| SlR.m5d [S3.F4]  
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Chemikalientanker

Zwei sehr spezielle Tankschiffe der DSR

Reeder & Manager: DSR Rostock | Heimathafen: Rostock

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Die "Buna" (2) auf der Kieler Förde
Foto/Sammlung: Norbert Pilz, Kronshagen / Mit freundlicher Genehmigung
1979 stellte die DSR in enger Zusammenarbeit und nach sorgfältiger Vorbereitung mit der chemischen Industrie zwei ganz spezielle Chemikalientanker in Dienst. Sie ließ die "Buna" (2) und die "Schkopau" in den Niederlanden bauen. Mit den beiden Schiffen erfüllte die chemische Industrie, die diese zwei DSR-Schiffe langfristig unter Vertrag hatte, ihre Transportverpflichtungen gegenüber westeuropäischen und skandinavischen Staaten. Haupttransportgut war Natronlauge (NaOH), eine stark ätzende Chemikalie.
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Der Chemikalientanker im Seitenriss
Grafik: (5) | Repro: ABa, Hamburg, 2015
Technische Daten:  
Schiffstyp Typ 3-Tankschiff für Chemikalien gem. IMCO-Resolution A 212 (VII)
Bauwerft Vuijk & Zonens Scheepswerven B.V., Capelle a/d Ijssel, NL
Klassifizierung dsrk-zeichen.gif   KM I Eis 1 aut 24 Chemikalientanker
Baujahr 1979
Baunummern (Siehe Tabelle unten)
Länge über alles 73,45 m
Länge zwischen den Loten 67,34 m
Größte Breite 12,00 m
Seitenhöhe bis Hauptdeck   6,00 m
Tiefgang   4,90 m
Aktionsweite 2.000 sm
Ladefähigkeit 1.516 t (mit 50%iger Natronlauge, bei 96% Tankbefüllung)
Tragfähigkeit 1.802 tdw
Gewicht des leeren Schiffs, betriebsklar 1.155 t
Verdrängung 2.957 t
Vermessung 1.347 BRT / 512 NRT
Hauptmaschine / Typ 1 einfach wirkender Viertakt-Sechszylinder-Diesel / 6M 453 AK
Hersteller MAK, Kiel
Leistung / Drehzahl 1.640 kW (2.250 PS) / 600 U/min
Antriebsmittel 1 Vulkan-Kupplung, 1 Untersetzungsgetriebe (ABUS GVE 630),
1 vierflügeliger Verstell-Propeller von LIPS, D = 2,60 m
Geschwindigkeit 12,0 kn
Ruderanlage 1 El.-Hydr. Rudermaschine (KGW Schwerin RA 15/18 U 35) auf 1 Halbschweberuderblatt mit ... m² Ruderfläche
Stromerzeugung Drehstrom 380/220 V, 50 Hz mit
1 Dieselgenset SKL 8NVD26A-2, 400 PS / SSED 509-8A, 330 kVA
1 Dieselgenset SKL 6NVD26A-2, 300 PS / SSED 509-8A, 250 kVA
1 Wellengenerator SSE 454-4A, 320 kVA bei 1.500 U/min
1 Notstromaggr. SKL 4VD21/15-2, 120 PS / SSED 358-6, 92 kVA
Dampferzeugung Heißwasserboiler
2 für Ladungsbeheizung, Geka THZ-06 mit 600,000 kcal/h
1 für die Einrichtung, M. Fröling 85DNH390, 220,000 kcal/h
Ladetanks 4 Tanks, 1.045 m³ / mittig angeordnet
Umschlageinrichtungen 2 el. Ladepumpen mit je 120 m³/h (Wasser)
2 Kräne a 0,95 t zur Bedienung der Ladeschläuche, mittschiffs
1 Kran mit 0,95 t zur Eigenversorgung, achtern installiert
Besatzung max. 17 Personen
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MT "Schkopau" im Überseehafen Rostock
Foto: DSR, (5) | Kennzeichnung: ABa, Hamburg, 2015
Die zwei Tankschiffe:
Schiffsname
   Registriernummer
Baunr. Rufzeichen
bis/ab 1980
I.D. A.D. Verbleib (an)
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BUNA (2)
   IMO 7804936
887 DCZH / Y5RH 27.08.1979 15.01.1993 Jurong Alba Shp., Dänemark
SCHKOPAU
   IMO 7804948
888 DDVJ / Y5RC 13.12.1979 11.11.1992 Olav Haugland, Norwegen
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Das mit einer für ein Tankschiff typischen Silhouette (tiefliegendes Freibord mit Laufsteg über dem Hauptdeck) wahrzunehmende Einschraubenschiff mit Verstellpropeller war ein Eindecker ohne Zwischendeck mit Eisbrecherbug, Backdeck, Poopdeck und Spiegelheck. Der Rumpf aus Stahl war vollständig geschweißt und durch 8 wasserdichte Querschotten unterteilt. Das Schiff war für die Fahrt in allen Seegebieten sowie in leichtem Eis geeignet.
Die 4 Ladetanks waren mit Gummi ausgekleidet. Alle mit der Ladung in Berührung kommenden Bauteile bestanden aus nicht rostendem, laugebeständigem Material. Der Maschinenraum und die Aufbauten waren achtern angeordnet. Zur Reduzierung der Schwingungen und des Lärmpegels war der gesamte Aufbau schwingungselastisch aufgestellt - somit vom Schiffskörper getrennt. Der Besatzung standen komfortable Ein- und Zweimannkammern zur Verfügung. Feuerlösch- und Rettungsausrüstungen waren gemäß den Vorschriften vorhanden.
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Die "Schkopau" am 13.9.1992 als kurzzeitiger Auflieger in Wismar
Foto/Sammlung: Norbert Pilz, Kronshagen | Repro: ABa, Hamburg
Besonderheiten:
  • Die ätzende Natronlauge als Ladung war schon an und für sich sehr speziell, und so stellten diese beiden Tankschiffe selbst eine Besonderheit dar.
  • 2015 - beide Tankschiffe sind wohl noch immer in Fahrt, mit 36 Jahren, ein Zeugnis für die Qualität des damaligen Schiffbaus in den Niederlanden.
Gemeinsame Flaggenwechsel:
  • 18.06.1990 an Deutsche Seereederei Rostock GmbH, Rostock
  • 03.10.1990 von der DDR- zur deutschen Heimatflagge (wie ebenso alle anderen DSR-Schiffe)
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Weitere Fotos:
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Fotos: Arne Sognnes, Bergen, Norwegen; ...
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Zum Verbleib der Schiffe:

1979 BUNA - 01/1993 BUNA (PAN) - 1999 BUNA (IOM) - 2001 BUNA (NIS) - 2002 BUNA (NOR) -
2004 LUGA (RUS) - 2017 so noch in Fahrt ...

1979 SCHKOPAU - 11/1992 HAUGLAND (NOR) - 11/1993 ECOMAR II (HRV) - 1998 ECOMAR -
2003 ECOMAR (RUS) - 2017 so noch in Fahrt ...

Quellen: (1) "DSR - Deutsche Seereederei Rostock", B. Götz/H. Wenzel, Koehler Hamburg, 2004
(2) "Deutsche Reedereien, Band 23, DSR", AK, Verl. G.U. Detlefsen, B. Segeberg, 2004
(3) Seefunk - Fx-Intern e.V. Rostock, DSR-Schiffsdatenbank fremdlink.gif, 2012
(4) IMO-Nr.n von ShipSpotting.com, www.shipspotting.com fremdlink.gif, 2012
(5) "Catalogue of Ship's Types", DSR 1979/1980, via Wolfgang Jacob, Freiberg, 2015, (gest.)
Abbildungen: Oben angegeben
Fotoshow mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Gerne ergänzen wir auch diesen Beitrag mit euren Fotos und Erinnerungen.
Wir danken allen Beteiligten für die freundliche Unterstützung.

"Chemikalientanker": Seeleute Rostock e.V., Nov. 2012, Juni 2015

   

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  12.03.2017  
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