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Tradition mit "Tradi"

(vgl. "Tradi")


Tradition verpflichtet

(Gedanken über das Traditionsschiff MS "Dresden")

Einst wurde das Schiff an der Warnow gebaut
und dann den DSR-Seeleuten anvertraut.
So ist der Frachter in vielen Jahren
als MS "Dresden" über die Meere gefahren.

Später sollte die Stadt es verwalten,
um diesen Typ als Museumsschiff zu erhalten.
Man war auch lange dazu bereit,
doch dann kam eben die neue Zeit.

Die Stadt folgte alsbald anderen Interessen.
Das "Tradi" wurde dann schnell vergessen.
Die Stadtkasse war nun richtig leer,
da musste dringendst ein Käufer her.

Die IGA zahlte eine D-Mark bloß;
die Stadt war Ballast und Sorgen los.
Als Museum hat das Schiff kein Geld mehr gebracht,
nun wird daraus eine Groß-Kneipe gemacht.

Das "Tradi" ist jetzt im Stadthafen zu seh'n.
Es gibt viele Menschen, die finden das schön.
Doch nach dem Umbau ist's leider zu Ende,
das Schiff muss zurück auf das IGA-Gelände.

Und wie sieht es dann nach der IGA aus?
Wird vielleicht doch wieder ein Museum draus?
Es könnte ein Wunsch für die Zukunft bleiben,
bevor sich Schrotthändler die Hände reiben ...

(ein Thüringer Typ-IV-Fahrer)

"Tradition verpflichtet": Seeleute Rostock e.V. (ex Typ IV-Fahrensleute), 2002

 


Seufzer unseres Traditionsschiffes

Vor 35 Jahren begann mein "zweites" Leben,
für meinen Umbau wurde viel Geld ausgegeben.
Ein Museumsschiff ward` aus mir gemacht,
nach Rostock-Schmarl wurd` ich dann verbracht.

Traditionsschiff "Typ Frieden" werde ich genannt
und bin als Museumsschiff weithin bekannt.
Viele Menschen gingen bei mir ein und aus
und täglich war bei mir ein volles Haus.

Was hat man aus mir nicht alles gemacht,
Sporthalle und Jugendherberge untergebracht.
Gastronomie von ganz einfach bis pikfein -
das alles konnte an Bord möglich sein.

Fast 20 Jahre lief es so in geordneter Bahn,
doch dann fing eine neue Zeitrechnung an.
Langsam blieben die Besucher fern.
An Bord waren ständig mal neue Bauherrn.

Zuerst wurde die Sporthalle herausgerissen.
Dann wurde die Jugendherberge von Bord geschmissen.
Die Plätze in der Wirtschaft blieben jetzt leer.
Also gab es auch bald keine Gaststätte mehr.

Noch einmal schöpfte ich neuen Mut,
ich dachte schon, alles wird wieder gut.
Ich wurde nach Rostock in den Stadthafen gebracht
und in der Werft chic für die IGA gemacht.

Zur IGA ging's zu, wie es früher mal war,
die Besucher kamen in recht großer Schar.
Typ-IV-Fahrer erzählten aus ihrem Leben.
So wurde manch Story zum Besten gegeben.

Wie schnell verging dieses dreiviertel Jahr.
Für manch' Landratte wurden hier Träume wahr.
Doch Besuch bleibt jetzt aus, Gastronomie über Bord,
ganz schnell bin ich wieder ein trauriger Ort.

Als ein Museum nun fünfunddreißig,
noch längst nicht Schrott und auch nicht greisig.
Wie soll es mit mir nur weitergehen?
Wie wird die Bürgerschaft dazu stehn?

Muss ich als Blumenkasten enden?
Wird sich das Blatt vielleicht noch wenden?
Ich brauche Freunde, wünscht mir Glück,
zum Stadthafen nach Rostock will ich zurück!

Gerhard Franz (2005)

Ebenfalls erschienen in unserer neuen "Voll Voraus", Sonderausgabe 2005, auf
Seite 7 neben "Museumsschiffe in Stadtzentren", erhältlich auf DVD im MeerLaden.


"Seufzer unseres Traditionsschiffes": Seeleute Rostock e.V. (ex Typ IV-Fahrensleute), 2005

 


Ein trauriger Geburtstag

(Das "Tradi" wird 40.)

Ich dachte, ich könnte im Stadthafen feiern,
doch die Rostocker Bürgerschaft ist nur am Eiern.
So viel hat sie leider mit sich zu tun,
da lässt sie das Thema "Verholung" nun ruh'n.

Weder Unterschriften, Bitten noch Spenden reichten zum Siegen.
Muss ich noch weitere 40 Jahre im teuersten Garten Deutschlands liegen?
Viele Bürger, Vereine und Firmen setzen sich für mich ein.
Alle wollen mich aus der IGA-Umzäunung befrei'n.

Früher war viel an Bord bei mir los,
Jugendherberge und Sport schrieb man groß.
Vereine arbeiteten mit dem Museum Hand in Hand,
so dass manch' interessante Ausstellung entstand.

Möwen nun lachend über mich fliegen:
"Du alter Zossen wirst bis zur Verschrottung hier liegen."
Bald hab' ich Geburtstag, werd' 40 Jahr.
Was ich mir wünsche? Das ist doch klar.

franzel


"Ein trauriger Geburtstag": Seeleute Rostock e.V., 2010

 


Herzlichen Dank an Gerhard Franz, Rostock, für seine aktuellen Reime!


"Tradition mit Schiff": Seeleute Rostock e.V., Sept. 2016

   

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  13.09.2016  
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