich zu Beginn der Reise gesagt, dass ich auf das Gewicht des Koffers achten muss, falls ich von irgendwo zurück fliegen muss. Man soll ja den Teufel nicht an die Wand malen ...

So, nun liegen wir seit 5 Tage in New Orleans. Die Termine verändern sich fast stündlich. Zwischen 6 und 14 Tage Liegezeit in New Orleans ist alles möglich. Als wir den Mississippi erreicht hatten, dachte ich, gehst nur bei den interessanten Abschnitten auf die Brücke. Ich sitze also mit meinem Fernglas auf dem Tisch, als das Telefon geht. Die Brücke, ob ich mal rauf kommen kann, der Lotse hat nach mir gefragt. OK, die brauchen einen erfahrenen Rudergänger, also rauf. Nein, es war der 4. Lotse, der uns beim 1. Mal in den Hafen gebracht hat, und er wollte wieder mit mir quatschen. Toll, er hat mich also verstanden. Diesmal waren es 5 Lotsen bis zu diesem Liegeplatz. Wir sind weit den Mississippi hochgefahren, noch einmal 6 Stunden, direkt an der Skyline vorbei, gigantisch. - Obwohl wir erst so kurz hier sind, haben wir schon 3-mal verholt. Wir liegen an Tonnen und bekommen Weizen als Schüttgut aus Schuten, mit einem Kran und einem Greifer. Die Schute, die uns an Land bringt, ist kostenlos. Aber zur Stadt kostet das Taxi hin und zurück 120 $. Ganz schön happig. Als der Alte fragte, ob ich an Land will, hab ich erst einmal nein gesagt. Heute nun, gegen 9 Uhr, geht wieder das Telefon, der Kapitän. Ob ich mal zu ihm hoch kommen kann. Ups, heute wie früher, beim Alten Antanzen bedeutet nichts Gutes. Bei ihm saß der Super Cargo. Wir begrüßten uns, und er sprach deutsch mit mir. Er war in Rammstein stationiert, hat sich von dort seine Frau mitgebracht und kann deshalb ganz passabel deutsch. Er hat gehört, dass mir ein Taxi zu teuer ist. Deshalb bietet er mir an, mich nach New Orleans zu bringen und mir die Stadt zu zeigen. Er hat schon mit seiner Frau gesprochen, und sie wäre froh, sich mal wieder in ihrer Heimatsprache mit mir unterhalten zu können. Ob ich will. Und ob ich wollte!!! - I am the Passenger, I am from Germany - das sind anscheinend die magischen Worte, die mir die Türen öffnen. Pünktlich um 10 Uhr stand ich an der Gangway. Wir sind dann zu ihm nach Hause gefahren, er wohnt in einem Vorort von New Orleans, und haben seine Frau abgeholt. Ich habe mich auf Anhieb mit den beiden super verstanden, auch weil sie wissen, dass es hinter den Grenzen der USA auch noch andere Länder gibt. Durch das Auto konnten wir überall hinfahren, und ich habe heute unglaublich viel gesehen. Zur Krönung sind wir dann abends noch Essen gegangen, und ich durfte aussuchen, wohin. Da gab es natürlich nur Eines - Cajun/Creolisches Essen. Und wie der Zufall es will, die beiden sind absolute Fans davon. Manchmal habe ich Angst aufzuwachen, und das Ganze ist nur ein Traum ...

Endlich sind wir auf Heimreise. Das Schiff ist voll mit Schüttgut. Sofort, als wir das Mississippi-Delta verlassen hatten, wussten wir, welche Jahreszeit wir haben. Windig und See um die 8 von querab. Rumst mächtig. Mal sehen, wie es im Nordatlantik wird. - Kurz zum Leben auf dem Schiff. Es existieren hier 2 Parallelwelten. Eine europäische unter Deck, also Maschine Polen, und an Deck eine asiatische, Nautik/Matrosen Asiaten. Auf Sicherheit wird hier sehr geachtet und auch darauf, dass die Sicherheitseinrichtungen in Ordnung sind. Es wird alles protokolliert und dafür unterschrieben. Jede Zeitumstellung muss festgehalten werden. Sauberkeit spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Obwohl wir bereits seit 2 Tagen auf See sind, sind die Aufbauten, die Decks und die Reling immer noch total dreckig. Da wird nix gespult. Der Wind oder der nächste Regen werden’s schon machen.

Ich habe mich immer gewundert, dass die polnischen Ing.s ziemlich unregelmäßig zum Essen in der O-Messe aufkreuzen. Als ich dann zum Frisör-Termin erschienen bin, wusste ich warum. Zunächst bekam ich einen Teller mit frisch gebratenen Kartoffelpuffern. Die machen oft ihr eigenes Essen. Bratwurst, polnische Knacker, leckere Eintöpfe usw. Bei unserem tödlichen Gelage muss ich wohl in den Verteiler aufgenommen worden sein. Die Puffer, Bratwurst im MKR, und nun gab mir der Chief ein Glas mit deutschem Kartoffelsalat.

Einmal Seemann, immer Seemann. Ich saß nach dem Abendbrot in meiner Kammer, als plötzlich Bootsalarm ausgelöst wurde, wieder und wieder und wieder. Keine Durchsage, Übung oder so. Der Kapitän und der Chiefmate saßen gerade noch mit mir am Tisch und hätten was gesagt. Also los, lange und warme Sachen angezogen, Arbeitsschuhe an, Schwimmweste um und vorsichtshalber noch meine kleine Taschenlampe mit Kurbel-Akku in die Tasche gesteckt, auch habe ich mir meine Blutdruck-Tabletten in die Tasche gestopft. Die schwere Tasche mit dem Überlebensanzug geschnappt und außen runter aufs Poop-Deck zur Muster-Station. Habe eine super Zeit hingelegt, ich war der Erste. Komisch war nur, ich blieb es auch, keiner weiter kam. Auch hörte ich keine lauten Geräusche. Also bin ich zur O-Messe gegangen und sah in lauter erstaunte Gesichter. Der Kapitän, Chiefmate und zwei Ing.s saßen ganz entspannt beim Abendbrot. Wütend fragte ich: "What the hell is that, it was Man Over Board Alarm?" Sie erklärten mir, es wäre doch nur ein Fehlalarm gewesen ... Hey, eine kurze Durchsage vielleicht??? Da haben sie halt nicht mit einem gut ausgebildeten DDR-Seemann gerechnet, Alarm ist Alarm! Mittlerweile floss mir der Schweiß aus allen Poren, und ich war pitschnass. Wütend bin ich dann mit dem ganzen Scheiß wieder die 56 Stufen hoch in meine Kammer gestiegen, und ab unter die Dusche. Beim nächsten Alarm warte ich, bis sie mich holen kommen.

Gestern beim Frühstück wieder mit dem Chief rumgeflaxt. Er: Are you going sleep now, beautiful landscape, nice sun usw. Ich antworte ihm dann, und er schüttelt mit dem Kopf und geht. Heute sagt er darauf: You've got the equipment, why do you not work in the engine room? Ich: Why not? - Und morgen ist für mich um 8 Uhr Arbeitsbeginn in der Maschine. Und ihr werdet es nicht glauben, ich freue mich darauf. Würde auch gerne mal an Deck arbeiten, aber da wir so tief liegen, kommen immer wieder Brecher über das ganze Schiff. Wir sind schon im Nordatlantik, und die See ist ziemlich rau. Es scheint zwar die Sonne, aber es wird schon spürbar kühler. Ein paar Tage habe ich ja noch Zeit.

Wir haben mit mächtig rauer See zu tun. Wir fahren am Rand eines Sturmes. Die Kombüse arbeitet auf Sparflamme, also wenig Suppe in großen Schüsseln. Blaue Flecke hab ich auch schon einige. Oft wird man von einem plötzlichen Seeschlag oder einem starken Krängen des Schiffes überrascht, und schon klebt man wieder an irgendeiner Wand.

So, meine zwei Arbeitseinsätze in der Maschine sind beendet. Meine lieben Freunde aus der Maschine, ich wusste, dass meine Entscheidung damals an Deck zu fahren, richtig war. Es war laut, warm, stickig und außer Metall hat man auch nichts von dem tollen Sturm auf dem Atlantik gesehen. Ich freue mich jetzt schon auf unsere nächsten (Streit-) Gespräche. Zuerst bekam ich eine kleine Einweisung, und dann ging’s los, Farbe waschen. Im Vergleich zum Deck muss ich fairerweise sagen, der Maschinenraum war sauber, und als ich fertig war, konnte man vom Boden essen. Naja, schließlich war da ein Matrose am Werk. Da ich keine Sonderbehandlung wollte, Arbeitszeit wie alle anderen, 10 und 15 Uhr Smoke Time, 1 Std Mittagspause, Feierabend 17 Uhr. Ich hatte aber Glück gehabt. An jedem Tag wurde die Uhr um 1 Std vorgestellt. Das passiert hier um 16 Uhr, warum auch immer. Also 1 Std weniger arbeiten. Aber ich habe gemerkt, dass ich Rentner bin. Zum Schluss verging die Zeit gar nicht mehr. Deshalb habe ich die Uhr auch gleich oben gelassen. Das ständige Raufsehen macht einen verrückt. Heute musste ich Roststellen beseitigen. Mit einer angeschliffenen Feile, einer Drahtbürste und Pinsel und Farbe ging es los. Das hat Spaß gemacht. Mein blaues Fleckenkonto konnte ich auch weiter aufstocken. Eigentlich sollte heute Schluss sein. Aber ich hatte erzählt, dass ich Dreher gelernt habe. Nun fragte mich der Chief, ob ich mir noch zutraue, Bolzen mit je einem Absatz pro Seite zu drehen. Klar, warum nicht. Aber jetzt bin ich nicht mehr so zuversichtlich. Das letzte Mal stand ich 1970 an einer Drehbank.

Ich habe es gewusst, es erwischt mich. Nach meiner letzten Wache im Maschinenraum saß ich gemütlich auf meinem Deck in der Sonne. Meine Bolzen habe ich, bis auf einen, ganz gut hingekriegt. Als der Dampfer mächtig überholte, hielt ich mich natürlich krampfhaft fest. Leider an dem Schlitten, auf dem der Drehmeißel war. Wummms, es knallte, und Bolzen und Meißel waren futsch. Wie als Lehrling, kurz nach links und rechts geschaut, neuen Rohling und Meißel gesucht, gefunden und weiter gemacht. Also ich sitze zufrieden mit mir und der Welt auf meinem Deck und trinke Kaffee. Plötzlich höre ich wieder dieses blöde Bootsalarm-Signal. Denke, ihr könnt mich mal, nicht schon wieder und mache weiter bei meiner Lieblingsbeschäftigung, auf das Meer schauen und genießen. Plötzlich steht der Steward, in voller Kampfaurüstung, vor mir. Sir, Man Over Board Alarm! Also schnell den ganzen Kram angezogen und runter. Später fragte ich den Kapitän, warum ich keine Info erhielt. Er sagte, weil ich sogar bei dem Fehlalarm unten war, glaubte er, ich würde schon kommen. ...

Unser Grillen musste nun endgültig abgesagt werden. Das Schiff hat einfach zu doll gerollt. Also wurde, schön getrennt nach Maschine (Polen) und Nautik/Deck (Myanmar), das Beste daraus gemacht. Die Ing-Offiziere und ich haben draußen auf ihrem Deck gesessen und die Anderen in der Crew Bar. Die Polen hatten Hähnchenschenkel und -Flügel lecker mariniert, Knobibutter, Gurken, Meerrettich, Kartoffelsalat und was weiß ich nicht alles aufgetischt. Die müssen ihr eigenes Lebensmittellager in den Lasten haben. Und dann bekam ich endlich mal was GEBRATENES und nicht wie sonst alles fein säuberlich zerkocht. Unsere Asiaten essen alles ohne Messer. Stattdessen nehmen sie einen Löffel. Also wird alles gekocht. Gibt es dann für uns Europäer doch mal was Gebratenes, dann wird es totgebraten, was heißt, es ist total trocken und knochenhart ... Aber Gott sei Dank, ich habe ja meine polnischen Freunde. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde. Auf meinen Wunsch gibt es diese Woche wieder frische Kartoffelpuffer. Ich mache die Kartoffeln. Vorbereitung. Sogar der Alte kam zum Essen vorbei, und als er das Becks Bier auf der Back sah, leuchteten seine Augen. Es ist ein sehr schöner und auch ein gemütlicher Abend geworden. Natürlich wieder mit Ballantine’s.

Nun bin ich seit 66 Tagen an Bord. Mir kommt es aber erst wie 14 Tage vor. Wir fahren jetzt auf der Titanic-Route Richtung Liverpool. Es herrscht weiterhin raues Wetter, und es wird empfindlich kühler. Ich werde nun die kurzen Sachen waschen und wegstauen. In 3 Wochen ist ja die Reise (vielleicht) leider schon wieder zu Ende. Am Vormittag war ich nun zum Filmen in der Maschine gewesen. Wie es sich mittlerweile gehört, zuerst 10 Uhr Smoketime im klimatisierten MKR und dann raus in den lauten, heißen und nur mit künstlichem Licht beleuchteten engen Maschinenraum. Der Chief kontrollierte, ob ich Arbeitsschuhe und Helm hatte, und dann bin ich los. 1 1/2 Std habe ich mir alles allein in Ruhe ansehen können. In jede Ecke bin ich gekrochen. Ich bin immer wieder überrascht - über die vielen Leitungen, Handräder, Ventile, und was es da alles sonst noch so gibt. Hut ab vor euch Maschinisten. Das muss mal neidlos gesagt werden, wir von Deck haben kein Problem damit, WIR KÖNNEN DAS.

Und die Nautik hat wieder einmal recht gehabt, wie eigentlich immer. Die Biskaya hat uns fest im Griff und macht ihrem Namen alle Ehre. Wir werden gerade so richtig durchgeschüttelt. Wir laufen nur noch 11 Knoten. Gerade eben ist wieder einmal alles raus, runter und durcheinander gefallen, obwohl ich dachte, alles seefest gemacht zu haben. Stühle umgefallen, Schubkästen rausgerutscht, das reine Chaos. Seit Tagen renne ich nur noch Berge hoch und wieder runter. Dadurch, dass wir so tief im Wasser liegen, hat man bei jedem starken Brecher das Gefühl, dass das Schiff kurz anhält, es zittert und schüttelt sich richtig. Diese Nacht war es besonders schlimm. Ich habe höchstens 3 Stunden geschlafen. Unsere Kojen früher waren schön schmal gewesen, so dass man sich links und rechts schön verkannten konnte. Bei meiner breiten Koje geht das leider nicht. Ich kralle mich wie ein Krake bäuchlings auf meiner Matratze fest. Mit der rechten Hand zwischen Matratze und Wand und dann schön die Matratze festhalten, das verhindert, dass man links aus der Koje geworfen wird. Aber auch in die andere Richtung muss man sich absichern. Ich hatte einen Moment nicht richtig aufgepasst, als ich wie ein Geschoss an die Wand geschleudert wurde. Ich konnte gerade noch den Kopf etwas runter nehmen, damit es nicht die Nase erwischt. Dafür habe ich jetzt auf der Stirn eine wunderschöne riesige Beule, die langsam so dunkelblau wird, wie es die Biskaya draußen ist ... Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz. - Mein Freund Norbert M. Nun kann ich unsere Frage, die wir uns bei jeder Gedser-Überfahrt gestellt haben, beantworten - ich bin noch seefest. Mir wird nicht schlecht, das Essen schmeckt, und es ist eine Freude, von der Brücke aus dieses Schauspiel zu beobachten. Darum, liebe (hoffentlich noch) Freunde aus der Maschine, erzähle ich euch das, weil ihr ja so etwas Schönes nie sehen konntet.

Hier kocht gerade die Gerüchteküche. Wo geht's hin nach Immingham? Angeblich haben wir ab dort keine Ladung und sollen von dort nach Bilbao und Lissabon gehen. Dann eventuell nach Brake oder gleich wieder zurück über den Teich. Da aber ein Crew-Wechsel ansteht und fast die gesamte Crew ausgetauscht wird...? Und wie war das früher bei uns? Das Gerücht, welches am unwahrscheinlichsten klingt, traf dann ein. Was wirklich wird, erfahren wir erst vom Super Cargo in Immingham. Unser Koch hatte Pech gehabt, er ist schon 11 Monate an Bord, weil seine Ablösung nicht kam. Die Crew hat 9 Monats-Verträge, die Nautik 6 Monate und die Maschinen-Ing.s 3 Monate und 1 Rundreise frei. Diesmal wird er aber ausgetauscht. Aber wo, das weiß nur der Klabautermann.

Gott sei Dank, wir sind in der Irischen See und haben Landschutz. Seit 14 Tagen nur geschüttelt, geschaukelt, und an Reling und Wände aller Art geworfen zu werden, hat nun ein Ende, vorläufig jedenfalls. Die Fahrt durch die Nordsee kommt ja noch. Das Wetter wird dem britischen Klischee gerecht. Kalt, Nieselregen, leichter Nebel und durch die Wolken lugt die Sonne. Einfach schön. Nach 2 1/2 Monaten Sonne muss ich mir aber, wenn ich an Deck gehe, wieder angewöhnen, feste Schuhe anzuziehen. Immer wenn draußen was ist, schnell in die Schlappen, raus - und schwupps, hab ich nasse Füße. 10 Uhr wurde Anker geworfen. Morgen 23 Uhr geht's dann rein, 60 sm bis Liverpool den Mercy hoch. Schade, wäre gerne am Tag eingelaufen. Aber vielleicht klappt es ja beim Auslaufen. Ich sag euch, es ist wie früher, wenn wir kurz vor zu Hause waren, Aufregung pur. Wie geht es weiter? Die Nautiker werden früh in der O-Messe nicht mehr mit Guten Morgen begrüßt, sondern mit - and, news???

So, Ruhetag ist angesagt. Gerade haben wir erfahren, dass wir erst Freitagabend auslaufen. Also werde ich mich heute erholen und dann morgen nochmal losziehen. Nach so langer Zeit auf See ist man das Rumgelaufe nicht mehr gewöhnt. Mir tun ja sowas von Füße weh. Gestern war ich mit dem 2. Passenger unterwegs. Aus dem ist im Laufe der Zeit ein ganz cooler Typ geworden. Haben das typische Touri-Programm abgespult. Beatles Museum, Cavern Club und Umgebung, Panny Lane mit dem berühmten Barber Shop und natürlich die Albert Docks. Wir liegen wirklich nur 20 Minuten von der City entfernt, aber nur auf der Seekarte. Was wir nicht gesehen haben, der Hafen zieht sich bis zur Stadt hin. Also sind es 15 Minuten Autofahrt. Dank der Seemannsmission kein Problem. Du rufst an, wirst vom Schiff abgeholt und hingebracht, wohin du willst. Entweder man macht gleich Zeit und Ort aus, wo man wieder abgeholt werden will, oder ruft dann an. Und das alles for free. Die Mission befindet sich in einer alten Villa. Very british. Man bekommt sofort einen Kaffee, Cappuccino oder etwas anderes angeboten, for free. Ich habe mir gleich die aktuellen Nachrichten ausdrucken lassen. Seit 2 1/2 Monaten erste deutsche Infos.

Fast täglich gibt es neue Order, so auch heute. VIELLEICHT, so fangen fast alle (schlechten) Nachrichten an, geht es nach Immingham weiter nach Antwerpen und dann Bilbao. Deutschland eventuell gar nicht. Das wäre mein Albtraum, schwerer Koffer und Rucksack, Tüten. Ich dachte ja, wenn ich ankomme, steht mein Auto an der Pier. Na, ich habe ja noch einige Tage, wo sich alles wieder ändern kann.

Wolfgang, durchhalten, denn du hast ja die Reise deines Lebens gemacht und viel Spaß und Freude gehabt. Komm gesund wieder, egal wann.

Vorgestern, zum Abendbrot, habe ich mir mal wieder meine große Klappe verbrannt, im wahrsten Sinne des Wortes. Es gab Shrimps-Pfanne nach Myanmar-Art. Sehr, sehr lecker. Also nur Shrimps ohne Reis bestellt. Dachte mir, dort wo der Reis liegt, hätten viele Shrimps Platz. Und meine Rechnung ging auf. Ich bekam einen grooooßen Teller voll Shrimps. Als ich nach Nachschlag fragte, bedauerte der Steward, UNSERE wären alle, nur für die Crew wären noch welche da. Aber die sind - little spicy. Hmm, er sagte, little spicy und nicht spicy, wird schon nicht so schlimm werden. OK, dann Nachschlag. Bitte. Er sah mich an, als wenn ich die Kronjuwelen klauen wollte. Er murmelte etwas wie, I said him little spicy, und ging. Dabei wackelte er mit dem Kopf wie eine chinesische Winkekatze mit der Pfote. Als er zurückkam, mit einer ziemlich kleinen Portion, stellte er mir wortlos ein Glas Saft hin und ging. ... Nach den ersten Bissen bekam ich keine Luft mehr! Dann liefen mir die Tränen ohne Halt, und ich hatte das Gefühl, in meinem Mund befindet sich ein offenes Feuer. Nach einer kurzen Schockstarre war der Saft in einem Bruchteil einer Sekunde ausgetrunken, und der Toast schoss hinterher. Der Steward, hinter mir stehend wie wahrscheinlich auch die aus der Crew-Messe, reichte mir mit einem vorwurfsvollen Blick den 2. Saft. Und er konnte es sich nicht verkneifen, zu sagen - I’ve said, little spicy. ... Wer nicht hört, muss büßen.

War gerade auf der Brücke gewesen. Die Irische See sah durchs Fernglas richtig, richtig böse aus, und wir fahren mit Ballast. Dann fröhliches Schaukeln und Sammeln von neuen blauen Flecken. Mein Blaue-Flecken-Konto hatte ich gerade abgebaut.

Es ist bei uns so richtig lustig zurzeit. Jeder fragt jeden, ob es was Neues gibt. Den Passenger, der MUSS es ja wissen, nein weiß er nicht. Den Chief oder Chief Mate, nichts Genaues weiß man nicht. Der Alte hält sich bedeckt. Aber am Besten weiß immer der Steward Bescheid. Also heute morgen - news - good news, bad news - mal sehen. Stand an diesem Morgen 8 Uhr: Da wir durch das defekte Schleusentor festliegen, haben wir gerade verholt und bekommen Ladung. Dann geht es, wann auch immer, direkt nach Bremen, Antwerpen, Immingham, Bilbao. Das kann sich aber, sogar schon heute Abend, ändern. Bin noch am Überlegen, wo ich am besten absteige. In Bremen - sicher ist sicher. Antwerpen - mit dem Bus nach Hause fahren kein Problem. Oder sagt die Reederei in Bremen - Runter mit ihm, genug ist genug.

Bin gerade lecker essen und ein Geburtstags-Ehrengast einer jungen Dame geworden. Ich verstehe kein Wort was sie sagt, aber sie ist sooo süß ... Ach, ich vergaß, zu sagen, dass sie heute schon ganze 3 Jahre alt geworden ist und das schon mit den Fingern zeigen kann. Die Kleine kam an meinen Tisch und erzählte mir etwas. Die Mutter sah mich an und erwartete wohl irgendeine Reaktion von mir. Da sagte ich ihr, wo ich herkomme. Dann musste ich mich an ihren Tisch setzen. Es war eine große Truppe, ca. 10 Kinder etwa im gleichen Alter und entsprechende Anzahl Eltern und einige Großeltern. Ich hatte das Gefühl, die Männer waren froh gewesen, der Kinderschar durch mich entfliehen zu können. Sie unterhielten sich sehr intensiv mit mir und konnten sich deshalb nicht mehr um die Kleinen kümmern. Das mussten nun wieder die Mütter alleine machen.

Ein (letzter?) Abend in Liverpool. Ich wurde von einer kleinen, sehr jungen Dame zum Geburtstag eingeladen, habe mit einer lustigen Truppe und einer großen, jungen Dame aus Belfast einen schönen Abend in einem Irish Pub verbracht, und um Mitternacht haben alle zusammen deutsche Bratwurst gegessen.

Als ich heute Morgen aufgestanden bin, lag ein großes Containerschiff neben uns - das Schleusentor funktioniert wieder. Dann ging alles sehr schnell. Um 10 Uhr war der Lotse an Bord, und um 12 Uhr waren wir auf See und ...... ja, wohin fahren wir jetzt eigentlich, keine Ahnung. Im Moment geht es erst einmal Richtung Süden, das stimmt immer. Grönland hätte mir gerade noch gefehlt. Bis zur Südspitze Englands haben sie noch Zeit, sich zu entscheiden. Schicken sie uns Richtung Süd-Ost, geht's nach Antwerpen oder Bremen. Richtung Süd-West geht's nach Bilbao, Lissabon ...... also in die weite Welt. Doch ich denke, dass die Reederei mich endlich loswerden will, immerhin fahre ich seit 21 Tagen umsonst mit, bezahlt habe ich bloß für 60 Tage. Aber auch andere an Bord sind gespannt, wie es weitergeht. Die meisten sollen abgelöst werden. Nun warten alle auf das Abendbrot und fragen jeden, der die O-Messe betritt - and news???

Sie hat mich wieder, die Irische See. Und wieder schüttelt, schubst und stößt sie mich durch die Gegend. Wir haben Ende November, und da könnt ihr euch ja vorstellen, wie es hier aussieht. Wenn wir um Englands Südspitze rum sind, kriegen wir es voll von der Seite. Vorhin kam die Durchsage, alles laschen, was nicht niet- und nagelfest ist. Habe jetzt (hoffentlich) alles seefest verstaut. Alle Schubfächer, die keine Verriegelung haben, also fast alle, wurden mit Stofffetzen dicht gesetzt.

Wir sind nun an Dover vorbei und werden dann langsam nordwärts steuern. Die letzte Nacht gab mir einen Vorgeschmack von dem, was auf uns zukommt. Im Schlaf merkte ich, dass es irgendwie abwärts ging. Instinktiv, das lernt man ganz schnell, fuhr meine Hand blitzschnell zwischen Matratze und Wand. Das war keine Minute zu spät, sonst hätte ich unten gelegen. Also wieder das alte Spiel, Bauchlage und wie ein Krake in die Matratze verkrallen. Einerseits musst du aufpassen, dass du nicht aus der Koje fällst, und anderseits, dass du nicht die Wand küsst. Also muss die Hand einmal kräftig halten, damit man nicht rausfällt, aber dann sofort kräftig gegenhalten, wenn dir die Wand im Sauseschritt entgegenkommt. Ein schönes Spiel mitten in der Nacht. Ich habe alles in der Kammer seefest gemacht. Alle Sessel lagen dort wo sie sollten, die Schubkästen gut gesichert. Alles gut dachte ich ...... aber denkste. Jetzt polterte es in den Schubkästen, und im Kühlschrank fand wohl eine Party statt. Ich lag aber so gut verkeilt, dass das mir jetzt wurscht egal war, nur nicht aufstehen. Also ließ ich es rollen und poltern.

Das wird der letzte Beitrag dieser Reise - merkt ihr den feinen Unterton? - DIESER Reise werden. Dadurch, dass neue Passagiere kommen, muss ich in Bremen leider absteigen. Und das könnt ihr mir glauben, nicht nur mit einem weinenden Auge. Ich war in der Seafarers-Mission. Einfach abhängen und die 183 E-Mails abarbeiten, die aufgelaufen sind. War gar nicht so schlimm, das meiste war Werbung gewesen. Morgen gegen 10 Uhr geht es dann nach Immingham zum Bummeln und, hoffentlich, zum Essen. Fleisch, ich will FLEISCH, gebraten. Bouletten, Schnitzel, Döner, Hamburger, egal was, Hauptsache gebraten. 3 Monate weichgekochtes europäisiertes asiatisches Essen reicht. Fleisch, ich will FLEISCH.
 
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Mit MS "Grey Fox" (IMO 9151905, Daten im Bild) von Brake und Antwerpen nach Newport News, Norfolk (USA), Altamira, Tampico (MEX), Houston, New Orleans, Port Arthur, New Orleans, Savannah (USA), und wieder zurück nach Liverpool, Immingham (GB) und Bremen
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Reefer MS "Elbrus" (IMO 8916229, 1990 in Japan gebaut, 7.242 tdw, 146.29m × 18.5m)
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Nachtrag Immingham:
Eigentlich wollte ich ja nicht mehr an Land gehen. Immingham ist lt. Internet nur ein kleiner Ort. Aber dann kam die Sonne raus, und es kribbelte in meinen Füßen, los, an Land mit dir! Erst bin ich 20 Minuten nach Immingham gelaufen, um dann festzustellen, dass das Web recht hat. Dort sagen sich Fuchs und Igel Gute Nacht. Ich wollte etwas essen, aber das Leben scheint überall erst um 12 Uhr Mittags zu beginnen. Restaurant? Fehlanzeige. Also ab ins einzige größere Hotel, das County Hotel. Dort schien der Tag gerade erst anzulaufen, 12 Uhr mittags. Ich habe mich gar nicht rein getraut. Aber ich musste aufs Klo. Und während ich da so dumm herumstand, kamen 2 Männer, und der eine fragte mich etwas. Standard Antwort: I am not from here. Dieser Satz erweckte sofort Interesse. Where are you from? Germany - und die Freude war groß. Als ich auch noch fragte, ob ich da drinnen wohl einen Kaffee bekommen würde, come in, come in, wie heißt du, und schon waren wir drinnen. Dort stellte er mich einigen Leuten als den Seemann from Germany vor, und wir stellten uns alle gegenseitig mit Namen vor. Aha, dachte ich, dem gehört der Laden. Tat er aber nicht. Er schien bekannt wie ein bunter Hund zu sein. Die Kaffeemaschine war noch nicht startklar, aber sein neuer Freund wollte ja einen Kaffee haben, und schon hatte ich einen, keine Ahnung woher. Er war ein Liebhaber deutscher Autos und Motorräder. Er schwärmte von seinem deutschen 20 Jahre alten Mercedes E300. Dann fragte er mich nach meinem Auto. Ich schwärmte von meinem britischen 20 Jahre alten Rover 45. Einen Moment große Augen, und dann Gelächter!!! Was zu essen bekam ich auch noch, aber nicht dort. Mittlerweile war es 14 Uhr geworden, und ich musste zurück an Bord. Am Straßenrand Richtung Hafen hatten nun etliche Buden aufgemacht. Der Weg war lang. Zum Warmwerden erst mal eine warme Pastete mit Chicken, Beef und einer leckeren Soße. Als das verdaut war, kam eine Bude mit fish & chips in Sicht. Das verstehen die Briten, da kam ich nicht dran vorbei. Weiter Richtung Hafen. Und fast auf den letzten bewohnten Metern, bevor der lange Weg zum Hafen beginnt, tauchte die Burger-Bude auf. Der Geruch von gegrilltem Fleisch stieg mir in die Nase. Diese bog sich wie eine Wünschelrute in Richtung dieser Bude, so dass ich keine andere Chance hatte, als dahin zu gehen. Das waren keine gefrorenen, fertigen Burger. Nein, die wurden dort erst fertig gemacht. Statt eine Scheibe Beef wollte ich 3. War kein Problem, wer weiß was die Trucker so essen. Das Fleisch wurde auf offener Flamme gegrillt, ein Traum wurde wahr, Fleisch, Fleisch, Fleisch, .... Als ich dann auf dem Schiff ankam, kribbelten meine Füße nicht mehr, jetzt brennen sie nur noch.

Herzlichen Dank an Wolfgang (MdV) für seine Story mit Bildern!


'"Grey Fox" Wolfie': Seeleute Rostock e.V., Januar 2017

   

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  13.02.2017  
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