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Mit der DSR in die USA

Prolog

Mit seinen Fragen "Waren jemals DSR-Schiffe in den USA? Und wenn ja, durfte die Besatzung an Land?" initiierte unser Leser Klaus Wesemann ein interessantes Thema, zu dem wir hier gerne ein illustres Bild aufzeigen wollen. Zuvor reichten die Antworten auf unseren Rundruf von "unmöglich" bis hin zu detaillierten Berichten über Reisen von DSR-Schiffen nach Bestimmungshäfen in den Vereinigten Staaten. Klaus schrieb uns weiter: "Wir hatten hier eine kleine Diskussion über die Amis und ihre 'Angst vorm Kommunismus'. Dabei wissen sie wohl nicht, was das ist." Jedenfalls war der Umgang bezüglich der Vorgänge um die Schiffe professionell besonnen. Beim Flanieren in den Hafenstädten wurde man wie eben auf der ganzen Erde neutral als German oder als Alemán eher gewahr genommen und konnte mitunter sogar seine DDR-Mark unters Volk bringen. Aber lest selbst.

Der Panama-Kanal (PC)

slr-pcz-seal.pngKpt. Norbert Schmidt erinnert zuallererst daran, dass der Panama-Kanal für 99 Jahre ein nicht unwichtiger Bestandteil der USA war und viele DSR-Schiffe diesen Schifffahrtsweg kontinuierlich nutzten. Ob man nach Puerto Armuelles, Guayaquil oder Puerto Bolivar wollte, man musste auf diesen Reisen stets US-Gebiet durchfahren. Die PC-Captains begnügten sich meistens mit der Übergabe einer Besatzungsliste und ließen nur manchmal diese mit den Seefahrtsbüchern abgleichen. Direkte Personenkontrollen erlebte er nicht, auch wenn in Colon gebunkert und Landgang in Anspruch genommen wurde.

Vom Panama-Kanal zeigen Rolf und Rolf eine Auswahl ihrer Fotos hier unter Panama - Tokyo - Rijeka. Auch die "Frieden" folgte in den 1970ern auf ihrer Weltumsegelung dem PC, siehe unsere neue "Voll Voraus" 21/2016.

Die Passagen der DSR-Schiffe wurden von der Agentur BOYDBROS betreut, deren "Familie des damaligen Chefs sich mal sehr uneigennützig um einen Matrosen kümmerte, der im Panama-Kanal einen schweren Unfall hatte. In der DDR gab es deshalb 'etwas Aufregung', weil der Vater dieses Matrosen Chef eines Jagdfliegergeschwaders war. Später arbeitete dieser junge Mann in der DSR-Befrachtung."
slr-pc-transitliste-19770101-DDWO-kl.jpg
Bemerkenswert ist, dass selbst den "ansonsten übergenauen US-Behörden" auf einer Transit-Liste auch mal ein Jahreswechsel-Irrtum passierte: Der 1.1.1976 war kein Samstag oder andersherum, ein 1.1.-Samstag lag in diesem Zeitraum nicht im Jahr 1976. huh.gif Die gezeigte Liste stammt also vom 1.1.1977. Ein interessantes Ereignis war die "Heerschau" (review in the Canal Zone) im Winter 1977.

Die Kanal-Behörde übernimmt das Schiff während der Passage voll verantwortlich, weswegen sich die Lotsen auch als "CAPTAIN" betiteln lassen. Dennoch hat laut Reglement der Kapitän des Schiffes während der Passage ständig auf der Brücke zu sein. Einige Lotsen aber, die oft DDR-Schiffe durch den Kanal führten, akzeptierten auf manchen Strecken die 2-Wach-Regelung der DSR und einen Ersten Offizier mit Kapitänspatent als Kommandoführer für die Schiffsbesatzung. Kpt. Norbert Schmidt erlebte nur zwei Lotsen, einen Mexikaner und einen Texaner, die die ständige Anwesenheit des Schiffskapitäns auf der Brücke einforderten. Möglicherweise spielten die persönliche gegenseitige Akzeptanz Lotsen-CAPTAIN und Kapitän/Erster Offizier oder auch Sprachbarrieren eine Rolle, denn Spanisch war die Umgangssprache im PC auch unter US-Herrschaft.
Aufenthaltsort des LTO war der Maschinenfahrstand. Die Maschine hatte ständig manöverbereit zu sein. Wehe, wenn ein neugieriger Chief seine Nase durch die Brückentür steckte!!! Das galt auch bei Brückenfernsteuerung der Maschine, wie sie die THEODOR FONTANE schon hatte.
Das Ankerspill und das Heckspill war ständig mit erfahrenen Besatzungsmitgliedern (Bootsmann und Kabelgeist in der Regel) zu besetzen. Die eigentlichen Leinenarbeiten erledigten Crews des PC, die meistens kurz vorher per Boot an Bord gebracht und nach Passage der Schleusen wieder abgeholt wurden. Auch beim Anlegen in Colon zum Bunkern war diese Verfahrensweise gängig. Es gab allerdings auch Ausnahmen - einmal erledigte die Mannschaft aus einem Kpt. Norbert Schmidt nicht mehr geläufigen Grunde in Colon alle Arbeiten selbst.
Hier zeigen wir die detailliert ausgearbeiteten Wachorders auf der "Theodor Fontane" zur Ansteuerung, Ankunft und Passage Panama-Kanal:

slr-pc-worder1-1976-81-DDWO-kl.jpg slr-pc-worder2-1976-81-DDWO-kl.jpg slr-pc-worder3-1976-81-DDWO-kl.jpg

Kpt. Norbert Schmidt, ABa

FS "A.v.Humboldt"

slr-fs-avhumboldt-002.jpgWolfgang König erinnert sich an dieses aus den Tagen vor seiner DSR-Fahrenszeit:

Zum Landgang in den USA kann ich aus eigener Erfahrung erzählen, wir sollten mit der "Humboldt" in die USA, bekamen dort aber keinen Status, wir wären vogelfrei gewesen, hätten keinerlei staatlichen Schutz gehabt. Das war in der ersten Hälfte der 1970er Jahre.

Die A.v.HUMBOLDT (IMO 6711883) war zu der Zeit Forschungsschiff des Instituts für Meeresforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR. Ein größeres Bild ist bei uns unter "Seehäfen/Stadthafen Rostock" zu sehen. Oder aber auch dort: www.shipspotting.com/gallery/photo.php?lid=805398# fremdlink.gif.

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Wolfgang König

MS "Brocken" 1975 - 80

slr-ms-brocken-001.jpgIn den BORDGESCHICHTEN V (S. 64-75) berichten Hildebrandt/ Engel/Prell ausführlich von der Reise der BROCKEN von Dünkirchen (Abgang 08.02.1978) nach Corpus Christi in Texas, USA. Die Ankunft war am 27.02.1978. Kapitän Friedrich "Fritz" Prell erzählte mir später, dass die "Brocken" das erste DSR-Schiff in Texas gewesen sei, und dass es eine sehr gute Zusammenarbeit in sehr freundlicher Atmosphäre gegeben habe. Ob es für die Besatzung wegen des ungeheuren Arbeitsaufwandes persönlichen Landgang gegeben hat, wagte ich zu bezweifeln.

Kpt. Norbert Schmidt

Beitrag von Kpt. Norbert Schmidt zum MS "Brocken"
Gästebuch-Eintrag von Jörn Horn am 16.06.2010

Hallo, ich möchte mal kurz was zum Beitrag von Kpt. N. Schmidt sagen. Ich bin von der Baubelehrung 1975 bis Ende 1980 auf dem "Brocken" gefahren und habe die ersten USA-Reisen mitgemacht. Der Arbeitsaufwand war riesig, das ist wohl richtig. Trotzdem war für uns in jeder freien Zeit auch ausgiebiger Landgang möglich. Die Zeit auf der "Brocken" - eine tolle Erfahrung.

J. Horn

Wir danken Jörn Horn herzlich für seine Wortmeldung mit dem Life-Bericht von der "Brocken".

MS "Meissen"

slr-ms-meissen-001.jpgDas OBC Schiff MEISSEN war nach seiner Indienststellung 1978 mehrmals in den USA. Frank Glaß war selbst zweimal in den USA, in Baltimore und Philadelphia. Soweit er weiß, war das Schiff aber auch in New Orleans. Weil es keine Handelsverträge zwischen den USA und der DDR gab, wurde jedesmal für einen Hamburger Reeder Mais geladen und dann doch in Rostock gelöscht. Die einzige Schwierigkeit mit dem Landgang bestand damals darin, daß man sich einige Wochen vor der Einreise anmelden musste. Diese Angelegenheit wurde natürlich von den Behörden des seemännischen Bereiches an Land durchgeführt. Man bekam in den USA ein Landgangsticket, welches eine Gültigkeit von zwei Jahren hatte. Sein Exemplar besitzt Frank  noch. Es sind besondere Erinnerungen.
Während der Reedezeiten wurde in den Luken ausgiebig Fußball gespielt. Der Landgang von Reede aus war wohl innerlich erhebend: Mit dem Multicar-angetriebenen Rettungsboot und großer DDR-Flagge am Heck gings in Richtung nächster Marina. Später an der Pier liegend soll es dann Spaß gemacht haben, die Stauer mit Hafenbräu zu versorgen, denn "schon nach dem vierten war Schluss für die netten Kumpels".
Im Band VIII der Reihe "Bordgeschichten" des DSR-Seeleute Freiberg e.V. (S. 34/35) mag die kleine Anekdote über den "Bankraub auf die weiche Tour" in Baltimore erheitern, welche die Geschichte eines fast erfolgreichen Umtausches von DDR-Mark in US-Dollar erzählt und mit ein paar Farbfotos illustriert ist. cool.gif

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Frank "Harry" Glaß

MS "Jena"

Es waren mehrere Bulker der DSR in den USA. In Houston, New Orleans und Philadelphia wurde Weizen aus der US-Staatsreserve für die UdSSR und auch für die DDR geladen.

Mit MS
JENA, Kapitän Peter Schumacher, hatte ich, Norbert Schmidt, vertretungsweise ungeplant und überraschend vom 23.10.1980 bis 02.12.1980 eine Reise Rostock-Philadephia-Rostock (bei Reiseantritt war als Löschhafen Europe-Range angegeben) zu machen. Für diese Reisen mussten acht Wochen vorher spezielle Besatzungslisten bei den US-Behörden eingereicht sein. Als Fax mit Rundstempel und Unterschrift eines höheren Immigration-Officers kam meistens 3 bis 4 Wochen vor Anlauftermin eine Einreisebestätigung bei der DSR an. Darin enthalten war auch die Besatzungsliste, die meistens unverändert belassen wurde. Die gleiche Prozedur verlangte das US-Grain-Bureau für die Beladung des Schiffes inklusive Stabilitätsberechnungen nach US- und nach DSRK-Vorschriften. Hier wurden dann stets die höheren Anforderungen für die Getreidefahrt angewendet. Für die OBC-Schiffe waren das die DSRK-Vorschriften, wie der Grain-Officer mir in Philadelphia damals vorrechnete.

Landgang war dann in den Häfen der USA erlaubt, wenn man auf der genehmigten Crewlist stand. Allerdings wurde die "Jena" damals etwa sieben Stunden lang auf der Delaware-Flussreede einklariert, wobei nochmals alle Personalien gecheckt wurden, das Schiff einer intensiven Untersuchung durch Spezialtrupps der US-Navy unterzogen wurde und Marinetaucher etwa zwei Stunden lang das Unterwasserschiff begutachteten. Gleichzeitig wurden die Laderäume streng auf Transporttauglichkeit für menschliche Nahrung begutachtet, wobei intensiv nach Insekten gesucht wurde. Brückenausrüstung und nautische Dokumente wurden auf Gültigkeit, Vollständigkeit und Zustand kontrolliert, was ebenfalls im Maschinenbereich passierte.

Reedeverkehr und Aussetzen von eigenen Booten auf dem Delaware waren nicht erlaubt. Selbst der Makler durfte nur mit den Behörden zu den Klarierungen an Bord kommen. Während der Reedezeit hatten wir nur telefonische Kontakte, die sich einzig auf den Zeitpunkt des Einlaufens beschränkten. Der Funkverkehr war auf den Empfang limitiert. Die Sender waren verplombt.

Es war unterschiedlich, ob Sicherungsposten vor der Gangway standen oder nicht, die dann eine Gesichtskontrolle durchführten und Notizen in eine vorbereitete Kladde machten. Zumindest wurde das Schiff via Industrie-Kameras ständig beobachtet. Auf alle Fälle war eine strenge und lückenlose Überwachung während der Hafenliegezeit gegeben, was der Immigration-Officer auch offizell angekündigt hatte.

Für mich wäre es eigentlich nicht möglich gewesen, an Land zu gehen. Ich war ja nicht als Besatzungsmitglied bei den US-Behörden rechtzeitg angemeldet worden. Aber da ich als Ladungsoffizier offizieller Verhandlungspartner für die Ablader war, beantragte Kapitän Schumacher ein Landgangsticket für dienstliche Verhandlungen. Das wollten die Behörden zuerst nicht ausstellen. Nachdem aber ein Check im Zentralcomputer der US-Einwanderungsbehörde ergeben hatte, dass ich schon mehrmals US-Territorium betreten bzw. US-Territorium bei Panama-Kanal-Durchfahrten passiert hatte, ohne US-Recht zu verletzen, wurde mir eine Sondererlaubnis ausgestellt. Die Amerikaner wussten viel besser als ich, wieviele Male ich den Panama bis dahin durchfahren hatte, und dass dabei meine Frau mit mir einen längeren Landgang in Colon gemacht hatte. Während einer ruhigen Phase der Beladung fuhr mich dann der Loading-Master noch etwa zwei Stunden durch Philadelphia, was ich auch auf Einkäufe etc. hätte ausdehnen können, aber korrekterweise nicht ausnutzte.

Bei Auslaufen Philadelphia ging die "Jena" nach Ablegen von der Getreidepier wieder auf dem Delaware vor Anker, und es wurde eine intensive Ausklarierung des Schiffes mit Gesichtskontrolle und Schiffsdurchsuchung der leichteren Art betrieben. Nur die Taucher waren in ihrer Kaserne geblieben.

Ich muss aber sagen, dass trotz der harten Kontrollen alle Klarierungen, Stabilitätsberechnungen und Absprachen in einer freundlich-geschäftsmäßigen Art seitens der US-Boys abgewickelt wurden. Eigentlich war der persönliche Kontakt zu den US-Boys sehr sympatisch und von gegenseitiger Achtung geprägt. Sie haben ja genauso wie wir auch nur ihre Pflichten erfüllt.

Kpt. Norbert Schmidt

Hier lassen wir zwischendurch den Initiator dieses Projektes zu Wort kommen:

Habe den Bericht von Norbert Schmidt mit Vergnügen gelesen. ... Wir [bundesdeutschen Seeleute] brauchten uns nicht anmelden, wurden aber auch "begutachtet". Die Frachträume wurden ebenso vor dem Beladen mit Mais nach Käfern abgesucht, aber an Land liefen die dicken Kakerlaken herum. ... Der Bericht von Norbert erinnert mich ein bisschen an China. Auch da wurde die Funkbude samt Kameras verschlossen. Und jeder wurde beim Verlassen oder Betreten des Schiffes begutachtet und registriert.

Vielen Dank für die Info und einen Gruß an Norbert.

Klaus Wesemann

MS "Brocken" 1980 - 81

  • slr-ms-brocken-trafo.jpgReise der BROCKEN von Rostock nach Corpus Christi (Texas, USA), Kapitän Fritz Prell, auf Trailer ein Kraftwerkskondensator
  • Reise von Le Havre (Frankreich) nach Venezuela, Kapitän Prell, Kraftwerksteile. Da keine Pier an der Amazonas-Mündung erfolgte Beach-Landing. Schiff sollte an sich zwei Tagesreisen Amazonas aufwärts löschen, wurde aber geändert. Rückreise von Venezuela über "Portorico" (gemeint: Puerto Rico/damals noch USA), Ladung war ein Transformator (s. re.) von San Juan nach Neapel (Italien).
  • Die Besatzung bekam in den USA-Häfen keinen Landgang.

Karl Prothmann, damals Stellv. Dir. für Schiffseinsatz im Fb. Spezial/Küstenschifffahrt, über Dieter Pevestorf

MS "Weimar"

slr-ms-weimar-001.jpgIm Jahre 1982 brachte die WEIMAR unter Kapitän Otto Brandt ("Träger des roten Basecaps..." Berndt "Seemanns Braut" Gückel) Weizen aus den USA nach Rostock. Ich arbeitete damals in der Inspektion von FE4 und kann mich erinnern, dass Otto vom Besuch des NASA-Museums in Houston erzählte. Die "Weimar" war damals ca. eine Woche in Rostock und verließ danach mit einer Weizenladung den Hafen in Richtung Pazifik (Wladiwostok oder China) via Panama-Kanal. Aus welchen Gründen auch immer machte sie nach der Passage des Panama eine Deviation nach Nikaragua, war dort aber nur eine ganz kurze Zeit und setzte dann ihre Reise fort. Über die Gründe dieses Umweges wurde offiziell nie gesprochen, und Buschfunkimpressionen stehen hier nicht zur Debatte.

Kpt. Norbert Schmidt

New Orleans

Im Verlauf dieser Recherchen wurde erwähnt, dass Kapitän Peter Paul sogar zu einem Ehrenbürger von New Orleans ernannt wurde. Das klingt faszinierend, und die näheren Umstände, die dazu führten, sind sicherlich wissenswert! - In den vielen Jahren der Schiffslaufzeiten selbst innerhalb der DSR gab es offenbar Lücken in der Dokumentation und auch in der mündlichen Überlieferung, was wohl an den des Öfteren umbesetzten Mannschaften lag. Doch nun berichtete uns Kpt. Peter Paul persönlich von seiner Auszeichnung:

Aus einer Nachricht von Kpt. Paul an Kpt. Schmidt im Sommer 2010:

Mit MS GÖRLITZ waren wir Anfang 1976 in New Orleans als erstes Schiff nach Anerkennung der DDR. Nach alter Tradition wurde ich Ehrenbürger.

Kpt. Peter Paul

"A. C. Toepfer"

Es wurde also für einen Hamburger Reeder Getreide gefahren. Das war sicher A. C. Toepfer fremdlink.gif. Das war der größte Getreidehändler Europas. Ich fuhr mal bei der Reederei. Wir haben VW von Emden nach USA gefahren und rückwärts Kohle von Norfolk nach Bremen oder Getreide von Montreal nach Danzig. In Danzig haben die für 20 Tsd. Tonnen zwei Wochen gebraucht. Für den Reeder schlecht, aber für die Seeleute gut. Nach Norfolk sind die DSR-Schiffe sicher nicht gekommen, das ist der größte Militärhafen am Atlantik. Interessant, was man da alleine schon bei der Revierfahrt zu sehen bekommt.

Klaus Wesemann

Anforderungen

Wegen der hohen hygienischen Anforderungen des US-Grain Bureaus für den Getreidetransport (Lebensmittel!) wurde letztendlich der Einsatz "fabrikneuer" Schiffe bevorzugt. Irgendeiner der älteren Bulker unserer Reederei hatte in der Anfangsphase dieser Lebensmitteltransporte mehrere Wochen Tag und Nacht zu tun und musste sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen, um seine Laderäume lebensmittelfit zu machen und die Ladeerlaubnis zu erhalten.

Kpt. Norbert Schmidt

Bedingungen

Es kam in diesem Zusammenhang auch zur Sprache, dass damals ein die USA anlaufendes Schiff niemals zuvor in einem kubanischen Hafen gewesen sein durfte. Kürzlich aber eröffnete mir ein Kapitän der »ORION« BULKERS GmbH & Co. KG fremdlink.gif, dass gegenwärtig nur der zuletzt angelaufene Hafen kein kubanischer sein darf. - Das lässt hoffen!

ABa

MS "Eichwalde"

Im Band IX der Reihe "Bordgeschichten" des DSR-Seeleute Freiberg e.V. erschien der Beitrag "174 Meter über dem Meer" von einer Reise der EICHWALDE in die Großen Seen 1987.

Friedrich Bordgeschichten Seibicke fremdlink.gif

Epilog

Ja, es gibt doch so einige DSR-Schiffsanläufe für die USA zu verzeichnen. Und nachdem sich die USA zu einer diplomatischen Anerkennung der DDR durchgerungen hatten, waren unsere Seeleute nicht mehr "staatenlos" und konnten somit die USA-Hafenstädte frei erkunden.

Habt ihr es nicht auch mal erlebt, dass bei Suchaktionen oder Hilfeleistungen auf See die Royal Navy oder die anderen Kriegsmarinen sehr gern oder vorwiegend DSR-Schiffe in ihre Aktionen einbezogen, während Schiffe anderer Nationen möglichst schnell von ihnen aus den Hilfsverbänden entlassen wurden? Das lag sicher an unserer guten Ausbildung, unseren bedingungslosen Unterordnungen unter die Befehlsgebung der Seemilitärs und der exakten Einhaltung der IMO-Regeln zur Rettung und Hilfeleistung auf See.

Auch erinnern wir gerne an die freiwillige Teilnahme an der Atlantik-Verkehrsleitung durch die US-Coast-Guard, dem AMVER-System. Ab und zu wurden teilnehmende DSR-Schiffe für langjährige Mitarbeit von der Coast-Guard-Direction ausgezeichnet. So kann sich Kpt. Norbert Schmidt erinnern, dass neben anderen DSR-Schiffen auch Kapitän Schiminski einmal für die "Theodor Storm" Ehrenurkunde und Medaille in Empfang nehmen konnte. Und auch Gerhard Franz erwähnt z.B. diese Auszeichnung für die "Pasewalk" und die "Glauchau" auf seiner Homepage fremdlink.gif.


Wir danken sehr allen genannten wie auch ungenannten
Antwortern auf unseren Rundruf für eure Zuarbeiten!

Fotos:  Rolf Schneider, Rolf Beckert (PC), Wolfgang König (A.v.Humboldt), Frank Glaß (Meissen, Baltimore), Broschüre "DSR-LINES - Damit Ihr Frachtgut nicht ins Wasser fällt" 1986 (Brocken, Trafo, Weimar)
Faksimiles:  Norbert Schmidt (PC), Frank Glaß (USA)
Präsentation:  Mit der Applikation Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Moderator:  Andreas ABa Basedow, Hamburg, 14.02.2010 ff.


"Mit der DSR in die USA": Seeleute Rostock e.V., Feb. 2010

   

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  11.03.2016  
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