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slr-Flag-of-Vietnam.gifslr-dayj-1972-02.jpgMS "Halberstadt" 1972

Ein Live-Bericht von Roland Morgenstern †

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Am 13.1.1972 verließ die "Halberstadt", das zwölfte für die DSR gebaute Typ-IV-Schiff, zu einer weiteren Rundreise nach Südostasien den Heimathafen Rostock. Doch auf dieser Reise erfuhr die Besatzung eine direkte Konfrontation mit dem schrecklichen Gesicht des Krieges. Trotz einiger Zerstörungen am Schiff kam zum Glück aber niemand zu großem Schaden, und am 3.8.1972 "tauchten der Dampfer strahlend schön und die Besatzung gut gelaunt wieder in Rostock auf" [Helmut Schoppa in "Bordgeschichten VIII", Hinweis s. Imprint].
Roland Morgenstern † stellte sich mit vielen Fotos vom Bordfotozirkel seine eigene Berichtsmappe zusammen, deren Inhalt wir hier präsentieren dürfen. Wir danken Roland sehr für seine Arbeit! - Seeleute Rostock e.V.


Bevor wir auf großen Törn gingen, liefen wir nach Göteborg in die Werft. Knapp vier Wochen lagen wir da, und vor allem ich staunte bei einer Werftbesichtigung - welch ein Standard! Ob wir auch einmal dieses Produktionsniveau erreichen? Wir in der [ehemaligen] DDR?

Nach Abreise der (unserer) Werft-Spezialisten entstand die endgültige Crewlist für die Reise. Ich stellte fest, dass ich mit 41 Jahren der Älteste an Bord bin.

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Nach Einlaufen Haiphong am 2.4.72 (über Port Kelang & Singapore) organisierte die Schiffsleitung eine Tagesfahrt nach Hanoi. Diese fand am 10.4.72 statt.
 

Landgangsschein Haiphong [Außen- und Innenseiten]

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Dieses Plakat von 1982 erinnert schmerzlich an die [zu der Zeit] noch vorhandenen Relikte aus dem Befreiungskrieg gegen Frankreich bis 1954 ([Schlacht von] Dien Bien Phu fremdlink.gif). Solche zerstörten Bunker passierten wir längs der Straße nach Hanoi - und ich machte mir so meine Gedanken...

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Eingang zu einem Tempel (Mini-Kloster auf Insel in der Stadt)

Utas Buddha stammt von dorten.


Die Wirtschaftsgang des Schiffes:
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2. Koch Helmut L.
Oberstewardess Christine B.
2. Stewardess Roswitha Th.
Steward-Helferin Karin Sch.
Bäcker Josef H.
1. Koch Klaus P. (von links)
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Steward-Helferin Christa G. ([organisiert] und überhaupt illuster), Zahlmeister Roland M.
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Speiseplan für 1-Tages-Osterfest in der Mannschaftsmesse
(aufgekleistert von mir) [Also, Gestaltung: Roland M.]
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Kpt.-Anweisung: Menü-Verzehr in der Mannschaftsmesse,
Purser Roland M., 3. Ing Hartmut K., Eisbär (Kühlm.-Ing.) Karl-Heinz B.
(v. li.)

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und dazu 2. Ing. Gerd E. (g. li.)

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Oberstewardess Christine B., Kapitän Albert N. und Lehrlinge

Dann kam der Krieg auch über uns!

Erster Angriff der US-Airforce am 16.04.72 nachts 03.00 Uhr Ortszeit

Zweiter Raid 10.00 Uhr

Erster Direkt-Treffer 15.00 Uhr
[adn/NNN: "... Dabei wurde der Leitende Ingenieur Frank J. durch Splitter verwundet. ..."]
Selbstverschulden: Statt in Deckung zu gehen, sprang er während des ersten
Angriffs wie ein Kasper an Deck herum: "Splitter sammeln!"

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Sieht an Deck fast harmlos aus, ...

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... aber das ist der landseitige Anblick: Die Rakete detonierte über dem in Bereitschaft stehenden Feuerlösch-Auto, zerdrückte es, tötete beide Fahrer und riss von außen unsere Bordwand auf.
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Die meisten Angriffe flogen die Amis längs des Roten Flusses. Nachdem ein Kümo der Vietnamesen an unserer Steuerbordseite festmachte und mit seiner 25-mm-Kanone auf der Back das Feuer erwiderte, passierte es - ein Jagdbomber änderte seinen Angriffskurs und löste zwei Raketen (Angriffwinkel ca. 90 °). Die erste Rakete rasierte das Geschütz samt Bedienung weg, und die zweite Rakete traf uns an Luke 4!

Damit uns die restliche Munition des Kümos nicht durch Feuer gefährlich werden konnte, legte man den Schwimmkran zwischen uns und dem Kümo. Gefahr vorerst gebannt.
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Während und nach dem Löschen des Brandes wurden die größeren Leichenteile an Deck zusammengetragen, die an der Bordwand klebenden später abgespült.

Wer zählt die Toten? An Bord, die flussabwärts treibenden, die an Land?
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Weitere freigegebene Aufnahmen:

Echt entschärfte Fotos!

So gestellt, könnten es auch trainierende Kämpfer sein.

Die Wirklichkeit sah ganz anders aus!

[Dem Betrachter wahrscheinlich unzumutbar.]

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Schadensinventur:

Auf dem Schiff wurden ca. 200 Treffer- und Splitter-Einschläge gezählt. Vergleiche in Auszügen "Bordgeschichten II", Seiten 105 - 109 [Literaturhinweis s. Imprint].

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Vietnamesischer Offizier und 2. Offizier Peter A.
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Ein Stück von unserer Bordwand, 22 mm Stahl mit Nietenlöchern = Souvenir zur Erinnerung?
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Der Anblick von innen
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Wir hatten erstmal unsere größten Treffer weg.

Voraus von uns brannte ein Pole, die "Ludvig Solski", und hinter ihr die "Kinross" aus Hongkong. Ein Sowjetnik hatte auch Treffer, lag achteraus, die Crew winkte nur ab. Ein weit voraus liegender slr-dayj-1972-45.jpgRot-Chinese hatte wohl Waffen an Bord, denn uns schien, dass von dort aus geschossen wurde.

Rechts und links des Flusses lagen dunkle Explosionswolken über Stadt, Hafen und Mangroven. Die gesamte Luftabwehr auf der uns gegenüber liegenden Flussseite war nach einem Tag Bombardierung vorerst außer Gefecht gesetzt - von den Raketen, den 105ern usw., schossen nach den Bombenteppichen nur noch sporadisch einige 25er Maschinenwaffen. (Siehe "Time" vom 1. Mai 1972, ab Seite 11.) [Literaturhinweis s. Imprint]

Beispiel: Ich stand am Stb.-Kombüsenschott, als anfangs die 105er Salve gaben. Der Luftdruck über dem Fluss war so stark, dass ich zurück in den Gang flog! Wie gesagt, nach einer Stunde schossen nur noch vereinzelt kleine Kaliber. - Mein Gott, dort wurde gestorben!

Es ist Nacht. Gefechtspause wahrscheinlich. Stehe am Backbord-Schanzkleid achtern und überlege, wie wir - wie  i c h - hier herauskomme. Überlebe und heil nach Hause komme. Es reicht mit den Reiseerlebnissen: 1965 Untergang mit der "Käthe Niederkirchner" vor Schottland, 1966 harte Verwundung durch Bürgerkriegsschießerei auf Java, und jetzt wieder ein Krieg, wo kein Auge trocken bleibt. Vietnam, so weit von zu Hause entfernt - ich will nicht mehr! Genug der Abenteuer. Nur noch Frieden, Ruhe, Familie und Leben.

Überlege: Wenn das Schiff noch einen weiteren harten Treffer abbekommt und sinkt - am Liegeplatz ist der Fluss nicht so tief -, wird auch bei Flut nur das Hauptdeck überflutet. Wer noch lebt, kann zwischen den aus dem Wasser ragenden Aufbauten vorn und achtern verkehren und Schutz suchen bei den täglichen Angriffen. Und auf Hilfe warten. Auch in die Lasten kann man noch.

Der Kapitän kommt nach achtern. Schweigt.

Dann: Er möchte das gesamte Schiff evakuieren, die Besatzung mit einem Rettungsboot auf die "Frieden" bringen, welche mit einigen anderen Schiffen draußen auf Reede liegt. Aber genau zwischen uns in Haiphong und der blockierenden 7. US-Flotte.
Ich: Keine gute Aussicht bei einer größeren Wassertiefe versenkt zu werden. Und weiter: Wenn das Schiff im Hafen vollkommen verlassen ist, wer bezeugt die weiteren Schäden gegenüber der Reederei, z. B. durch Plündereien usw.? Das Schiff ohne Wache lassen? Und: Aus reiner Angst um mein bisschen Leben werde ich auf keinen Fall das Schiff verlassen!

Der Kapitän entscheidet sich für ein Kontingent Freiwilliger, das an Bord bleibt und den Betrieb aufrecht erhält. Werbung ist nicht notwendig, außer Kapitän und mir sind sofort elf Mann bereit, an Bord zu bleiben.
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Und so sah die Teilung der Besatzung aus:

Von den [sozialistisch-]gesellschaftlichen Funktionären und Mandatsträgern ließen sich ausnahmslos  a l l e  auf die Liste der zu evakuierenden Personen setzen. Auch mein ideologischer Kontrahent, Parteisekretär [Storekeeper] G. Mein [des Pursers] Statement: "Wenn auch du von Bord gehst, hast du in Rostock dein Gesicht verloren. Dafür garantiere ich!"

Und so kam G. auf die Liste der Freiwilligen. Als Letzter!

[Reaktion der Partei:] Und in Rostock war dann auch mein "Sichtvermerk" entzogen ...
slr-dayj-1972-31.jpgDr. K., 38 Jahre, ungarisch-tschechischer Herkunft, mit deutscher Frau verheiratet, wohnhaft auf Rügen.

Der Schiffsarzt bestand auf seiner Evakuierung, unbedingt!

Meine Gegenargumente: Wer soll die noch zu erwartenden Verwundeten versorgen, die deutschen oder vietnamesischen? Wer soll das Morphium spritzen? Ich habe noch nie - usw.

Antwort des Schiffsarztes:
"Der 1. Koch P. hat eine Fahrerlaubnis, damit einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, kann also damit umgehen." [Wie bitte, Herr Doktor?] Und so übernahmen Zahlmeister und Chefkoch das medizinische Material, schlossen es in die Wirtschaftstoilette ein und waren letztendlich froh, es nicht einsetzen zu müssen ...

Nachtrag: Später, ich war schon lange an Land tätig, kam ich auf einer Dienstreise nach Samtens auf Rügen. Dr. K. traf ich nicht an, erhielt aber von Nachbarsleuten die Auskunft, dass er in der "Klapsmühle" sei ...

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So - und tiefer griffen die Jagdbomber an - und die B-52 im Blindflug in 10.000 m Höhe.
Die wehende Flagge Vietnams:
Viele Piloten der US-Airforce flogen nur Angriffe längs der Linie zwischen den Schiffen und den Hafengebäuden. Gelang es den Piloten, den Mast zu fällen, war es ein Erfolg für sie ... Aber sofort nach Abflug der Amis kamen die Vietnamesen aus ihren Deckungen und Ruinen und brachten (oft nur an Bambusstangen) eine neue Flagge an. Und die Amis kamen wieder und feuerten aus allen Rohren auf das Stück Nationalstolz und Selbstbestimmung. Was kostet eine Stunde Krieg? Die USA verloren ihn letztendlich und zogen schimpflich ab. Ruhmlos!   [Siehe Wikipedia: Vietnam fremdlink.gif]
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Wenn sich bei Flut das Wasser staute, dümpelten zwischen den Pfählen oft aufgedunsene Leichen, bis die nächste Ebbe sie nach draußen aufs Meer zog ...














Erinnerungssplitter:
  • Offiziere und Mannschaften einer weiteren Division "Giáps" [So genannt nach dem taktisch und strategisch brillanten militärischen Führer der vietnamesischen Volksarmee.] kamen an Bord, Einsatz Süd-Vietnam.
  • Soldaten in "Zehenspaltern" blieben im Land. Trugen sie Volleyballschuhe, gingen sie in den Kampf.
  • Sie erhielten von uns sporadisch Solidarität: Eine Schachtel Zigaretten, ein Hafenbräu, manchmal Unterwäsche, einen Hieb WBS.
  • Offiziere sprachen vom Austausch neuer Panzer aus der SU durch China (Landweg) und von Spannungen an der Grenze.
  • Vietnamesische Familien suchten Schutz in unseren Aufbauten, auch Landsleute.
  • Zu ihrem und unserem Schutz wurden die Matrazen aus den Passagierkammern an die Gangwände befestigt (Splitterschutz).
  • [Fang-]Frage an den Botschaftssekretär, warum erhalten wir (im Gegensatz zur SU und VR Polen) keine Kriegszulage?
    Antwort: Wenn es die Regierung der DDR für notwendig erachtet, wird sie es uns mitteilen.
    Nach deren erster Variante sollten alle Angriffe einzeln und minutiös aufgeführt werden ...! - Bei Angriffsdauern von je einer Minute kämen bestimmt 1,5 Std. Krieg zusammen ...
  • [Die Reederei schätzte die Lage offensichtlich realistischer ein:] Bereits nach der Werftzeit und den Ladehäfen in Indien telegrafierte die DSR: "Kriegszulage für jedes Besatzungsmitglied 500,- M" ...
  • Daraufhin zog der Kapitän die seit Anbeginn der Reise ausliegende und mit zurückhaltender Beteiligung (sehr kleine Beträge) beachtete Soli-Liste für Vietnam wieder ein, ließ sie neu schreiben und setzte sich unter Nr. 1 mit 500,- M ein. Der zweite Spender mit 450,- M war der LTO. - Ich verblieb bei 5,- M wie vorher, mit allen Konsequenzen ...
  • [In einer Zeitungsmeldung hieß es später:] SEEMANNSSOLIDARITÄT. Die Besatzung des DDR-Frachters "Halberstadt", der vor einigen Wochen im Hafen von Haiphong durch eine Rakete amerikanischer Luftpiraten beschädigt worden war, hat ihre Solidarität mit dem um seine Freiheit kämpfenden vietnamesischen Volk erneut bekräftigt. Sie überwies eine Spende von 1700 Mark auf das Spendenkonto.

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Feiernde Crew nach Übernahme der [zuvor auf die "Frieden" evakuierten] Restbesatzung

  

Hurra, wir leben!

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Nachdem wir unter Protest der lokalen Behörden die letzten Tonnen Soli-Güter eigenhändig auf die Pier setzten und ohne Schlepperhilfe, ohne Lotsen und ohne Hafenfestmacher ablegten, sogar ohne Angriffe den engen Kanal passierten, war ich sehr glücklich!

Eventuellen Feuerschutz gaben uns sechs Reedeschutzboote links und rechts des Fahrwassers.

Und aus der Maschine standen ja sechs Arbeitsschutzhelme zur Verfügung ...

Kurs Süd: Singapore
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Eine US-Korvette dippte die Flagge - unsere Crew dankte mit "WIXI - WIXI" ...
7. US-Flotte (Auszug)  
Lenkwaffenkreuzer "Oklahoma City"
Flugzeugträger "Midway", "Saratoga"
dazu "Coral Sea", "Kitty Hawk", "Hancock" und "Constellation"
Zerstörer 15
Kreuzer   2
Flugzeuge ca 150 (F-4 Phantom, F-105, EB-66, B-52)


Und das Land brannte unter dem Feuer der Navy und der Airforce ...

Unsere Anmerkung an dieser Stelle zur weiter oben erwähnten "Frieden": Sie absolvierte vom 10.1.1972 bis 17.5.1973 (Aus-/Einlaufen Rostock) mit einer Reisedauer von 494 Tagen die damals längste Reise eines DSR-Frachters (Stand Juni 1987), während der sie mit der "Halberstadt" in den gerade wieder eskalierten Vietnam-Krieg geriet und dann gemeinsam mit weiteren Schiffen anderer Schifffahrtsnationen im verminten Hafen von Haiphong festlag, so aber die totale Zerstörung der Hafenanlagen mit verhinderte. - "Halberstadt" war zwar nochmal davongekommen, aber "Frieden" diente erzwungenermaßen demselben!

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Internationale Seeleute-Sportwoche in Singapur 1972

  • Diese Wettkampfwoche wurde jährlich und global ausgeführt.
  • Organisiert vom Staatlichen Norwegischen Seemanns Service, Vertreter 1972 speziell Herr Finn G.
  • Auf Wunsch des Königlich-Norwegischen-Seemannsclubs gab die Besatzung zur Bereicherung des Flaggenschmucks eine DDR-Staatsflagge sowie eine DSR-Flagge gleichen Formates dazu. Und das zwei Jahre vor der offiziellen Anerkennung der [ehemaligen] DDR!
  • Wegen der langen Werftliegezeit, hervorgerufen durch den Kriegseinsatz in Vietnam, konnte die gesamte Wettkampfzeit von allen Besatzungsmitgliedern wahrgenommen werden.
  • Bereits am 3. Tag lagen wir auf Platz 3 der Gesamtwertung, am 5. Tag überlegen auf Platz 1 von 36 Schiffen.
  • Wahrscheinlich aus politischen Gründen verweigerten Kapitän, LTO und FO eine Teilnahme am Wettbewerb. Selbst die vom Veranstalter organisierte Abnahme von nur einer notwendigen Disziplin (Kugelstoßen an Deck) wurde abgelehnt.
  • Da in der Gesamtwertung die Besatzungsstärke zur Teilnehmerzahl gewertet wurde, fielen wir auf Platz 2 zurück.
  • Auf der Sieger-Ehrung durch den Norwegischen Botschafter erhielt die Besatzung zwar nicht den Pokal, wohl aber die meisten Medaillen - 3 Gold, 3 Silber, 2 Bronze!
  • Zum Dank für die vorbildliche Unterstützung durch den Norwegischen Seemannsclub (u.a. täglichen An- und Abtransport der Wettkampfteilnehmer) überreichten wir ein Plakat, auf dem alle Teilnehmer unterzeichneten.
  • Staats- und Reedereiflagge ließen wir für weitere Treffen zurück. - Dazu sprach später der Kpt. eine Rüge "wegen Veruntreuung von Volkseigentum zugunsten kapitalistischer Organisationen" aus.
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Augenzeuge der Geschehnisse war Roland Morgenstern † aus Rostock.

Weiterführende Literaturhinweise:
"Unter Beschuss im Hafen von Haiphong" v. H. Schoppa in "Bordgeschichten II", DSR-Seeleute e.V. Freiberg, 2002
"Die HALBERSTADT - Traum oder Albtraum" v. H. Schoppa in "Bordgeschichten VIII", DSR-Seeleute e.V. Freiberg, 2009
"Im Bombenhagel von Haiphong" v. R. Franz in "NNN - Norddeutsche Neueste Nachrichten", Rostock, 29.08.1984
"1500 Tonnen USA-Bomben in 24 Stunden auf Vietnam" von adn in "NNN", Rostock, Datum unbekannt
"MS 'Halberstadt' nach dem Angriff" von adn in "NNN", Rostock, Datum unbekannt
Für Abonnenten: NIXON AT WAR fremdlink.gif in "TIME", © TIME Inc., 01.05.1972 (englisch)
Uns liegt eine Kopie des TIME-Artikels vor.


"MS 'Halberstadt' 1972": Seeleute Rostock e.V., August 2012

   

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  23.09.2015  
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