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| SlR.sp05 [14.F4]  
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Theodor Fontane erzählt in seinem Gedicht Jan Bart ein Seemannsschicksal, wie es sich in den 1960er Jahren auch so ähnlich hätte bei der DSR wiederholen können, als die Kapitäne von Großschiffen 27, 28 Jahre alt waren. Deshalb stellen wir es hier zu Ehren unserer Klassiker vor.

Jan Bart

Jan Bart geht über den Vlissinger Damm.
"Hür, Katrin, wi trecken tosamm;
en Huus, en Boot, 'ne Zieg' un 'ne Kuh,
wat mienst, Katrin? Sy miene Fru."

Katrin an ihrem Friesrock zog:
"Ne, Jan, bist mi nich Mynheer 'noog."
Der nickt und lacht: "Na, dann adje."
Und nach Frankreich geht er und sticht in See.

Matrose, Maat, so fängt er an,
auf der zweiten Reise: Steuermann,
auf der dritten: Leutnant unter Du Quesne,
auf der vierten: Flottenkapitän.

Und als es mit England kommt zum Krieg,
wo Jan Bart erscheint, erscheint der Sieg,
wie stolz das britische Banner auch weh',
Jan Bart ist Herr und fegt die See.

Heut' aber tritt er vor seinen Herrn,
vor Louis quatorze. Der sieht ihn gern.
"Willkommen, Jan Bart, in diesem Saal,
ich ernenn' Euch zu meinem Groß-Admiral."

Jan Bart verneigt sich: "Majestät,
was klug und recht ist, kommt nie zu spät."
Alles starrt auf den König, der aber lacht. -
Jan Bart hat sich wieder heim gemacht.

Und am Vlissinger Damm, an alter Stell',
sitzt wieder Katrin auf ihrer Schwell',
ihren Ältesten hält sie bei der Hand,
der Jüngste liegt und spielt im Sand.

Er grüßt sie lachend und noch einmal:
"Katrin, ich bin nu Groß-Admiral,
Katrin, w'rüm biste nich mit mi goahn?"
"Joa, wenn ick't wusst hätt', hätt ick't doahn."
 
 Theodor Fontane 1888 (*1819; †1898)


Herzlichen Dank an Friedrich Seibicke für seine Zusendung!


"Jan Bart": Seeleute Rostock e.V., 2010

   

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  04.01.2015  
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