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Rostocks Trumpf! (5)

"Ruder steht." - Wie weiter?

Inhalt: 
Rostock - "maritim"??? 10.02.2020
DSR-Frachter als Spaßobjekt 25.01.2020
Politik mit Unverstand! 23.04.2019
Hanse Sail am IGA-Kai? 23.10.2018
Ostsee-Museum im IGA-Park 11.10.2018
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Ostsee-Museum im IGA-Park

Zukunftsplan für Schmarl: Eintritt für Park fällt weg, "Tradi" muss saniert werden

Vor einem Jahr kam von den Rostockern ein eindeutiges Votum: Beim ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte stimmten fast zwei Drittel der Wähler dafür, das Traditionsschiff "Dresden" weiterhin in Schmarl zu lassen, wo es seit Jahrzehnten liegt. Nach dem turbulenten Wahlkampf um den Liegeplatz wurde es jedoch schnell wieder ruhig ums "Tradi". Bis jetzt: Noch im Herbst will das neue Geschäftsführerduo des lga-Parks - Kathrin Möller und Matthias Horn - ein Zukunftskonzept für Park und Schiff vorlegen. Die Eckpfeiler: Der Eintritt in das Iga-Gelände wird abgeschafft, das Schiff muss im Brandschutz saniert werden, und 2020 soll ein "Ostsee-Museum" gebaut werden.
Alle Kosten, alle Strukturen, alle Abläufe wurden analysiert und optimiert, wobei sich auch der freie Zugang zum Park ergab. Das Ausstellungsgelände der IGA 2003 soll 2025 auch Außenstandort für die Buga werden. Angebote für Jogger, Inline-Skater und andere Sportler sollen entstehen.
Ein Brandschutz-Gutachten weist massive Defizite auf dem "Tradi" aus, wie etwa alte Elemente aus Styropor. Das wird 2020 aufwändig umgebaut, und dabei werden auch die Ausstellungen zeitgemäß umgestaltet. Nach dem Umbau soll im Bereich der Stauung auf 800 Quadratmetern die maritime Geschichte Rostocks präsentiert werden - von der Hansezeit bis ins 21. Jahrhundert. Auf Deck 3 sind 1.200 Quadratmetern für Sonderausstellungen geplant, vielleicht auch ein Kinderland. Die "authentischen Räume" des alten DDR-Frachters - die Kombüse, Mannschaftsräume und Brücke - sollen mit Video- und Audioinstallationen stärker in Szene gesetzt werden.
An Land soll endlich der Erweiterungsbau - das Maritime Erlebniszentrum - entstehen. Ende des Jahres geht es mit den Ideen in die Bürgerschaft. 2019 soll ein Architektenwettbewerb starten. Das neue Haus soll 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten - und ein Café mit Blick auf das "Tradi", die Warnow und den Seehafen. In einem Teil soll die maritime Sammlung, sollen die historischen Schätze gezeigt werden. Der andere Teil soll einen stärkeren touristischen Fokus haben. Der Projektname lautet "Ostsee-Museum". Es soll die Geschichte der Ostsee zeigen - emotionell ansprechend. Dabei geht es um Biologie, um Geschichte, um Geologie, um Politik und auch um Wirtschaft.
Die historische Bootswerft soll bestehen bleiben, um vielleicht auch mal ein Rostocker Handelsschiff aus alter Zeit nachzubauen? Die IGA 2003 GmbH dementiert indes energisch solche Gerüchte, nach denen große Teile des Parks Bauland werden sollen.


Quelle: Ostsee-Zeitung Rostock, Freitag, 21. September 2018, Seite 11

11.10.2018 Nach oben ^
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Hanse Sail am IGA-Kai?

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Buga-Plan für Schmarl: Ausweichquartier für die Hanse Sail? Den NNN-Artikel lesen.
Quelle: NNN Rostock, Donnerstag, 6. Oktober 2018, Seite 7

23.10.2018 Nach oben ^
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Politik mit Unverstand!

Ja, die SPD liegt wieder daneben, wie auch schon beim Bürgerentscheid, bei dem es ihr spezielles Anliegen war, den Entscheid nur auf das Tradi zu beziehen. Ihr Argument war, das viele Geld (am Schluss 25 Mill. nur für die Verholung!) in wichtigere Vorhaben zu investieren.

Nun heißt es in Kreisen der SPD, mit dem Verbleib des Traditionsschiffes in Schmarl "sei auch eine Weiterentwicklung des dortigen Museums mit einem Neubau verbunden gewesen". Ein Journalist hat den Widerspruch in den Äußerungen der SPD offengelegt.

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Quelle: OZ Rostock, Montag, 22. April 2019
Ob das alles in Rostock noch mal was wird?
In nur sechs Jahren soll dort die Bundesgartenschau zu sehen sein.

23.04.2019 Nach oben ^
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DSR-Frachter als Spaßobjekt

OZ-Artikel vom 24.01.2020 - TRADI soll auf dem "Sonnendeck" (Was für eine unzutreffende Bezeichnung auf diesem ehemaligen Frachtschiff!) einen Kletterpark bekommen - Zukünftig soll eine Rutsche vom Hauptdeck des TRADI's zur Pier die Besucher begeistern
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Wir als die Erben des Maritimen, insbesondere der DSR mit der DRESDEN, stellen uns unter einem maritimen Denkmal etwas anderes vor. Aber die Museumsleitung ist die Verwaltung, und diese findet nun zu solch ulkigen Ideen wie einem "Kletterpark" an Bord und einer "Rutsche vom Hauptdeck des TRADI's zur Pier". Wenn es dazu keinen "Aufsichtsrat" gibt, werden wir immer in verschiedene Richtungen laufen. Jüngst vergangene Gespräche von uns (Vorstand, Kpt. Diestel) mit dem Museum auch zur Wiederherstellung der Kapitänskammer strandeten, verliefen im Sande, blieben im Kindergeburtstag stecken.

Wir erinnern hier noch einmal an internationale Erfahrungen, bereits vor sieben Jahren (!) im Zusammenhang mit dem Desaster um die "Georg Büchner" bekannt geworden:

16.01.2013
Dort, wo die Sonne aufgeht, ...
Großes Aber, nachträglich:

Alle Projekte, in die Schiffe, wie die HIKAWA MARU, QUEEN MARY, PEKING, ORIANA usw., in irgendeinen Erlebnis-Park einbezogen wurden, sind gescheitert oder dämmern dem letzten Schritt, der Verschrottung, entgegen. Bei solchen Projekten ist immer die Gefahr, dass das Schiff zum in jeder Hinsicht billigen Spaß-Anhängsel verkommt, übergroß! Bei der HIKAWA MARU wurde ein weiterer Fakt deutlich. Je mehr man das Schiff umbaute, um es dem modernen Besuchergeschmack anzupassen, desto bedeutungsloser wurde es. Als ich das Schiff vor einigen Jahren wieder einmal besuchte, war man sich in Yokohama darüber einig, dass das Schiff nur zu retten ist, wenn es seine alte Reederei (NYK) erneut übernimmt und, soweit es möglich ist, wieder in seinen Urzustand versetzt.
Kpt. Hans-Hermann Diestel, Althof, aus Brief "Schifffahrtsmuseum - Tradi" an das SSMR, 26.5.2013

Die "Dresden" - trächtig mit dem Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock an Bord - ist mehr als nur ein "Heimatmuseum"! Und das gilt es herauszustellen. Auch wenn schon immer auf Schiffen in die Wanten geklettert wurde und heutzutage sogar ausfaltbare Rutschen als Evakuierungsmittel von Trafoplattformen der Windparks auf See zur Anwendung kommen. Aber all das trägt nicht wirklich zur Bewahrung des letzten Typ-IV-Frachters bei.

Die Museumsleitung muss den Weg in die Bedeutungslosigkeit vermeiden!

Zur Flying P-Liners PEKING: Wahrer Enthusiasmus und Gewinnung echter Liebhaber brachten sie tatsächlich nach Deutschland zurück. Sie wird gerade in den Originalzustand gebracht, umgebaut, erneuert, und sie wird dann in originaler Strahlkraft zu bewundern sein.

Begrüßenswert sind jedoch der endlich freie Zugang zum Park und die Wiederbelebung einer Park-Gastronomie sowie dessen Umbenennung (nach dem Vorbild in einer anderen wirklichen Hansestadt) weg von dieser unsäglichen Abkürzung IGA hin zu einer fast schon prosaischen Bezeichnung, in der aber noch das Schiff, das Museum, die Seefahrt fehlt. ... Wie wär's mit "Fenne, Boom un Freden"? Die Schifffahrt ist schon immer mit Bäumen verbunden, sei es als Baumaterial oder als Frachtgut. Die Natur hat den Frieden, den das Typschiff namentlich um die Welt trug, und wie der Frachter im Park sogar ursprünglich vom Stapel lief.

25.01.2020 Nach oben ^
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Rostock - "maritim"???

Liebe Freunde und Mitkämpfer,

die in dem Artikel angekündigte Entwicklung erfüllt die meisten von uns mit Sorge. Diese Entwicklung war aber schon absehbar. Vor dem Erscheinen des Artikels habe ich ja schon in einem Diskussionsbeitrag auf Probleme hingewiesen, die ich für bedenklich halte.

Dieser Beitrag war der Anlass für Frau Dr. Möller, mich zu einem Gespräch einzuladen. ... Nach dem Gespräch hatte ich erst den Gedanken, die Aussagen zur Entwicklung des Museums mit ein paar Bemerkungen zu ergänzen. Von diesem Gedanken habe mich wieder verabschiedet. Ich habe sie in einem Diskussionsbeitrag zusammengefasst, den ich auf dem geplanten Seminar oder Kongress, falls es dazu überhaupt kommt, vortragen könnte. pdficon.gif

Mit diesen Bemerkungen möchte ich mich erst einmal aus weiteren Diskussionen um die Auseinandersetzungen um den künftigen Weg des Tradi verabschieden. Sinn würden sie für mich erst wieder auf der vorgeschlagenen Veranstaltung machen.

Einen schönen Sonntagabend wünscht Euch Hans-Hermann (26.01.2020)

10.02.2020 Nach oben ^
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"Rostocks Trumpf! (5)": Seeleute Rostock e.V., Oktober 2018 ff.

    

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