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Tradi-Reprisen

Exkursion  |  Störtebeker  |  Lauter!  |  Notlicht

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Auf dem "Tradi" im Sommer 1973

ABa, Hamburg, 20.04.2008

Im Sommer 1973 - in 2008 war das 35 Jahre her - nahm ich nach Beendigung der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule "Gerhart Hauptmann I" in Schwerin am "Lager für Arbeit und Erholung" im VEB Kabelwerk Nord Schwerin teil. Der Beginn meiner Lehre bei der DSR stand also kurz bevor!

Passenderweise fuhren wir Lagerteilnehmer einmal nach Rostock und besuchten auch das TRADITIONSSCHIFF TYP FRIEDEN. Obwohl meine Familie mit mir vorher schon auf dem "Tradi" war, machte dieser neuerliche Besuch im Kreise Gleichaltriger großen Spaß - besonders im Hinblick auf den kommenden Lebensabschnitt!

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Fotos: W. Mrongowius (6), ABa (12)
Fotoshow mit Shadowbox, © 2007-2010 M.J.I. Jackson
"Eine Reprise": Typ IV-Fahrensleute e.V., April 2008/Mai 2010

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Störtebeker-Restaurant

Rolf Beckert, Chemnitz

Früher einmal, so um 1976, besuchte ich mit meiner Familie das Traditionsschiff.

Meine Kinder sollten sehen, wo und wie Papa als Seemann gewohnt hat. Es war beeindruckend. Natürlich auch für mich. War ich doch ein ehemaliger Typ IV-Fahrer. Leider waren die Räume des Achterschiffes für Besucher nicht freigegeben. Dort war eine Jugendherberge oder so ähnlich.

Lieber Leser, zu diesem Zeitpunkt, als ich meinen Kindern mein Schiff zeigen wollte, am Beispiel des Traditionsschiffes, fuhren doch "meine" Schiffe, auf denen ich gefahren bin, noch. Mein erstes Typ IV-Schiff, die "GERA" fuhr bis 1980 für die Deutsche Seereederei Rostock, und mein zweites, die "FREUNDSCHAFT" bis 1977. Ich konnte mit Stolz sagen: Mit so einem Schiff, Typ IV, war ich in Antwerpen, Frankreich, Alexandria, Suezkanal, Colombo, Trinkomalee, - Luft holen - Indien, Ostpakistan, Kambodscha, Vietnam, Korea, China ... Für meine kleinen Kinder war das so weit ausgeholt, aber es stimmt.


Hier die Episode: An Bord des Traditionsschiffes war damals eine Gaststätte.

Das "Störtebeker-Restaurant"

Mit vielen weiteren hungrigen Gästen warteten wir vor dem Eingang des "Störtebeker", um uns "Platzieren" zu lassen.

Das Platzieren funktionierte etwa so. Sagen wir einmal, es wurden fünf Tische frei. Vom Einlass-Chef wurden nun fünf Personen eingelassen. Natürlich waren die Drängler wieder vornedran. Wenn die fünf Personen jeweils einen dieser fünf Tische belegt hatten, konnten sie ihre Familien oder ihre dazugehörigen Leute an diese Tische heranholen. Unter Aufsicht eines Obers.

In dem Gewühl ist unser Großer, unser Sohn, er war damals 10 Jahre alt, in den Speisesaal hineingedrängt worden. Auch er hatte jetzt natürlich "alle Rechte". Ein Kellner kam mit ihm an den Eingang: "Wer gehört zu diesem Jungen?" "Ja, hier, wir..." "Bitte schööööööööööööön."      Clever, fein gemacht.

Schön war in der Gaststätte das Ambiente im Look "Seefahrt". Die Säulen waren mit dicken Leinen umwunden. Ich hatte ein bissel Fernweh.

Herzlichen Dank an Rolf für seine Schilderung von einem Tradi-Besuch!

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Der Raum an Bord - damals und heute:

Der Raum auf dem "Tradi" 2013 bzw. 1972 (Bewege die Maus über das Foto zum Wechseln des Bildes.)
Die Stirnwand ist der Entwicklung der Schifffahrt gewidmet.
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Ticket 1976 - zünftig und top:
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Ticket 2009 - blumig und flop:
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Fotos: ABa (1), SSMR (1) | Digitalisate: ABa (3)
Bildwechsel per Javascript, mit ABa seit Juni 1999
"Störtebeker-Restaurant": Seeleute Rostock e.V., Dezember 2009

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Schiffserklärer

Horst Sachse, Kiel

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Als ich noch in Rostock wohnte, befand sich meine Wohnung nur eine Seemeile Luftlinie vom "Tradi" entfernt. Wenn ich Besuch hatte, war ich mit meinen Gästen sehr häufig dort an Bord.

Einmal, mit meiner Schwiegermutter und ihrer Schwester im Schlepptau, waren wir zunächst durch alle Decks und Messen, durch das Museum und schließlich in den Maschinenraum geklettert. Ich hatte den Damen viel gezeigt und noch mehr erklärt, war so richtig in meinem Element, als vor der Hauptschalttafel plötzlich eine Männerstimme von hinten brüllte:

„LAUTER!!!“

Beim Umdrehen stellte ich fest, dass sich uns so um die 10 bis 12 Besucher, von mir unbemerkt, angeschlossen hatten und mich nicht verstehen konnten. Die hatten wohl gedacht, ich sei ein offizieller Museumsführer, und waren mit meiner Lautstärke nicht einverstanden.

Nun, ich hatte mich nicht lumpen lassen und wiederholte den Herrschaften meine Erklärungen lautstark. Danach konnte ich das Ganze klarstellen - es gab Applaus und Schulterklopfen, und alle waren wir zufrieden.

Herzlichen Dank an Horst Sachse für seine Story und das Foto!
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Die Hauptschalttafel auf Typ IV (hier: "Tradi") | Fotos 2003/Montage 2007: ABa, HH
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Horst Sachse fuhr als Lehrling auf der ERFURT und brachte es bei der DSR bis zum Kapitän. Er schildert seinen Werdegang in seinem Buch „Jetzt packe ich den Seesack aus“ (vgl. Maritime Literatur- Abt. 2).
Beeindruckende Fotos von Horst Sachse auf See zeigen wir unter "Bordleben"
(Seeleute - Fotografieren - Das Bordleben - Wildschöne Seefahrt).
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"Schiffserklärer": Seeleute Rostock e.V., Februar/März 2009

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Notlicht

Rolf Beckert, Chemnitz

TRADI, Traditionskabinett (Kapitänskammer). Der Kapitän am Maschinentelegraph. Und an der Wand, kardanisch aufgehängt, eine Petroleumlampe. Kaum zu glauben, aber wir hatten tatsächlich diese Notbeleuchtungen an Bord. Naja, besser ist besser, falls man doch einmal im Packeis überwintern muss. (1960er Jahre, das linke Bild zeigt ein noch vorhandenes, komplettes Exemplar bei RoB.)
In unseren allgemeinen Erinnerungen sind solche Lampen nicht gewärtig. Es gab sie wohl nur in strategisch wichtigen Räumen wie eben in der Kapitänskammer, in der Kombüse und wo noch?
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Fotos/Montage: Rolf Beckert, Chemnitz
"Notlicht": Seeleute Rostock e.V., Juli 2019

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"Tradi-Reprisen": Seeleute Rostock e.V., Juli 2019

   

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  21.07.2019  
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