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Zwölf DSR-Typ-IV

Reeder & Manager: DSR Rostock | Heimathafen: Rostock

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Ansichtskarte designed by Gordon Henschke, Rostock, 2008, für Seeleute Rostock e.V.
"Typ IV" wird "Typ Vier" ausgesprochen.
Schiffsname
   Registriernummer
Bau-Nr. Rufzeichen
bis / ab 1980
Stapellauf I.D. / DSR A.D. Verbleib
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FRIEDEN
   IMO 5121380
301 DHWT / - 14.01.1956 23.06.1957 09.08.1978 Der Verbleib der
12 Typ IV-Schiffe
der DSR ist hier
ganz unten
aufgelistet.
FREUNDSCHAFT
   IMO 5121146
303 DHZT / - 30.07.1956 10.12.1957 10.11.1977
DRESDEN
   IMO 5093791
305 DAVK / - 04.07.1957
(FREDEN)
27.07.1958 16.12.1969
BERLIN
   IMO 5042376
306 DAVL / Y5BL 22.06.1957 03.09.1958 25.06.1980
MAGDEBURG
   IMO 5521702
307 DAVM / - 21.12.1957 31.10.1958 27.10.1964
ERFURT
   IMO 5105219
308 DAYC / - 09.08.1958 08.05.1959 30.10.1979
LEIPZIG
   IMO 5205671
309 DAYE / Y5DL 30.10.1958 28.06.1959 21.07.1980
HALLE
   IMO 5140910
310 DAYF / - 18.04.1959 25.11.1959 23.07.1976
SCHWERIN
   IMO 5315670
311 DAYG / - 15.08.1959 23.12.1959 30.03.1979
KARL-MARX-STADT
   IMO 5182463
312 DAYH / Y5DH 05.12.1959 28.05.1960 19.07.1980
GERA
   IMO 5129502
313 DAYI / Y5DI 24.09.1960 30.12.1960 28.11.1980
HALBERSTADT
   IMO 5140714
314 DAYJ / Y5DN 25.02.1961 31.05.1961 09.01.1980
Außerdem: Begegnung mit einem Typ IV in China 1988/89
Sowie: Verbleibsliste aller auf der Warnowwerft Warnemünde gebauten 15 Typ IV-Schiffe
Hier zeigen wir unsere Typ IV-Schiffe in Wort und Bild auf zumeist privaten Aufnahmen.
Möchtest auch du deine Typ IV-Bilder gerne der Allgemeinheit zeigen, dann schicke sie bitte
an unseren webmaster emaillink.gif oder per Post postlink.gif. Originale bekommst du natürlich zurück.

Herzlichen Dank allen Einsendern!

Die technischen Daten der Serie siehe unter: Typ-IV, der Frachter.
Die Quellenangaben sind auch hier am Ende dieser Seite zu finden.
Die Fotos aus der ex "Typ-IV-Bildergalerie" sind hier jeweils angefügt.

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MS FRIEDEN
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Mit MS FRIEDEN Cuba-Zucker nach Polen, 1967
Foto/Bilddatei: Hartmut Jeske | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1957
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.708,65 / 9.645,89 BRT
3.858,66 / 5.763,45 NRT
Das MS FRIEDEN wurde am 23. Juni 1957 unter dem Kommando von Kapitän Willi Beykirch von der Deutschen Seereederei Rostock als erstes Schiff der Typ IV-Serie in Dienst gestellt. Daher ist die Typ IV-Serie auch als "Typ Frieden-Klasse" bekannt.

Ihre ersten Reisen, für die DSR gleichbedeutend mit Erprobungsreisen des Frachters Typ IV, machte sie "nur" in die Ostsee und ins Mittelmeer. Während ihrer Dienstzeit unter DSR-Flagge wurden Häfen in Europa, Afrika, Asien und Mittelamerika angelaufen.

Sie absolvierte vom 10.01.1972 bis 17.05.1973 (Aus-/Einlaufen Rostock) mit einer Reisedauer von 494 Tagen die längste Reise eines DSR-Frachters (Stand 06/1987), während der sie mit MS HALBERSTADT in den gerade wieder eskalierten Vietnam-Krieg geriet und dann gemeinsam mit weiteren Schiffen anderer Schifffahrtsnationen im verminten Hafen von Haiphong festlag, aber so jedoch mithalf, die totale Zerstörung der Hafenanlagen zu verhindern.

Ein erfreulicherer Höhepunkt in ihrer Reisebilanz war die Weltumsegelung 1974. Der Autor dieses Beitrags beendete gegen Ende ihrer folgenden Reise 1974/1975 nach Fernost erfolgreich seine Lehre zum Vollmatrosen, Spezialisierungsrichtung Decksbetriebstechnik.

Aus Gründen der Modernisierung der Flotte wurde MS FRIEDEN am 09. August 1978 nach gut 21 Jahren DSR-Dienstzeit aus dem Flottenverband ausgegliedert und an China verkauft.
1985 wurde sie von ihrem letzten DSR-Kapitän Alfred Kaiser noch einmal in Shanghai unter dem Namen EISEN 150 mit einer Ladung Sand gesichtet.

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MS FREUNDSCHAFT
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Die FREUNDSCHAFT in Isabela de Sagua auf Cuba
Foto/Sammlung: Peter Zintl, Berlin | Repro: ABa, HH
Baujahr 1957
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.709,56 / 9.647,17 BRT
3.856,28 / 5.761,32 NRT
MS FREUNDSCHAFT wurde am 10. Dezember 1957 von der Deutschen Seereederei Rostock als deren zweites Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Adolf Zinn in Dienst gestellt.

Zu Beginn ihrer Dienstzeit unter DSR-Flagge war sie noch vor der FRIEDEN das "Erstauslaufende Schiff nach Ostasien" und somit erster Motorfrachter der DSR im Suez-Kanal und in Shanghai (1958). 1959 lief sie erstmalig Colombo an, und 1960 trat MS FREUNDSCHAFT die erste Reise eines DSR-Frachters nach Südamerika an. Im März 1969 geriet sie auslaufend Nuevitas wegen eines Lotsenfehlers auf Grund und hatte mit einer problematischen Abbergung zu kämpfen. In Phuket/Thailand war sie 1976 das erste Schiff der DSR.

MS FREUNDSCHAFT wurde nach knapp 20 Jahren DSR-Dienstzeit am 10. November 1977 unter Kapitän Willi Eckholz außer Dienst gestellt und an Libanon verkauft. Zur Erinnerung an die letzte Reise der FREUNDSCHAFT fertigte die Mannschaft ein lustiges Poster von sich und vom Schiff an. Kpt. Peter Jungnickel vom VKS stellte uns freundlicherweise seine fotografische Ablichtung zur Verfügung. Um die witzigen Details erkennen zu können, beließen wir das Foto (fast) in seiner vollen Größe (1,2 MB), so dass es nach einem Klick auf nebenstehende Vorschau in einem neuen Fenster bzw. Tab geöffnet wird.

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slr-t4f-303-Freundschaft-07.jpg Das Foto links zeigt ein ganz besonderes Bild aus dem Jahr 2009 in unserer Typ IV-Bildergalerie:
Sophie (17 Jahre) malte es für ihren früher seefahrenden Großpapa,
und zwar ohne jegliche Vorlage, nur mit ihrem inneren Blick!
Danke schön, Sophie, dass wir alle es bewundern dürfen!

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MS DRESDEN
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Die DRESDEN im Suez-Kanal, 1965
Foto: Albrecht Schäfer, Granschütz | Ausschnitt: ABa, HH
Baujahr 1958
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.629,34 / 9.655,78 BRT
3.813,11 / 5.777,75 NRT
MS DRESDEN wurde am 27. Juli 1958 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr drittes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Herbert Schickedanz in Dienst gestellt.

Ursprünglich sollte die Baunummer 305 als FREDEN nach Schweden verkauft werden, aber das Geschäft zerschlug sich, und die DSR übernahm dieses fünfte Schiff der Typ IV-Serie.

MS DRESDEN zeigte im Herbst 1958 auf ihrer Jungfernfahrt als erstes DSR-Schiff in Haiphong unsere Flagge, versenkte unverschuldet durch Leinenbruch am 11. Juni 1959 beim Verholen im engen Hafen von Wismar den Schlepper SUND, lief am 20. Juni 1961 als erster DSR-Frachter den japanischen Hafen Kobe an, war 1963 bei der Eröffnung des Indien-Dienstes beteiligt und versegelte 1964 nach Kanada.

Während ihrer Dienstzeit war sie vielfach nach Fernost und nach Kuba unterwegs.

MS DRESDEN wurde nach fast 11,5 Jahren DSR-Dienstzeit am 16. Dezember 1969 wegen ihres mangelhaften technischen Zustandes außer Dienst gestellt, umgebaut und feierlich am 13. Juni 1970 als Traditionsschiff an den Rat der Stadt Rostock übergeben.

Ihre Fahrtbilanz:
- 52 Reisen (entspricht 26 Rundreisen)
- gesamte beförderte Ladung 398.832 t, also pro Reise ungefähr 7.670 t
- mehr als 450.000 zurückgelegte Seemeilen (See und Revier), über 20 Erdumrundungen
- fast 3 Jahre See- und Revierzeit gesamt
- zirka 13 Knoten (sm/h) Durchschnittsgeschindigkeit

Am 27. Juli 2008 wurde die genau 50 Jahre zurückliegende Indienststellung des MS DRESDEN, nunmehr Traditionsschiff in Rostock, gefeiert. Siehe hier mehr zur Party ...

In der Frachtfahrt
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Als schwimmendes Museum
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MS BERLIN
 Vergrößern! 
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Das Gemälde von Allan Mossman aus Kiel von 2008 zeigt die BERLIN auslaufend Warnemünde.
Er ist früher selbst zur See gefahren und hat im Fernen Osten oftmals Typ IV-Schiffe gesehen.
Inzwischen hat er überdies familiäre Bindungen nach Rostock.

Besonderen Dank an Allan Mossman für sein Bild bei uns!
Baujahr 1958
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.705,27 / 9.642,30 BRT
3.863,98 / 5.768,58 NRT
MS BERLIN wurde am 03.09.1958 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr viertes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Gerhard Just in Dienst gestellt.

Die BERLIN war in der Ostasienfahrt der damals noch jungen DSR das dritte Schiff, das 1958 dorthin auslief. Die üblichen Maschinenprobleme der Typ IV-Schiffe deuteten sich auch auf der BERLIN bereits während ihrer Jungfernfahrt an.
Kuba, Indien, Jordanien, Sudan, Burma, Pakistan, Kenia, Saudi-Arabien, Japan, Nordkorea, Sri-Lanka, Malaysia, Hongkong, Vietnam, Indonesien und Singapur zählten zu ihren weiteren Fernzielen.

Nach 10 Jahren Dienstzeit ermittelte Kapitän Lothar Prause folgende Bilanz:
64 Häfen in 30 Ländern auf 41 Reisen, 318.856,3 to Ladung gesamt, 1.415.824 sm zurückgelegte Strecke
Hierzu seien uns folgende Anmerkungen gewährt:
41 Reisen entsprächen 20 Rundreisen + 1 Reise
318.856,3 to Ladung gesamt entsprächen durchschnittlichen 7.776,98 to pro Reise
Jedoch bei der Angabe zur zurückgelegten Strecke in 10 Jahren schlich sich wahrscheinlich irgendwo das Fehlerteufelchen ein. Um eine solche Distanz in 10 Jahren absolvieren zu können, müsste ein Typ IV-Schiff 10 x 365 Tage 24 Stunden lang mit durchschnittlich 16,16237 Knoten auf Fahrt sein, ohne jegliche Reede-, Hafen-, Werft- und sonstige Liegezeiten! Eine Angabe "415.824 sm zurückgelegte Strecke" erscheint realistischer zu sein, würde sich mit den Angaben bei den anderen Typ IV-Schiffen in etwa decken und ergäbe pro Reise ca. 10.000 sm.

MS BERLIN wurde nach fast 22 Jahren DSR-Dienstzeit am 25.06.1980 außer Dienst gestellt und war damit die längste Zeit aller Typ IV-Frachter unter DSR-Flagge unterwegs.
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MS MAGDEBURG
MS MAGDEBURG
Die MAGDEBURG ... der immer wieder traurig stimmende Anblick
eines einstmals stolzen und hernach gebrochenen Schiffes

  Foto/Sammlung: Reinhard Lachs, Rostock | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1958
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.629,34 / 9.655,78 BRT
3.802,53 / 5.767,17 NRT
Die Deutsche Seereederei Rostock stellte am 31.10.1958 das MS MAGDEBURG als ihr fünftes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Klaus Heiden in Dienst.

Verlauf der mit einigen Havarien gespickten Jungfernfahrt: Kopenhagen (Werft Burmester & Wain), Gdansk, Reede Warnemünde, Port Said, Hsingkang, Whampoa, Haiphong und zurück.
Die zweite Reise: Antwerpen - Shanghai - und direkt zurück! Während der Durchquerung der Sumatra-Straße erhielt die Besatzung der MAGDEBURG von Norddeich-Radio zu Testzwecken die Möglichkeit, nach Hause zu telefonieren.
Die Bilanz nach den ersten drei Rundreisen jeweils nach Fernost: In 13 Monaten legte die MAGDEBURG 65.955,5 Seemeilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,93 Knoten zurück und beförderte dabei 49.708 to Ladung. (Das entspricht 3 Erdumrundungen und 8.285 to Ladung pro Reise.)
Weitere Fernziele der MAGDEBURG waren Argentinien, Brasilien, Uruguay, Kuba, Marokko, Pakistan, Indien, Ägypten, China, Korea, Jordanien, Sudan, Jemen, Indien, Sri-Lanka, Mexiko, Mittelmeer, Schwarzes Meer ...
Vorliegende technische Berichte bestätigen die Unzulänglichkeiten im Maschinenbereich eines Typ IV-Schiffes, die von der Besatzung aber mit großer Initiative und viel physischer Kraft bekämpft wurden.
Am 23.12.1960 verunglückte ein Matrose durch eigene Leichtsinnigkeit nach Überbordgehen tödlich. Im April 1961 kollidierte die MAGDEBURG auf der Themse durch eigenen Ausweichfehler mit dem Dampfer LEO.

MS MAGDEBURG wurde nach knapp 6 Jahren DSR-Dienstzeit unter dem Kommando von Kapitän Artur Maul am sehr frühen Morgen des 27.10.1964 auf der Themse von dem japanischen MS YAMASHIRO MARU gerammt, erlitt dabei schwerste Beschädigungen und kenterte. Daraufhin stellte die DSR im Laufe des 27.10.1964 die MAGDEBURG außer Dienst.

Die Untersuchung der Seekammer der DDR: Siehe Seeleute/Dokumentieren/Havariespruch 1966.

Bilder von der Hebung des auf den Grund der Themse gebohrten Schiffes
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MS ERFURT

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Die ERFURT im August 1962 in Tampico, Mexico.
Foto/Sammlung: R. Lachs, Rostock | Repro: ABa, HH | ex "Schiffsfotos"
Baujahr 1959
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.737,73 / 9.659,39 BRT
3.826,98 / 5.788,72 NRT
MS ERFURT wurde am 08.05.1959 von der Deutschen Seereederei Rostock als deren sechstes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Herbert Jark in Dienst gestellt.

Mit der ERFURT wurden nunmehr die Verkleidung der Abgasleitungen auf Grund der bisherigen Erfahrungen erhöht, um die Abgase vom Schiff fernzuhalten.

Die Jungfernfahrt der ERFURT ging am 11. Mai 1959 ab Wismar ebenfalls nach China: Löschen in Whampoa, Laden in Dairen und Tsientsin, Ankunft in Wismar am 30. August 1959.

1960_ERFURT-Knabe-Verlag.jpgDiese erste Reise der ERFURT beschrieb Rudolf Weiß in seinem Buch "Auf großer Fahrt", erschienen 1960 innnerhalb der Buchreihe "Knabes Jugendbücherei" des Gebr. Knabe Verlags Weimar.
Herzlichen Dank an Thomas Axthelm für die Erinnerung an das Buch und seine Ansichten vom Buch!

Die ERFURT lief am 16. Oktober 1960 erstmals Rangoon in Burma an. Ende 1973 wurde vermeldet, dass die ERFURT seit fast vier Jahren die Vietnam-Route befährt.

MS ERFURT wurde nach gut 20 Jahren DSR-Dienstzeit am 30.10.1979 außer Dienst gestellt.

ERFURT (hi.) bei großem Typ IV-Treffen vor Bombay 1966/67, HALLE (vo.), von FRIEDEN aufgenommen
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MS LEIPZIG
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 MS LEIPZIG im Waalhaven Rotterdam auf einer DSR-Ansichtskarte
Foto: DSR-Archiv/-AK | Sammlung: R. Lachs, Rostock | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1959
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.637,73 / 9.659,39 BRT
3.826,98 / 5.788,72 NRT
MS LEIPZIG wurde am 28.06.1959 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr siebentes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Harald Leistner nach einer erfolgreichen Probefahrt, aber wie bei den Übergaben zuvor ebenfalls mit einer langen Restpunkteliste, in Dienst gestellt.

MS LEIPZIG wurde auf ihrer Jungfernfahrt ebenfalls nach China und Vietnam geschickt, war das erste DSR-Schiff am 6. Oktober 1960 in Massaua, Äthiopien, und am 14. Mai 1975 im ehemals südvietnamesischen Hafen Saigon.
Häfen in China, Nordkorea, Japan, Vietnam, Sudan und Jemen bediente die LEIPZIG, ja sogar für Marseille beförderte sie Ladung. Rundreisen nach Kuba und Indien zählten ebenfalls zu ihrer Relation.

Während ihrer Dienstzeit gab es nur eine Havarie zu verhandeln - Bestwert aller Typ IV-Schiffe!

MS LEIPZIG wurde nach 21 Jahren DSR-Dienstzeit am 21.07.1980 außer Dienst gestellt.

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MS HALLE
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 MS HALLE (vorn) bei einem großen Typ IV-Treffen auf Reede von Bombay 1966 oder 1967,
hinten MS ERFURT, von MS FRIEDEN aufgenommen
Foto: Rolf Schneider, Harzgerode | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1959
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.722,70 / 9.631,87 BRT
3.882,96 / 5.769,07 NRT
MS HALLE wurde am 25. November 1959 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr achtes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Karl-Heinz Seidler in Dienst gestellt. 

Die Jungfernfahrt der HALLE führte sie nach Ostafrika - Alexandria, Port Sudan und Port Said. Während der Heimreise kollidierte sie auslaufend Antwerpen mit dem belgischen Binnenmotorschiff EMERANCE.

Erstmalig für die DSR lief sie am 27. Mai 1960 auf der Heimreise ihrer zweiten Rundreise, diesmal nach Fernost, Rangoon in Burma an.

1969 hieß es für die HALLE "immer noch nach Fernost", und während einer Hinreise zeigte sich die schwache Manövrierleistung eines Typ IV-Schiffes speziell unter Ballast beim Eindrehen des Schiffes aus der Schleuse Brunsbüttel elbaufwärts bei Ostwind 7 bis 8. Es half tatsächlich nur ein Fallenlassen des Backbordankers! Auch beim folgenden Anlegen musste ein Anker herhalten, um die HALLE dabei zu unterstützen. Während einer Heimreise schaffte sie das Anlegemanöver in Antwerpen buchstäblich "mit letzter Kraft" und nur mit der Unterstützung von vier Schleppern - alle vier Kupplungen waren verschmort!

Ausgerechnet auf ihrer letzten Reise erlitt MS HALLE am 7. Februar 1976 durch eine Kollision mit dem niederländischen Binnentanker SCHELPENHOEK auf der Schelde einen beträchtlichen Wassereinbruch im Maschinenraum.

MS HALLE wurde nach gut 16 Jahren Dienstzeit für die DSR am 23.07.1976 außer Dienst gestellt.

slr-t4f-310-halle+303-freundschaft-av.jpg slr-t4f-310-halle+303-freundschaft-rv.jpg
MS "Halle" und MS "Freundschaft" [s. oben] 1961 im ÜSH Rostock auf einer
Flexi-Disc, 6" mit Lied, komplette Angaben auf der Rückseite (Abb. 2)
Interessanter Vergleich der noch unterschiedlich hohen Schornsteine.
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MS "Halle" 1968 in Indien

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MS SCHWERIN
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 Die SCHWERIN im fernen Hafen mit fallengelassenem Stb.-Anker
  Foto/Sammlung: Reinhard Lachs, Rostock | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1959
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.722,70 / 9.631,74 BRT
3.874,45 / 5.760,26 NRT
MS SCHWERIN wurde am 23.12.1959 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr neuntes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Artur Friedrich in Dienst gestellt.

MS SCHWERIN eröffnete am 30. April 1960 offiziell den Überseehafen Rostock und war im gleichen Jahr noch erstes DSR-Schiff in Surabaja (3. Juli), Hongkong (26. Juli) und Bombay (20. November). Im April 1961 lief sie als erstes Stückgutschiff Havanna an. Am 28. Januar 1962 läuft sie zur ersten Westafrikareise eines DSR-Frachters aus.

MS SCHWERIN wurde nach 19 Jahren DSR-Dienstzeit am 30.03.1979 außer Dienst gestellt und in Japan zum Abbruch übergeben.

Ihre Fahrtbilanz: 43 Rundreisen + 1 Verkaufsreise / 113 Häfen in 48 Ländern / 18x Kuba/Mexiko, 10x Fernost, 8x Indien, 3x Westafrika, 2x Ostsee, 2x Südostasien und 1x Ostafrika / dabei 3x Vietnam / 935 Tage in Rostock, 439 Zage in Havanna, 158 Tage in Szczecin, 104 Tage in Haiphong / gesamte beförderte Ladung 574.849 t, pro Reise also 6.607,5 t im Durchschnitt

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MS KARL-MARX-STADT
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MS KARL-MARX-STADT in Indien
Foto/Repro: Hartmut Jeske
Baujahr 1960
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.722,71 / 9.631,87 BRT
3.872,04 / 5.758,14 NRT
MS KARL-MARX-STADT wurde am 28.05.1960 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr zehntes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Karl-Friedrich Witzke in Dienst gestellt.

Die erste Rundreise der im Flottenjargon so genannten "Charlie Marx Town" mit einer Besatzung von 72 Personen (!) begann in Rostock mit 10.000 t Ammonsulfat Ladung für Surabaya in Indonesion, welches sie nach 35 Seetagen ohne Zwischenhäfen erreichte. Ihre Ladehäfen auf dieser Rundreise waren Dairen mit 2.000 t Borax-Erz, Rangoon mit 3.000 t Reis und Port Sudan mit Baumwolle. Der Reis und die Baumwolle waren für Bristol in England bestimmt. Weitere Häfen waren Hull und Rotterdam, bevor sie Ende Oktober 1960 wieder in Rostock einlief.

Die zweite Rundreise: Laden in Kemi (Finnland), Sundsvall und Stockholm (Schweden), Casablanca (Marokko); Löschen in Shanghai (China); Laden in Takubar, Haiphong (Tiere für die zoologischen Gärten Berlin und Rostock), Rangoon; Löschen in Liverpool, Bremen, Rostock.

In den folgenden Jahren erschlossen sich für die KARL-MARX-STADT mit Kuba und Südamerika neue Fahrtgebiete inklusive neuer Erfahrungen mit Navigation trotz fehlender Seekarten und/oder fehlerhafter Seezeichen sowie Havarie wegen Lotsenfehlers und gegnerischer, aber erfolgreich abgewehrter Anklage.

Auch die KARL-MARX-STADT überschritt die geplanten sechs Monate für eine Ostasienreise durchaus. So wird von einer Reise vom 23.04.1976 bis zum 04.02.1977 berichtet - 288 Tage! Solche Reisedauern entstanden oftmals bereits durch lange Liegezeiten in Vietnam, dem durch den langen Krieg sehr geschädigten Land, das deswegen auch große Probleme mit dem Abtransport der angelandeten Güter vom Hafen weiter ins Hinterland hatte.

1979/1980 absolvierte sie nachweislich weiterhin Fernostreisen.

Nach 20 Jahren Dienstzeit konnte folgende Bilanz aufgestellt werden:
111 Häfen in 35 Ländern auf 48 Reisen; 1,2 Mio to Ladung gesamt; 825.086 sm zurückgelegte Strecke (= 1.528.059 km = 38,2 Erdumrundungen); 61.000 h Betriebszeit der Hauptmaschine (= 6,96 zusammenhängende Jahre); 48.290 to Brennstoffverbrauch.

MS KARL-MARX-STADT wurde nach 20 Jahren DSR-Dienstzeit am 19.07.1980 außer Dienst gestellt.

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MS GERA
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MS GERA vor Anker zum Leichtern
Foto: R. Lachs, Rostock | Repro: ABa, Hamburg
Baujahr 1960
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.758,53 / 9.632,17 BRT
3.906,97 / 5.769,28 NRT
MS GERA wurde am 30.12.1960 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr elftes Schiff der Typ IV-Serie unter dem Kommando von Kapitän Harald Leistner in Dienst gestellt. 

Die Jungfernfahrt der GERA ging mit einer Stückgutladung aus Rostock nach Indien, die in Bombay gelöscht wurde. Zurück führte sie 3.500 t Eisenerz aus verschiedenen Reedehäfen an der indischen Westküste für ein tschechisches Außenhandelsunternehmen, die in Stettin gelöscht wurden.

Die zweite Reise: Roheisen nach Japan, Zement von Japan in den Persischen Golf, Baumwolle aus dem Sudan nach Marokko und Frankreich.

In den folgenden Jahren war die Gera hauptsächlich im Einsatz in der Indien-Relation. 1968 kam sie unverschuldet vor Vlissingen auf Grund fest, weil sie eine Kollision mit zwei Entgegenkommern vermeiden wollte. Die Abbergung erwies sich in dem engen Fahrwasser als problematisch, wurde aber ohne Schäden gelöst und zwischen Reeder, Versicherer und Berger gütlich geregelt. Weitere Reisen führten auch die GERA nach Kuba und Mexiko.

Eine Ära neigt sich dem Ende entgegen: Ihre eigene letzte Rundreise nach dem Verkauf des vorletzten Typ IV-Schiffes in DSR-Diensten, der KARL-MARX-STADT, begann die GERA mit Auslaufen Rostock Anfang August 1980, wiederum nach Mexiko und Kuba. Stückgüter, Kaffee, Malz, Futterhefe, Marmor waren die Ladungsgüter auf dieser Rundreise. Am 8. November 1980 ist die unwiederbringlich letzte Ladungsreise eines Typ IV-Schiffes unter DSR-Flagge mit dem Einlaufen in den Heimathafen Rostock beendet. Am 20. November 1980 fand ein Abschluss-Bordfest statt. Eine Pressestimme dazu: "... Der Besuch galt einer Schiffsserie, die Geschichte machte."

MS GERA wurde nach knapp 20 Jahren DSR-Dienstzeit am 28.11.1980 außer Dienst gestellt.

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MS HALBERSTADT
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MS HALBERSTADT auf einem Foto von 1972 aus Haiphong/Vietnam
Foto/Sammlung: MS HALBERSTADT/R. Morgenstern †, Rostock | Repro: ABa, Hamburg
 
Baujahr 1961
Vermessung
(als Schutz- / Volldecker) 
6.758,53 / 9.632,17 BRT
3.895,56 / 5.757,87 NRT
MS HALBERSTADT wurde am 31.05.1961 von der Deutschen Seereederei Rostock als ihr zwölftes und gleichzeitig letztes Schiff der Typ IV-Serie, aber immer noch mit einer langen Restpunkteliste, unter dem Kommando von Kapitän Paul Eggert in Dienst gestellt. 

Am 13. Juni 1961 lief die HALBERSTADT zu ihrer ersten Reise aus, mit Kali und Stückgütern für Kuba. Erstmalig für die DSR waren von nun an auch Frauen als Besatzungsmitglieder mit an Bord von mehreren Frachtschiffen. Zurück brachte die HALBERSTADT Zucker für Leningrad (jetzt wieder Petersburg).

Neben Kuba zählten Argentinien, Jordanien, Sudan, Jemen, Indien, westafrikanische Staaten und Syrien mit zu ihren weiteren Bestimmungsländern. Am 5. Februar 1971 lief sie nach einer 14 Monate währenden Rundreise wieder in Rostock ein.

Die HALBERSTADT erlebte 1972 in Haiphong liegend eine neue Eskalation des Vietnam-Krieges und erlitt durch einen Raketentreffer erhebliche Beschädigungen. Während sie kurz vor der Verminung des Hafens diesen noch verlassen konnte, geriet ihr Schwesterschiff, die FRIEDEN, genau in diese Blockade. Die HALBERSTADT ging nach Singapur in die Werft zur Reparatur. MS "Halberstadt" 1972.

Die damaligen traumatischen Erlebnisse der Besatzung wurden im April 2014 mit dem viel beachteten Dokumentarfilm "Unter Honeckers Flagge - Die MS Halberstadt im Vietnamkrieg" wieder hervorgerufen. In der "Märkischen Oderzeitung" erschien dazu die emotionale Ankündigung "Wie die Handelsmarine der DDR in den Vietnamkrieg geriet".

Im Dezember 1977 kehrte sie mit nur noch zwei einsatzklaren Motoren von einer Rundreise zurück.

MS HALBERSTADT wurde nach fast 19 Jahren DSR-Dienstzeit am 09.01.1980 außer Dienst gestellt.

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Spätere Begegnung mit einem Typ IV in China 1988/89
Die "Friedrich Engels" war zu der Zeit in der Pudong-Werft in Shanghai und hatte ein Schiff der FRIEDEN-Klasse unter chinesischer Flagge längsseits liegen. Dabei sind diese Fotos entstanden. Im Maschinenraum waren die vier Halberstädter Motoren bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch zwei Mitsubishi-Motoren ersetzt worden. Die Aufnahmen zeigen einmal den jetzt freien Blick auf die achtere Kompressorenstation und einmal den Minimotor mit Blick links auf den Fahrstand. Das Schiff selbst war noch gut in Schuss, jedoch im Jahr 1989 aus allen Registern verschwunden.
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Verbleibsliste der auf der Warnowwerft Warnemünde gebauten
15 Hochseefrachter vom Typ IV

MS FRIEDEN:
  • Bau-Nr. 301. Stapellauf: 14.01.1956. Ablieferung: 23.06.1957. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 1972 von der DDR nach Haiphong eingesetzt; wegen des Vietnam-Krieges dort aufgelegt. 02.08.1978 ab Hongkong nach Shanghai. 09.08.1978 verkauft an China National Metals and Minerals Import and Export Co., Beijing (CHN), umbenannt in EISEN 150. So mindestens bis Frühjahr 1985.

MS ZEROMSKI (Völkerfreundschaft):

  • Bau-Nr. 302. Stapellauf: 27.03.1956. Ablieferung: 12.10.1957. Als VÖLKERFREUNDSCHAFT getauft und als ZEROMSKI durch die Polish Ocean Lines (Heimathafen Gdynia) für die Chinesisch-Polnische Schiffsmaklerei Chipolbrok in Dienst gestellt. Im Juni 1959 als ORAVA von der CSSR-Handelsflotte betrieben. Ab 1965 als LANZHOU in der Handelsflotte der VR China eingesetzt und 1976 für Guanzhou Salvage Co. umgebaut zum Bergungsschiff SUI JIU LAO 6.

MS FREUNDSCHAFT:

  • Bau-Nr. 303. Stapellauf: 01.06.1956. Ablieferung: 10.12.1957. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 10.11.1977 außer Dienst. 1977 als EURABIA FRIENDSHIP für Eurabia Shipping Agency Ltd., Beirut (LBN). 06.08.1978 Ankunft in Split zum Abbruch bei Brodospas.

MS DUKLA (Solidarität):

  • Bau-Nr. 304. Stapellauf: 17.11.1956. Ablieferung 15.03.1958. Als SOLIDARITÄT getauft und als DUKLA an die Reederei Czechoslovak Ocean Shipping, Praha. Das Schiff wurde im Fernostdienst der Czechoslovensko Namorni Plavba, Praha in Charter der Chipolbrok betrieben. Ab 1965 als HANGZHOU unter der Flagge der VR China. Laut Lloyd's Shipping Index vom 22. April 1986 befand sich das Schiff im März 1986 in Manila.

MS DRESDEN (1) (Freden):

  • Bau-Nr. 305. Stapellauf 18.04.1957 als FREDEN. Vereinbarter Export für Lauter-Shipping AB, Stockholm (SWE), s. u. Anmerkung. Ablieferung: 27.07.1958 als DRESDEN. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 15.11.1969 verwaltungsmäßige Übergabe an den Rat der Stadt Rostock. 16.12.1969 außer Dienst. 17.12.1969 zwecks Umbau zum Museumsschiff in die Warnowwerft Warnemünde verholt. 05.06.1970 zum endgültigen Liegeplatz nach Rostock-Schmarl geschleppt. 13.06.1970 feierliche Übergabe als schwimmendes Schiffbaumuseum mit dem Namen TRADITIONSSCHIFF TYP FRIEDEN in Rostock-Schmarl an die Stadt Rostock. Das Schiff gehörte nunmehr zum Schifffahrtsmuseum der Stadt Rostock, Abt. Schiffbaugeschichte. 1979 Aufnahme in die "Zentrale Denkmalliste der DDR". 1980 grundsätzliche Erneuerung der ständigen Ausstellung zum DDR-Schiffbau. 1990 Zusammenfassung von Schiffbaumuseum und Schifffahrtsmuseum unter eine gemeinsame Leitung. 1994 übergab die Stadt Rostock das Schiff dem Förderverein Traditionsschiff e.V. Rostock zur Nutzung. Mitte des Jahres 2001 überlässt die Stadt Rostock der IGA Rostock 2003 GmbH das Schiff mit Rückkaufsrecht zum symbolischen Kaufpreis von 1 DM. Diese investiert mehrere Millionen Mark in den Umbau zu einem Schiffsmuseum. Für die Dauer der IGA (25. April bis 12. Oktober 2003) soll es als gastronomische Einrichtung dienen. Am 07.12.2001 haben zwei jeweils 2000 PS starke Schlepper das Schiff in den Rostocker Stadthafen (Haedgehafen) verholt. Dort blieb es (viel beachtet!) zunächst bis zu seiner Generalreparatur liegen. Am 10.06.2002 erfolgte die Verholung zur Neptun-Reparaturwerft in Warnemünde. Dort begann die Entrostung und Konservierung. Von Anfang Juli bis zum 1. August 2002 befand sich das Schiff zum Umbau im Schwimmdock. Am 28.10.2002 riss es sich bei Orkanböen vom Reparaturkai los und trieb Richtung Hafen. Mit einem 50-Zentimeter-Loch im Vorpiek wurde es in die Werft zurückgeschleppt. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Schiff zum Gelände der IGA 2003 verholt. Seither Bestandteil des Schiffbau- und Schifffahrtmuseums Rostock.

MS BERLIN (1):

  • Bau-Nr. 306. Stapellauf: 22.06.1957. Ablieferung: 03.09.1958. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 25.06.1980 in Osaka seetüchtig an die Nissho-Iwai Co. Ltd., Osaka übergeben. Anschließend ging das Schiff zum Abbruch nach Kaohsiung/Taiwan, der am 21.07.1980 durch Lung Ching Steel Enterprises Co. Ltd. begann.

MS MAGDEBURG (1):

  • Bau-Nr. 307. Stapellauf: 22.12.1957. Ablieferung: 31.10.1958. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. In den frühen Morgenstunden des 27.10.1964 kollidierte die MAGDEBURG in der Themsemündung mit dem japanischen Schnellfrachter YAMASHIRO MARU bei schlechter Sicht. Trotz des großen Lecks auf der Steuerbordseite in Höhe des Brückenaufbaus gelang es, das Schiff ins flache Uferwasser zu manövrieren. Dort kenterte das Schiff, ohne vollständig zu sinken. 27.10.1964 außer Dienst. 1965 gelang die Bergung; die MAGDEBURG wurde aufgerichtet und in ein Trockendock in Tilbury verholt. Am 13.12.1965 verließ die nur notdürftig reparierte und an einen griechischen Reeder verkaufte MAGDEBURG London im Schlepp. Am 17.12.1965 sprang das Schiff im Sturm leck und sank etwa 20 Seemeilen von Brest entfernt in Position 48°13' N / 05°10' W.

MS ERFURT (1):

  • Bau-Nr. 308. Stapellauf: 30.10.1958. Ablieferung 08.05.1959. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 31.10.1979 in Shimonoseki an die Nissho-Iwai Co. Ltd., Osaka übergeben und anschließend im Schlepp ab Misurata nach Busan (Südkorea) zum Abbruch.

MS LEIPZIG (1):

  • Bau-Nr. 309. Stapellauf: 30.10.1958. Ablieferung: 28.06.1959. Reeder: Deutsche Seereederei Rostock. 21.07.1980 außer Dienst und als SAUDI TRADER an Saudi International Shipping Co. S.A. in Jeddah (PAN). 1982 an die Ocean Trade Agencies, Damman (SAU). 04.03.1983 wurden in Perama nach einem Feuer die achteren Wohnräume beschädigt. 1983 an Saudi Trader Shipping Co. Ltd., Damman. 25.11.1983 in Jeddah aufgelegt. 1984 an Orri Navigation Lines, Jeddah. 1986 Abbruch in Indien.

MS HALLE (1):

  • Bau-Nr. 310. Stapellauf 18.04.1959. Ablieferung: 25.11.1959. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 23.07.1976 außer Dienst. 1976 als PROODOS C an die Sypos Shipping Co. S.A., Piraeus (GRC). 1977 an die Sypos Shipping Co. S.A., Piraeus, Mgr. Comninos Bros. Shipping Co. S.A. Vom 26.01. bis 12.08.1979 in Piraeus aufgelegt. 29.12.1979 Ankunft in Kaohsiung/Taiwan zum Abbruch, der am 14.01.1980 bei Keun Hwa Iron Steel Works begann.

MS SCHWERIN (1):

  • Bau-Nr. 311. Stapellauf: 15.08.1959. Ablieferung: 23.12.1959. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 30.05.1979 außer Dienst und auf Osaka Reede an die Nissho-Iwai Co. Ltd., Osaka zum Abbruch in Whampoa übergeben.

MS KARL-MARX-STADT (1):

  • Bau-Nr. 312. Stapellauf: 05.12.1959. Ablieferung: 28.05.1960. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 19.07.1980 außer Dienst. 1980 als SAUDI INDEPENDENCE an die Saudi International Shipping Co. S.A. in Jeddah (PAN). 1980 weiter an die Saudi Shipping & Sae Transport Co. Ltd., Jeddah (SAU). 22.12.1983 ab Damman nach Bombay/Indien zum Abbruch.

MS GERA:

  • Bau-Nr. 313. Stapellauf: 24.09.1960. Ablieferung: 30.12.1960. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 28.11.1980 als letztes Schiff der Typ-IV-Reihe außer Dienst. 1980 als SAUDI PRIDE an Saudi Europe Lines Ltd., Jeddah (SAU). 07.01.1984 ab Jeddah zum Abbruch nach Indien, der am 13.02.1984 bei Ghasiram Gokulchand in Alang/Indien begann.

MS HALBERSTADT (1):

  • Bau-Nr. 314. Stapellauf: 25.02.1961. Ablieferung: 31.05.1961. Reeder: VEB Deutsche Seereederei Rostock. 09.01.1980 außer Dienst und in Shimonoseki an Nissho-Iwai Co. Ltd., Osaka übergeben. 10.01.1980 an Kaohsiung/Taiwan zum Abbruch bei Tung Ho Steel Enterprise Corporation, der dort am 12.03.1980 begann.

MS SIERRA MAESTRA:

  • Bau-Nr. 315. Stapellauf: 26.08.1961. Ablieferung: 20.12.1961. Reeder: Empresa Consolidada de Navigacio Mambisa, Santiago de Cuba. Am 07.07.1981 verließ die SIERRA MAESTRA Bilbao mit Kurs Havanna. Danach wurde das Schiff nicht mehr erwähnt. 1981 hatte es (wahrscheinlich bei der Rückkehr von vorgenannter Reise) beim Einlaufen in Havanna eine Grundberührung (Ursache: Maschinenausfall). Dabei wurden Vorpiek und Laderaum I aufgerissen. Nachdem das Schiff einige Zeit lang in der Bucht von Havanna gelegen hatte, wurde es 1982 nach Cabanas geschleppt und dort in der gleichnamigen Bucht aufgelegt.

Anmerkung:

  • Zitat aus dem Buch "Die Warnemünder Werft" von Dietrich Strobel: "Ein Westauftrag sah vor, das fünfte Schiff der Serie an die schwedische Reederei Lauter-Shipping AB, Stockholm, zu liefern. Anlässlich der Taufe auf den Namen FREDEN beim Stapellauf am 18. April 1957 bescheinigte Kapitän Vaenmark aus Schweden dem Schiffskörper eine solche Qualität, wie es nur ein in einer Lehrwerkstatt exakt gebautes Modell hätte. Die Reederei bekam aber das Geld nicht zusammen (Stückpreis rund 27,6 Millionen DM) und trat zurück. Die Deutsche Seereederei übernahm schließlich den Neubau als DRESDEN."

Wolfgang Jacob - DSR-Seeleute e.V. | Aus unserer neuen "Voll Voraus" 6/2003

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Quellen: (1) "DSR - Deutsche Seereederei Rostock" von B. Götz und H. Wenzel 1996/2004
(2) "Typ IV - Die legendären Frachter der DSR" von Gerd Peters 1998
(3) IMO-Nummern von www.shipspotting.com
Zu (1) und (2): Erschienen in Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg
Bilder/Fotos: Herkunft ist beim jeweiligen Foto angegeben.
Fotoshow mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
Webseite: Erste Einzelseiten: ABa, 2.7.2007 - 22.9.2007
Zusammenführung: ABa, 30.4./19.6.2011
Auswahl "Seeleute-Fotos aus der Welt!": ABa, Januar 2015
Zusammenführung 12 DSR-Schiffe und Bildergalerie: ABa, 25.9.2016
Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden!

Ex "Schiffsfotos": Seeleute Rostock e.V. (ex Typ IV-Fahrensleute), 2006;
Ex "Typ-IV, 12 unter DSR-Flagge": Seeleute Rostock e.V., 2007, und
ex "Typ-IV-Bildergalerie": Seeleute Rostock e.V., Jan. 2011, Feb 2012;
"Zwölf DSR-Typ IV": Seeleute Rostock e.V., Sept. 2016

   

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  07.08.2017  
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